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25 Bitterschokoladen im Test

Besser fairnaschen

ÖKO-TEST Dezember 2012 | Kategorie: Essen und Trinken | 30.11.2012

25 Bitterschokoladen im Test

Dunkle Schokoladen schmecken besonders aromatisch. Denn sie enthalten viel Kakao. Doch der Appetit vergeht, weil viele Bauern einen Kakaopreis erhalten, der nicht zum Leben reicht. Unser Test von 25 Schokoladen verrät, welche Anbieter fair handeln. Außerdem erfahren Sie, ob Schadstoffe in den Tafeln stecken.

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Wir haben gelernt, die Augen zu schließen, wenn wir in Schokolade beißen. Die Augen zu schließen, bedeutet, sich ganz auf den Genuss zu konzentrieren. So machen es uns die Darsteller in den Werbespots vor. Zergeht die Schokolade im Mund, lächeln sie, weil die Gaumenfreude "zart schmelzend", "voll" oder "harmonisch" ist. Was die Zunge nicht herausschmeckt: ausbeuterische Kinderarbeit auf der Kakaoplantage oder die Zahlung menschenverachtend niedriger Kakaopreise an die Bauern, um die Margen beim Weiterverkauf der Rohware oder dem Verkauf des süßen Endproduktes nicht zu minimieren. Wir sollten lernen, die Augen zu öffnen, wenn wir in Schokolade beißen.

Die Kakao verarbeitende Industrie und die Süßwarenhersteller kennen die Missstände auf Kakaoplantagen - vor allem in Westafrika - spätestens seit dem Jahr 2000. Damals schockierte ein Fernsehbericht der BBC die Welt. Die Journalisten hatten den Handel mit Kindern aus Burkina Faso, Mali und Togo aufgedeckt. Menschenhändler hatten die Mädchen und Jungen als Sklaven für den Kakaoanbau in die Elfenbeinküste verkauft. Den Bildern folgten Presseberichte, Nichtregierungsorganisationen nahmen Stellung. Die European Cocoa Association, der Verbund der großen europäischen Kakaohändler, nannte die Anschuldigungen falsch und übertrieben. Die Industrie sagte, was die Industrie in solchen Fällen häufig sagt: Die Berichte seien nicht repräsentativ für alle Anbaugebiete. Als ob das etwas ändert. Dann reagierte die Politik.

Der US-Kongressabgeordnete Eliot Engel und Senator Tom Harkin schlugen 2001 ein Gesetz vor, um die Versklavung von Kindern und missbräuchliche Kinderarbeit im Kakaoanbau zu bekämpfen. Dieses Gesetz wäre ein scharfes Schwert im Kampf gegen Kindersklaven auf Kakaoplantagen gewesen. Wäre. Im Rahmen des Gesetzes sollte die behördliche Lebensmittelüberwachung der USA ein Produktlabel mit Vergabekriterien entwickeln. Der Import von Waren in die USA, deren Herstellung durch ausbeuterische Kinderarbeit erfolgt war, wäre verboten worden. Bei Verstoß hätten hohe Strafen gedroht.

Industrie verhindert strenges US-Gesetz

Die Kakao- und Schokoladenindustrie spürten den Ernst der Lage. Es begann ein umfangreicher Verhandlungsprozess. Am Ende wurde der Gesetzentwurf gestoppt. Lobbyisten, Anwälte und moderierende Politiker - gespannt vor den Karren der Kakao- und Schokoladenindustrie - hatten das harte Gesetz in eine weiche, freiwillige und rechtlich nicht bindende Vereinbarung verwandelt: in das Harkin-Engel-Protokoll. Das unterschrieben im September 2001 US-Schokoladenhersteller und Vertreter der World Cocoa Foundation, einer von rund 70 der weltweit größten Unternehmen der Branche getragenen Stiftung. Die Unterzeichner verpflichteten sich, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit wie Sklaverei, Zwangsarbeit und Arbeit, die der Gesundheit, Sicherheit oder Moral schadet, in der Kakaoindustrie zu beenden. Die Zeit des Aufschiebens begann.

Projekte erreichen nur wenige Kind...


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Alnatura Feine Bitter 70% Kakao
Alnatura Feine Bitter 70% Kakao
Alnatura
Côte D'Or 70% Noir Intense, Rainforest Alliance Certified
Côte D'Or 70% Noir Intense, Rainforest Alliance Certified
Kraft Foods
Dolfin Chocolat Noir 70% Aux Fèves de Cacao
Dolfin Chocolat Noir 70% Aux Fèves de Cacao
Dolfin
Ethiquable Kakao aus Peru Noir 64 % Zartbitter
Ethiquable Kakao aus Peru Noir 64 % Zartbitter
Ethiquable
Fairglobe Bitter-Schokolade Fairtrade, 70% Kakao
Fairglobe Bitter-Schokolade Fairtrade, 70% Kakao
Lidl
Feodora Grand'Or 75% Cacao Milde Edel-Bitter
Feodora Grand'Or 75% Cacao Milde Edel-Bitter
Feodora
Gepa Grand Noir Zartbitter Bio Schokolade 70% Cacao, Naturla
Gepa Grand Noir Zartbitter Bio Schokolade 70% Cacao, Naturla
Gepa
Gubor Edel-Zartbitter 70% Kakao
Gubor Edel-Zartbitter 70% Kakao
Gubor
Hachez Wild Cocoa De Amazonas Feinherbe Bitter-Chocolade 70%
Hachez Wild Cocoa De Amazonas Feinherbe Bitter-Chocolade 70%
Hachez
Heilemann Confiserie Edelbitter 62% Cacao
Heilemann Confiserie Edelbitter 62% Cacao
Heilemann
Hussel Iara 62% dunkle Vollmilch-Chocolade
Hussel Iara 62% dunkle Vollmilch-Chocolade
Hussel
Kaoka 70% Kakao Bio-Schokolade
Kaoka 70% Kakao Bio-Schokolade
Tegut
Labooko: Papua Neuguinea 75% dark
Labooko: Papua Neuguinea 75% dark
Zotter
Leysieffer Jahrgangs Schokolade 2011 Sao Thomé 70%
Leysieffer Jahrgangs Schokolade 2011 Sao Thomé 70%
Leysieffer
Lindt Excellence Mild 70% Cacao Edelbitter Mild
Lindt Excellence Mild 70% Cacao Edelbitter Mild
Lindt & Sprüngli
Mascao Noir Bolivien Edle Zartbitterschokolade, 58% Kakao
Mascao Noir Bolivien Edle Zartbitterschokolade, 58% Kakao
El Puente
Moser Roth Edel Bitter 70% Kakao
Moser Roth Edel Bitter 70% Kakao
Aldi
Penny Zartbitter Schokolade UTZ Certified, 50%
Penny Zartbitter Schokolade UTZ Certified, 50%
Penny
Rapunzel 70% Kakao Edelbitterschokolade
Rapunzel 70% Kakao Edelbitterschokolade
Rapunzel (Naturwarenladen)
Rewe Bio Schweizer Edelbitter-Schokolade 60%
Rewe Bio Schweizer Edelbitter-Schokolade 60%
Rewe
Ritter Sport Edel-Bitter 71% Cacao
Ritter Sport Edel-Bitter 71% Cacao
Alfred Ritter
Schwarze Herren Schokolade Edelbitter, 60%
Schwarze Herren Schokolade Edelbitter, 60%
Sarotti
Tobago Edel-Bitter-Rezeptur 75% Plantagen Schokolade
Tobago Edel-Bitter-Rezeptur 75% Plantagen Schokolade
Rausch Schokoladen
Vivani Ecuador Edel Bitter, 70%
Vivani Ecuador Edel Bitter, 70%
Eco Finia (Naturwarenladen)
Zetti Edel Bitter 63% Cacao Zarte Bitternote
Zetti Edel Bitter 63% Cacao Zarte Bitternote
Zetti

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Weihnachtszeit ist Schokoladenzeit. Und da bietet es sich einfach an, dunkle Schokoladen zu testen. Wir haben 25 Produkte eingekauft. 23 Tafeln enthalten zwischen 60 und 75 Prozent Kakao. Und für Fans der Zartbittervariante landeten zwei Produkte im Test mit mehr als 50, aber weniger als 60 Prozent Kakaoanteil. Im Einkaufswagen landeten Bio-Schokoladen, Produkte mit den bekannten Labeln Fairtrade, Rainforest Alliance und UTZ Certified sowie konventionelle Tafeln. Wir haben Schokoladen für jeden Geldbeutel ausgewählt: Die günstigste kostet 39 Cent, die teuerste 4,98 Euro pro 100 Gramm.

Der faire Handel

Bei der Konzeption des Fragebogens an die Hersteller haben wir uns auf entscheidende Kriterien für einen fairen Handel von Schokolade konzentriert. Im Fokus muss hier Kakao stehen, Hauptbestandteil dunkler Schokolade. Wir wollten von den Herstellern wissen, ob sie dem schwächsten Glied in der Produktionskette, dem Kakaobauern, einen gesicherten Mindestpreis zahlen. Denn der macht ihn unabhängig vom zum Teil täglich schwankenden Kakaopreis an den Rohstoffbörsen in New York und London, der in den meisten Fällen als Grundlage für die Preisverhandlungen dient. Weil missbräuchliche Kinderarbeit nach wie vor ein großes Problem in der Kakaoproduktion ist, fragten wir die Unternehmen nach ihrem Bemühen, nur Kakao zu verarbeiten, der ohne ausbeuterische Kinderarbeit produziert worden ist. Experten sind sich einig: Gerade in den Hauptexportländern Elfenbeinküste und Ghana fehlt es den Bauern oft an Know-how, um die Erträge zu steigern. Es fehlt aber oft auch an Infrastruktur. Daher wollten wir von den Herstellern wissen, ob sie die Kakaoproduzenten durch Projekte unterstützen. Und wir fragten auch nach Dokumenten, die die gemachten Angaben belegen.

Die Inhaltsstoffe

Von der Kakaofrucht am Baum bis zur Schokolade im Regal ist es ein langer Verarbeitungsweg. Auf dem kann einiges passieren. Schadstoffe wie Acrylamid und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe können als unerwünschte Nebenprodukte beim Rösten der Kakaobohnen entstehen. Werden Kakaobohnen unsachgemäß gelagert, kann sich das Schimmelpilzgift Ochratoxin A verstärkt bilden. Standard bei Kakaoprodukten ist es auch, nach dem giftigen Schwermetall Cadmium zu suchen. Denn das nimmt die Kakaopflanze durch ihre Wurzeln auf. Nicht giftig, aber ärgerlich ist es, wenn der Verbraucher der Deklaration glaubt und eine Schokolade mit extra viel Kakao kauft, aber gar nicht drinsteckt, was draufsteht. Ein Labor hat deshalb nachgemessen.

Die Bewertung

Viele Schokoladen sind erfreulich schadstofffrei. Aber das ist für uns allein noch kein Grund, sie mit "gut" oder "sehr gut" zu bewerten. Sind Produkte unfair oder überwiegend unfair produziert, gibt es deutlichen Notenabzug.

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