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Test Versteckter Zucker: So viel Würfelzucker steckt in bekannten Lebensmitteln

ÖKO-TEST Februar 2019: Titelthema Zucker | Autor: Meike Rix/Kai Thomas | Kategorie: Essen und Trinken | 31.01.2019

ÖKO-TEST;Josep Suria/Shutterstock
ÖKO-TEST;Josep Suria/Shutterstock (Foto: ÖKO-TEST)

Weniger süß, würzig, fett- oder kalorienarm: Zucker setzen Hersteller auch in vermeintlich herzhaften und „leichten“ Fertiglebensmitteln großzügig ein. Wir zeigen Versteck-Tricks und „Zuckerfallen“ anhand von 22 Produkten.

Zucker ist Geschmacksträger, macht Lebensmittel haltbar und verändert ihre Textur. Anbieter müssen zwar auf Produkten angeben, wie viel insgesamt enthalten ist. Dazu sind sie per Gesetz verpflichtet. Weil aber viele Menschen weniger Zucker essen wollen, lohnt es sich offenbar, ihn in der Produktgestaltung etwas aus dem Rampenlicht zu nehmen. Große Mengen an Zucker stecken so oft auch in solchen Fertiglebensmitteln, die auf den ersten Blick keine Süßspeisen sind und deren Aufmachung oft das Gegenteil suggeriert.

Test Versteckter Zucker: So viel steckt in Produkten von Danone, Bebivita, Rossmann & Co.

Im Test: In diesem Test „messen“ wir die Produkte und die Werbeaussagen von Anbietern daher am aufgedruckten Gesamtzuckergehalt. Wir verdeutlichen bei 22 Produkten, wie viele Würfelzucker jeweils enthalten wären, wenn die Hersteller ausschließlich weißen Haushaltszucker einsetzen würden.

Zu viel Zucker im Essen kann krank und dick machen. Darauf weist aktuelle Forschung hin. So veröffentlichte zum Beispiel die American Heart Association vor zwei Jahren eine Studienübersicht, die die Effekte des Zuckerverzehrs auf die Gesundheit von Kindern beleuchtet. Fazit: Die Beweislage spreche klar dafür, dass zugesetzter Zucker bei den Kleinen das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhe – im Zusammenhang mit steigender Energieaufnahme, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen als „maximale Obergrenze“ etwa 50 Gramm an freien Zuckern pro Tag. Das entspricht gerade einmal zehn Teelöffeln oder knapp 17 Würfelzuckerstücken. Dabei zählt der Zucker aus Fruchtsäften, Honig und Alternativen wie Agavendicksaft mit. Im Schnitt überschreitet der geschätzte Zuckerkonsum in Deutschland diese Grenze um mehr als 25 Prozent. Nach der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wären sogar nur fünf Teelöffel (25 Gramm) täglich empfehlenswert. Die hat man schon mit zwei 0,2-Liter-Gläsern Cola und auch Apfelsaft geknackt.

Viele "leichte" Markenprodukte entpuppen sich im Test als Zuckerfallen

Selbst wer Süßigkeiten und Softdrinks meidet, kann leicht mehr Zucker verspeisen als Experten empfehlen. Wer seinen Zuckerkonsum reduzieren möchte, muss sich regelrecht umgewöhnen. Wie das gelingt, erklären wir in unserer aktuellen Ausgabe.

Unter den getesteten Produkten: Etwas fürs Frühstück, Getränkepulver, Gemüse aus dem Glas, Snacks und Saucen. Wir machen an 22 Artikeln Versteck-Tricks und den tatsächlichen Zuckergehalt aus Zuckerzusatz und natürlich süßen Zutaten sichtbar.

Das Ergebnis: Die 400-Gramm-Packung Feinkost Popp Bunter Rohkostsalat enthält beispielsweise Zucker in der stolzen Größenordnung von 19 Stücken Würfelzucker. Der Fertigsalat hat damit einen höheren deklarierten Zuckeranteil pro 100 Gramm als eine Marken-Donauwelle aus dem Tiefkühlregal. Das meiste davon stammt aus zugesetztem Zucker, dabei sind viele der Zutaten schon von Naut aus zuckrig. Zum Vergleich: Eine 330-Milliliter-Coca-Cola-Flasche kommt auf zwölf Zuckerstücke.

Versteckter Zucker im Test: Danone Activia enthält 19 Würfelzucker

Noch ein Beispiel? Ebenfalls rund 19 Würfelzucker stecken umgerechnet im 460-Gramm-Viererpack der Danone Activia Cerealien Nur 1,5 % Fett. Das Produkt enthält schlappe 1,2 Prozent Cerealien und zehnmal so viel zugesetzten und natürlich enthaltenen Zucker: 12 Gramm pro 100 Gramm.

Das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

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Lebensmittel mit verstecktem Zucker: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Hela Curry Gewürz Ketchup Delikat
  • Hela Gewürzwerk

Danone Activia Cerealien nur 1,5 % Fett
  • Danone

Danone Fruchtzwerge Bio, Erdbeere
  • Danone

Chio Dip! Hot Salsa
  • Intersnack

Kölln Müsli Knusper Joghurt Himbeer 30 % weniger Fett
  • Kölln

Rapunzel Tiger Kinderketchup, mit Apfeldicksaft gesüßt
  • Rapunzel

Beltane Salatdressing Sommerkräuter mit Blüten, bio
  • Beltane Naturkost

Tip Lösliches Teegetränk Zitrone light
  • Real

Bebivita 100 % Saft Bananen-Früchte-Saft nach dem 4. Monat
  • Bebivita

Feinkost Popp Bunter Rohkostsalat
  • Popp Feinkost

Lorenz Saltletts Junior Farm
  • The Lorenz Bahlsen Snack-World

Tip Lösliches Teegetränk Zitrone
  • Real

Krüger Chai Latte Typ Vanille-Zimt, weniger süß
  • Krüger

Krüger Chai Latte Typ Vanille-Zimt
  • Krüger

Genuss Plus Natur Porridge
  • Rossmann

Power Bar Natural Protein Salty Peanut Crunch, vegan
  • Active Nutrition

Gepa Mangos, getrocknet
  • Gepa

Gut & Günstig Apfel-Rotkohl, tafelfertig
  • Edeka

Allos Amaranth Honig Poppies, bio
  • Allos Hof-Manufaktur

Kaba Vanille Geschmack, Getränkepulver
  • Carambar & Co.

Bauer Prinzessin Lillifee Fettarmer Joghurt mild, Himbeere
  • Bauer

Joghurt-Schnitte Heidelbeere & Cranberry
  • Ferrero

Test Versteckter Zucker: So viel Würfelzucker steckt in bekannten Lebensmitteln

8 Seiten
Seite 36 - 43 im ÖKO-TEST Februar 2019: Titelthema Zucker
vom 31.01.2019

Testverfahren

Der Einkauf: Wir haben 22 verarbeitete Lebensmittel eingekauft, solche, die laut Aufschrift weniger süß, fett- oder kalorienarm sein sollen oder deren Zuckergehalt aus anderen Gründen Verbraucher überraschen könnte, zum Beispiel weil es sich um etwas eigentlich Würziges handelt.

Der Zuckergehalt: Die ausgewählten Produkte stehen beispielhaft für viele andere. Die Anbieter sind gesetzlich verpflichtet, den Gesamtzuckergehalt auf ihren Produkten anzugeben. Diese Angaben sind in der Regel korrekt, wie unsere Laboranalysen oft bestätigt haben. In diesem Test „messen“ wir die Produkte und die Werbeaussagen ihrer Anbieter daher an den aufgedruckten Angaben. Um die Größenordnung der Gesamtzuckergehalte zu veranschaulichen, stellen wir dar, wie viele Zuckerstücke jeweils drin wären, wenn es sich immer ausschließlich um weißen Haushaltszucker handeln würde.

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