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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
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Schulranzen

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Angeblich wollen die Eltern keine Ranzen mit "uncoolen" Neonflächen kaufen. Die Ranzen sind aber noch aus einem anderen Grund richtig uncool: Sie strotzen vor Schadstoffen.

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11.10.2013 | Wir kauften acht Anfängerranzen ein. Neben der Tornisterform sind auch Ranzen dabei, die einem Trekkingrucksack ähneln, ein Modell hat abgesehen von Boden und Rücken eine weiche Rucksackform. Außerdem im Einkaufskorb: zwei echte Schulrucksäcke für die etwas fortgeschritteneren Schüler.

Das Testergebnis

Die Gebrauchseignung: Während die reflektierenden Flächen für die Nachterkennung bei den Anfängerschulranzen weitgehend vorhanden sind, fehlen die grellen Neonflächen bei drei Einsteigermodellen gänzlich. Die Inhaltsstoffe: Bis auf einen Schulrucksack sind alle Produkte stark mit Schadstoffen belastet.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Jedes Jahr kommen neue Modelle und Designs auf den Markt. Manche zielen von der Aufmachung her eher auf Mädchen, andere auf Jungen. Wir haben acht aktuelle Einsteigerranzen von bekannten Markenherstellern eingekauft, darunter auch den School-Mood von Fredy Zwenger aus dem Waldorfshop und den von Leder Wolf als "Bio-Schultasche" beworbenen Anfängerranzen aus Baumwolle. Außerdem im Test: Zwei Schulrucksäcke, die auch schon in der Grundschule den Erstklässlerranzen ablösen.

Die Gebrauchseignung
Ganz vorne steht die Sicherheit. Unsere Experten prüften, inwieweit die Modelle der Schulranzennorm DIN 58124 entsprechen. Doch auch Handhabung und Verarbeitung standen auf dem Programm.

Die Inhaltsstoffe
Die beauftragten Labore nahmen die Schadstoffe unter die Lupe, die bekantermaßen in Kunststoffen und Textilien eine Rolle spielen können. Haben die Hersteller etwas getan, um die Belastung zu reduzieren? Sind Reflektoren und andere Teile immer noch aus schadstoffträchtigem PVC?

Die Bewertung
Die Schadstoffbelastung ist für ÖKO-TEST immer ein wichtiges Thema, aber im Falle der Ranzen finden wir die Gebrauchseignung und hier vor allem die Sicherheit noch wichtiger. Auch Schüler mit Schulrucksäcken sollten sicher ans Ziel kommen. Wenn ein Ranzen bei Tag schlecht sichtbar ist oder ein Rucksack zudem nur über minimale Reflektorflächen verfügt, kommt das Produkt im Test Gebrauchseignung nicht über ein "ausreichend" hinaus. Unter den nachgewiesenen Schadstoffen werten wir deutliche Gehalte von Phthalat-Weichmachern und Dibutylzinn am strengsten ab, weil sie im begründeten Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken.

So haben wir getestet

Nur große Reflexionsflächen machen einen Ranzen in der Dunkelheit sicher. Das sollte auch für die Rucksäcke gelten, die zwar nicht mehr der Norm unterliegen, aber auch schon von Grundschülern benutzt werden. Die grellen Neonfarben sorgen dafür, dass die Kinder bei Tages- und bei Dämmerlicht von Weitem gesehen werden. Neben dem Messen im Labor ließen wir die Wirkung auch im Freien überprüfen.

So haben wir getestet

Knall auf Fall: Eine spezielle Vorrichtung stauchte die beladenen Ranzen, wie es im Alltag ständig geschieht. Dazu wurden sie tausendmal zehn Zentimeter angehoben und fallen gelassen.

So haben wir getestet

Wie lange haltbar? Zig Male wurden die Verschlüsse betätigt, um die Verarbeitung zu prüfen: Es gab nur wenige Mängel. Wichtig war auch die Regenwasserprüfung, bei der die Ranzen zehn Minuten
lang einem Schauer ausgesetzt waren.

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