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10 Tapetenablöser im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013

10 Tapetenablöser im Test

Angeschmiert

Gegen alte Tapeten, eingetrockneten Leim und Farbschichten hilft nur Durchhaltevermögen, Igelwalze und warmes Wasser. Die Investition in Tapetenablöser kann man sich sparen - Spülmittel tut es auch.

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11.10.2013 | Der Feind des Tapezierers ist nicht die krumme Wand, der Feind heißt vielmehr Vormieter. Jeder Einzelne hat sich mit einer neuen Farbschicht verewigt, jeder zweite hat noch Mal drübertapeziert und dabei noch die Löcher ausgespachtelt. Wer da von einer sauberen, glatten Wand träumt, hat nur eine Chance: runter mit den Schichten der vergangenen Jahre.

Während die einen auf warmes Wasser setzen, verwenden andere einen zusätzlichen Spritzer Spülmittel. Und nicht wenige Verzweifelte hoffen auf die Wirkung von Dampfgeräten oder rücken den Tapetenschichten mit Tapetenablösern zuleibe.

Ob Spülmittel oder Tapetenablöser - die Mittelchen funktionieren letztlich gleich. Die enthaltenen Tenside, waschaktive Substanzen, sollen den Tapetenkleister lösen. Tapetenablöser gehen dabei etwas aggressiver vor, sie enthalten in der Regel einen deutlich höheren Anteil an Tensiden. Auf vielen Flaschen sind deshalb Gefahrstoffsymbole zu finden, da die Flüssigkeiten etwa die Augen reizen können. Aber was steckt sonst noch drin? Menschen, die mit Allergien oder Unverträglichkeiten zu kämpfen haben, kennen das Problem schon von anderen Reinigungs- und Putzmitteln: Die Hersteller halten sich mit Infos zu den enthaltenen Inhaltsstoffen gerne zurück.

Zumindest die Hersteller jener Tapetenablöser, die auch zum Abwaschen von Leimfarbe geeignet sind - und das sind die meisten - müssen sich an die gleichen Regeln halten wie andere Reinigungsmittelhersteller. Wenigstens die umweltrelevanten Stoffgruppen wie Tenside und die eingesetzten Konservierungsmittel müssen deklariert werden. Ein Verbraucher, der es ein bisschen genauer wissen will, muss im Internet recherchieren. Pech gehabt, wenn er im Baumarkt steht und entweder kein Smartphone oder schlechten Empfang hat.

Wir haben bei einer ganzen Reihe von Tapetenablösern geprüft, welche Informationen die Hersteller bereitstellen und welche problematischen Inhaltsstoffe enthalten sind. Im Praxistest ließen wir zehn Tapetenablöser gegen herkömmliches Spülmittel antreten: Wer löst eine gestrichene Tapete besser ab?

Das Testergebnis

Spülmittel kann's fast genauso gut. Tapetenablöser drauf, kurz warten - und schon lassen sich die alten Tapeten Bahn für Bahn ablösen? Leider ist das eher die Ausnahme. Im Vergleich zum Spülmittel waren die Tapetenlöser zwar teurer, aber kaum besser. Einige Produkte enthalten zudem aggressive Konservierungsmittel. Die Hälfte der Testprodukte bekommt ein "sehr gut" oder "gut", ein Tapetenablöser ist "befriedigend", vier nur "ausreichend".

Bei den meisten Tapetenablösern ließen sich zwar einzelne Bahnen sauber abziehen. Den Großteil der tapezierten Fläche musste unser Fachmann jedoch mit ordentlich Körpereinsatz abkratzen. Ein kleines Plus zumindest in der Anwendung gab's für den Metylan Tapetenablöser Expert. Er wird angerührt und ist nicht flüssig wie normale Tapetenablöser, sondern in Gelform. Und dieses Gel bleibt schön auf der Tapete haften. Allerdings muss man 40 Minuten warten. Und das


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10 Tapetenablöser im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 258
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 259
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 260
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 261

4 Seiten
Seite 258 - 261 im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Jeder Baumarkt bietet einen Tapetenablöser unter seiner Eigenmarke an. Bei vielen unterscheidet sich allerdings nur das Etikett, die Rezeptur ist die gleiche - wir haben in diesen Fällen nur ein Produkt getestet. So kommt's, dass nur zehn Tapetenablöser im Test landeten. Für 250 Milliliter zahlt man zwischen 1,50 und über 5 Euro. Zum Vergleich kauften wir ein herkömmliches Spülmittel ein.

Die Praxisprüfung
Jeder Tapetenablöser stand vor der gleichen Herausforderung: 15 Quadratmeter Raufasertapete, auf Holzgrund tapeziert und vier Mal mit weißer Dispersionsfarbe überstrichen. Nach drei Wochen Standzeit begann der Test. Unser Fachmann, der Maler- und Lackierermeister Peter Hoffmann von der Offenbacher Berufsschule August Bebel, prüfte, wie gut sich die Tapete von der Wand herunternehmen ließ, ob man tatsächlich wie versprochen ganze Bahnen abziehen kann - und ob es Unterschiede in der Anwendung gibt. Dabei ging er nach den Anweisungen auf den Etiketten vor. Das heißt: Alle Tapeten wurden vorher mit einer Igelwalze perforiert, damit der Tapetenablöser eindringen kann.

Die Inhaltsstoffe
Tapetenablöser enthalten in der Regel Wasser und Tenside. Dieses Gemisch muss vor dem Verkeimen geschützt werden, weshalb wir vor allem auf die Konservierungsmittel geachtet haben - Formaldehyd/-abspalter, halogenorganische Verbindungen, Isothiazolinone. Auch Duftstoffe, die Allergien hervorrufen können, standen auf dem Prüfprogramm.

Die Weiteren Mängel
Tapetenablöser, auf deren Verpackung steht, dass man damit auch Leimfarben abwischen kann, fallen unter die Detergenzienverordnung. Wir haben uns angesehen, ob entsprechend transparent mit den eingesetzten Inhaltsstoffen umgegangen wird - auf dem Etikett und online. Darüber hinaus ließen wir prüfen, ob umweltschädliche chlorierte Verbindungen in der Verpackung eingesetzt wurden.

Die Bewertung
Wenn es an die Wirkung geht, sind die Unterschiede zwischen den Tapetenablösern verschwindend gering. Ein Spülmittel tut's fast genauso gut. Die Bewertung basiert deshalb auf den Inhaltsstoffen. Zusätzliche Abzüge gab es für Mängel in der Deklaration und eine umweltschädliche Verpackung.

So haben wir getestet

In einem Rutsch, so wünscht sich das der Heimwerker. Doch nur selten lassen sich ganze Bahnen reibungslos abziehen.

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