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15 Badreiniger im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013

Badreiniger

Dreck lass nach!

Aufsprühen, abspülen, fertig - das ist ein Märchen. Mit Wischlappen angewendet säubern die untersuchten Badreiniger aber ganz passabel. Ausgerechnet Meister Proper konnte uns aber nicht überzeugen.

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11.10.2013 | Ein Badreiniger hat eine spezielle Rezeptur. Denn er soll in erster Linie Kalk lösen, und das schafft man nur mit mehr oder weniger aggressiven Säuren. Deshalb ist er chemisch gesehen auch sauer. Außerdem soll er Seifenrückstände lösen, vor allem wenn sie mit Kalk gemischt sind und dann die besonders hartnäckigen Rückstände in der Badewanne verursachen. Deshalb enthalten die Badreiniger neben den Säuren auch Tenside, die mittlerweile zunehmend natürlichen Ursprungs sind, sogenannte Zuckertenside.

Wer die Deklarationen genau liest, erkennt schon, dass der Badreiniger nicht so ohne ist und dass man nicht allzu beherzt mit dem sauren Mittel um sich sprühen sollte. Marmor und andere Kalksteine sind tabu, denn auch deren Kalkbestandteile werden angegriffen.

Doch auch die Sanitär- und Armaturenhersteller raten zur Vorsicht beim Umgang mit Säuren und sauren Badreinigern. Sie kennen Schäden, die zu aggressive Reiniger an Armaturen hervorgerufen haben, vor allem wenn die Mittel massiv aufgesprüht wurden.

ÖKO-TEST wollte wissen, welche Inhaltsstoffe in Badreinigern stecken und wie gut sie reinigen. Deshalb haben wir 15 speziell ausgelobte Mittel für diesen Einsatz in Sprühflaschen eingekauft und in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Einigermaßen sauber machen alle. Deshalb ist es in Bezug auf die Reinigung nahezu egal, welchen Badreiniger Sie benutzen. Bis auf eine rühmliche Ausnahme putzen sie zwar nicht überragend, aber ganz passabel. Vier Produkte sind aber aufgrund der Inhaltsstoffe und weiterer Mängel nicht mehr als "gut" zu bezeichnen. Ausgerechnet den Meister Proper Jubiläums-Edition Badreiniger können wir ebenso wie das Putzmeister Bad & Duschkabinen Spray von Aldi Nord nicht empfehlen.

Ohne Wischen geht es nicht, so das Fazit des Praxistests, in dem die Reiniger ihre Wirksamkeit bei Kalk- und Seifenrückständen zeigen sollten. Unsere Tester gingen zunächst nach dem Motto vor: "Aufsprühen, abspülen, fertig", aber hier mussten die Mittel mehr oder weniger kapitulieren. Auf den schwarzen Probefliesen blieben meist mittlere bis starke Rückstände sichtbar, vor allem die Seifenreste waren hartnäckig. Wir gehen jedoch davon aus, dass Badreiniger in der Regel in Kombination mit dem Wischlappen angewendet werden. Deshalb bewerten wir nur die Reinigungsleistung mit Wischen, die meist ordentlich ausfällt. Ein Produkt hat in den Augen der Prüfer die Nase vorn: Der Zekol Bad Reiniger Classic von Aldi Süd hinterlässt sowohl bei Seife wie bei Kalk kaum Rückstände und ist als einziges Produkt im Praxistest "sehr gut". Die Anbieter Henkel (Terra) und Rossmann wollen den Verbrauchern weismachen, dass man nur abspülen muss und schon sei alles geritzt. Für diese Falschinformation vergeben wir unter Weitere Mängel einen Minuspunkt.

Wenn man schon mit verdünnten Säuren hantiert, dann sind milde Rezepturen mit Zitronen- und Milchsäure die beste Wahl. Kritischer sehen Fachleute die Ameisensäure: "Sie ist nicht nur gefährlicher als Milch- und Zitrone

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: 15 Flüssigreiniger zum Sprühen, die ausdrücklich als Badreiniger ausgelobt sind. Darunter Markenprodukte wie auch Eigenmarken aus Drogerie- und Supermärkten, von Discountern sowie aus Bio-Läden. Im Falle von Rewe/Penny und Edeka/Netto, die zu ­einem Konzern gehören und "baugleiche" Produkte anbieten, haben wir jeweils nur ein Mittel getestet.

Die Praxisprüfung
Werden die Badreiniger mit Kalk- und Seifenrückständen im Badezimmer fertig? Wir ließen das von Fachleuten des TÜV Rheinland anhand starker Verschmutzungen auf schwarzen Fliesen überprüfen. Die senkrecht gestellten Fliesen wurden mit den Reinigern besprüht, bis sie benetzt waren. Je nach den Angaben auf der Verpackung ließen die Tester die Reiniger einmal kurz und einmal etwas länger einwirken, bevor sie sie abspülten und trockneten. Dann wurde das Prozedere wiederholt, allerdings wurde nun zusätzlich mit einem feuchten Tuchschwamm nachgewischt. Zehn Testpersonen nahmen die Testfliesen unter die Lupe und vergaben Noten von 1 "kein Rückstand" bis 5 "sehr starker Rückstand".

Die Inhaltsstoffe
Doch was nützt die beste Reinigung, wenn sich der Anwender im Badezimmer gesundheitsgefährdenden Stoffen aussetzt, zum Beispiel flüchtigen Säuren, die Haut und Schleimhäute reizen und die Raumluft belasten? Andere Inhaltsstoffe sind für die Umwelt problematisch, zum Beispiel Substanzen, die biologisch kaum abbaubar sind - und damit auch für uns Menschen wieder zum Problem werden.

Weitere Mängel
"Aufsprühen, abspülen, fertig." Diesen Slogan haben viele noch von anno dazumal im Ohr. Und noch immer gibt es Hersteller, die damit werben. Unsere Praxisergebnisse haben aber bei diesen - wie auch bei allen anderen Produkten - gezeigt, dass dieses Versprechen nicht gehalten wird. Das kritisieren wir genauso wie fehlende Informationen zu den Inhaltsstoffen, die die Hersteller laut Gesetz im Internet zur Verfügung stellen müssen.

Die Bewertung
Das umweltfreundliche Putzmittel, das mit Kalk und Seife gleichermaßen "sehr gut" fertig wird, finden Sie in unserem Test leider nicht. Und noch eine schlechte Nachricht: Ohne Wischen geht es nicht. Wir ziehen daher ausschließlich die Praxisergebnisse in die Bewertung ein, in denen nachgeputzt wurde - da freut sich der gesunde Menschenverstand. Wer anderes auf der Verpackung behauptet, bekommt Punktabzug! Und da Sie sowieso Hand anlegen müssen, sollten die Mittel möglichst sanft zu Mensch und Umwelt sein. Putzkraft und Schadstoffe bestimmen daher das Gesamturteil - das schlechteste Einzelergebnis setzt sich hier durch.

So haben wir getestet

Im Praxistest: Hartnäckige Kalk- und Seifenrückstände auf schwarzen Fliesen.

So haben wir getestet

Wenn mit einem feuchten Schwamm nachgewischt wurde, waren die Ergebnisse ganz ordentlich.

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