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Badezusatz für Kinder im Test: Viele Schaumbäder empfehlenswert

Jahrbuch Kinder und Familie für 2020 | Autor: Frank Schuster | Kategorie: Kinder und Familie | 12.12.2019

Badezusatz für Kinder im Test: Wir haben die Voll- und Schaumbäder auf umstrittene Inhaltsstoffe überprüft.
Badezusatz für Kinder im Test: Wir haben die Voll- und Schaumbäder auf umstrittene Inhaltsstoffe überprüft. (Foto: ÖKO-TEST)

Kinder lieben Schaumbäder. Im aktuellen Test haben wir 19 Badezusätze für Kinder überprüft – mit einem erfreulichen Ergebnis. Wir bewerten viele Produkte mit "sehr gut" oder "gut". Nur eins fällt im Test durch.

Aktualisiert am 12.12.2019; Einkauf Testprodukte Aug 2019 | Mit Schaum in der Badewanne wird Waschen zum Spiel: Kinder lassen Inseln, Wolken und Eisberge entstehen. Wir haben 19 Badezusätze für Kinder eingekauft und getestet. Sie sind für ein gewöhnliches, alltägliches Voll- oder Schaumbad gedacht, manche sind auch zusätzlich als Duschgel verwendbar. Mit dabei sind Produkte aus Supermärkten, Drogerien, Bio-Läden und Apotheken. Stecken umstrittene Inhaltsstoffe in den Badezusätzen? 

Badezusatz für Kinder im Test: Nur ein Produkt enttäuscht

Das Ergebnis: Die Mehrheit der Badezusätze für Kinder im Test schneidet mit "sehr gut" oder "gut" ab. Somit können wir Ihnen viele Produkte empfehlen. Ein Kinderbad fällt mit dem Gesamturteil "mangelhaft" besonders negativ auf. 

Trotz des erfreulichen Testergebnisses gibt es Inhaltsstoffe, die wir kritisieren. Denn in sieben Badezusätzen für Kinder stecken PEG-Verbindungen. In Badezusätzen sorgen sie für die Reinigung und für viel Schaum. Das Problem: Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.

Die Substanzen sind auf der Inhaltsstoffliste an dem Namensbestandteil "PEG (plus einer Zahl) oder "-eth" zu erkennen – zum Beispiel im weit verbreiteten Sodium Laureth Sulfate.

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19 Kinderbäder im Test: Wir können viele Produkte empfehlen.
19 Kinderbäder im Test: Wir können viele Produkte empfehlen. (Foto: Radomir/Shutterstock )

Kritik an Inhaltsstoffen von Kinderbädern 

Drei Kinderbäder im Test beinhalten außerdem Kunststoffverbindungen, genauer gesagt: Polyquaternium-Verbindungen. Sie zählen zu den synthetischen Polymeren. Kosmetikhersteller setzen diese als Filmbildner, Emulgatoren oder Füllstoffe ein. Viele dieser Substanzen sind jedoch biologisch nur schwer abbaubar. 

Polyquaternium-Verbindungen sind zwar flüssig und keine festen Mikroplastikpartikel. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sehen in ihnen jedoch keine guten Alternativen. Verschiedene Polyquaternium-Verbindungen gelten als schädlich oder giftig für Wasserorganismen und stehen unter Verdacht, Gewässer langfristig zu schädigen.

Besonders ärgerlich: Das "mangelhafte" Produkt im Test enthält den bedenklichen Duftstoff Lilial (Butylphenyl Methylpropional). Die Substanz hat sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend erwiesen. Das Verbraucherschutzkomitee für Kosmetik der EU bewertet den Stoff daher als nicht sicher.

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Unser Rat zur Nutzung von Kinderbädern: Zu häufiges und zu langes Baden schadet der Haut. Vor allem wenn das Wasser ein Übermaß an Badezusätzen enthält. Also: Keinen nachträglichen Schuss aus der Flasche, um den Schaum aufzufrischen, auf zusätzliche Seife oder Waschgel verzichten. 

So entsteht Schaum in der Badewanne 

  • Luft und Wasser: Tenside setzen die Spannung der Wasseroberfläche herab und bilden einen Seifenfilm. Lässt man Wasser in die Wanne, drückt der Strahl Luft unter die Oberfläche. Die Luft steigt wieder auf, nimmt beim Durchdringen der Wasseroberfläche den Seifenfilm mit und formt wie beim Pusten von Seifenblasen daraus kleine Bläschen.
  • Kunststoff oder Kokos: Konventionelle Kosmetik beinhaltet als Schaumbildner mitunter Tenside auf Basis von Poly­ethylen­glykol (PEG/PEG-Derivate). Damit der Schaum länger hält, kommen auch synthetische Polymere als Stabilisatoren zum Einsatz. Naturkosmetik setzt hingegen auf Stoffe auf Pflanzenbasis. Als leistungsstarker Schaumbildner ist Coco-Glucoside beliebt. Das Zuckertensid ist in den meisten der getesteten Naturkosmetik-Kinderbädern enthalten.  

Nicht immer sind die Testergebnisse von Kinderprodukten so erfreulich wie die des Tests Badezusätze für Kinder. So hat unser Puppen-Test zahlreiche Sicherheitsmängel aufgedeckt. Acht von 16 getesteten Puppen fallen mit dem Gesamturteil "ungenügend" durch: Puppen-Test: Die Hälfte gefährdet Sicherheit von Kindern.

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin Dezember 2019 veröffentlicht. Aktualisierung der  Testergebnisse/Angaben zuletzt für das Jahrbuch Kinder und Familie für 2020, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

Wir haben 19 gängige Kinderbäder eingekauft, darunter fünfmal zertifizierte Naturkosmetik. Die 17 flüssigen und zwei pulverigen Badezusätze richten sich an kleine und auch große Kinder. Sie sind für ein gewöhnliches, alltägliches Voll- oder Schaumbad gedacht, manche sind auch zusätzlich als Duschgel verwendbar. Spezielle Baby- oder Gesundheitsbäder ließen wir draußen. Mit dabei sind auch fünf Bäder in Einzelportionsbeuteln. Wir kauften die Produkte in Supermärkten, Drogerien, Bio-Läden und Apotheken.

Die von uns beauftragten Labore unterzogen die Bäder einer umfangreichen Duftstoffanalyse und untersuchten sie auf problematische Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter und halogenorganische Verbindungen. Wir ließen auch nach umstrittenen Inhaltsstoffen wie PEG/PEG-Derivaten und synthetischen Polymeren suchen. Maßgeblich für die Bewertung ist das Testergebnis Inhaltsstoffe. Als weitere Mängel können umweltrelevante Substanzen wie synthetische Polymere oder chlorierte Verbindungen in den Verpackungen zu zusätzlichem Notenabzug führen.  

Bewertungslegende 

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten führt: der Duftstoff Lilial (Butylphenyl Methylpropional). Zur Abwertung um eine Note führen: PEG/PEG-Derivate. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um zwei Noten: synthetische Polymere als Kunststoffverbindungen (hier: Polyquaternium-10 oder Polyquaternium-22). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) ein Umkarton, der kein Glas schützt. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "sehr gut" oder "gut" ist, hat keinen Einfluss auf das Gesamturteil. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden 

Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie. Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle; Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom; microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester; Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom; microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Diethylphthalat/deklarationspflichtige Duftstoffe/Moschus-Verbindungen/Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC-MS. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: August 2019 

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin Dezember 2019 veröffentlicht. Aktualisierung der  Testergebnisse/Angaben zuletzt für das Jahrbuch Kinder und Familie für 2020, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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