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18 Zahncremes für empfindliche Zähne im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013

Zahncremes für empfindliche Zähne

Pasta!

Die meisten Testprodukte können nach Ansicht von Fachleuten einen Versuch wert sein, wenn die Zähne sehr empfindlich sind. Schlecht abgeschnitten haben alle untersuchten Naturkosmetikmarken.

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11.10.2013 | Etwa jeder Zehnte verwendet täglich eine Zahncreme für empfindliche Zähne, ähnlich viele greifen zumindest gelegentlich zu einem solchen Spezialprodukt. Damit soll zumindest dem Schmerz der Garaus gemacht werden. Die Hersteller setzen verschiedene Stoffe ein, um die Reizleitung zu unterbinden, die Nerven also gewissermaßen zu betäuben.

ÖKO-TEST hat 18 Zahncremes für empfindliche Zähne geprüft. Uns interessierte, welche Wirkstoffe sie enthalten und wie sie sich von normalen Pasten unterscheiden. Wir fragten Experten um ihre Meinung. Auch die übrigen Inhaltsstoffe standen auf dem Prüfstand.

Das Testergebnis

Gut die Hälfte der Zahncremes schneidet mit "gut" ab. Möglicherweise können sie die Schmerzempfindlichkeit der Zähne verbessern, verlassen kann man sich allerdings nicht darauf. Die übrigen Pasten sind mit Schadstoffen belastet oder kommen ihrer wichtigsten Aufgabe nicht nach, dem Kariesschutz.

Leider fallen die drei zertifizierten Naturkosmetikprodukte der Marken Dr. Hauschka, Lavera und Logodent durch, denn sie enthalten kein Fluorid, das unerlässlich ist, um Karies vorzubeugen. Von Laverana gibt es aber durchaus auch zertifizierte Zahncremes mit Fluorid: Für jeden Geschmack etwas, so der Anbieter. Logona und Wala (Dr. Hauschka) verzichten dagegen konsequent auf Fluorid.

Die meisten Zahncremes enthalten mindestens einen Inhaltsstoff, der maßgeblich bei empfindlichen Zähnen helfen soll, entweder indem die Reizleitungen unterbrochen oder die Dentinkanälchen verschlossen werden: Kaliumnitrat, Kaliumcitrat, Kaliumchlorid, Strontiumacetat, Hydroxylapatit. Insgesamt ist aber die Studienlage zu allen Wirkstoffen für empfindliche Zähne sehr dünn und nicht einheitlich. Allein die Fluoride können sich aber schon leicht positiv auswirken, vor allem das Aminfluorid kann eine gewisse Schutzschicht aufbauen. Bei den Zahncremes von Dr. Hauschka, Lavera und Colgate haben die von uns befragten Zahnexperten Zweifel, dass sie besser als eine normale Zahncreme für empfindliche Zähne geeignet sind.

Die Colgate Total Sensitve enthält Triclosan. Dieser bedenkliche antibakterielle Stoff steht im Verdacht, die Bakterien resistent gegenüber Antibiotika zu machen und hat nach unserer Meinung in einer Zahncreme nichts zu suchen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist "der Auffassung, dass der Einsatz von Triclosan auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden sollte". Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der Europäischen Union (SCCS) empfiehlt einen vorsichtigen Umgang mit der Substanz. Triclosan reizt die Haut und kann die Leberfunktion beeinträchtigen - was von Triclosanherstellern bestritten wird. Außerdem kann es durch die Produktion möglicherweise mit Dioxin verunreinigt sein und es gefährdet Umwelt und Wasser. Die Alternative: Ätherische Öle können Zahnfleischentzündungen gut eindämmen.

In drei Produkten steckt Natriumlaurylsulfat, ein aggressives Tensid und Schäumungsmittel, das die Schleimhäute reizen k

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So haben wir getestet

Der Einkauf
18 Zahncremes, als sensitiv beziehungsweise für empfindliche Zähne ausgelobt: darunter große Marken, aber auch preisgünstige Eigenmarken der Drogerie-, Super- und Discountmärkte sowie drei zertifizierte Naturkosmetikzahncremes.

Die Inhaltsstoffe
Was zeichnet eine sensitive Zahncreme aus? Wir prüften die Inhaltsstoffe und befragten die Hersteller: In den meisten Fällen bauen sie auf einen speziellen Wirkstoff und oft betonen sie auch die schonende Rezeptur mit geringem Abrieb. ÖKO-TEST bat Zahnexperten um ihre Meinung, ob die Wirkung ausreichend belegt ist. In erster Linie aber muss jede Zahncreme - egal ob sensitiv oder nicht - Karies vorbeugen. Es gilt als nachgewiesen, dass sich durch Fluorid in Zahncremes der Kariesbefall in den vergangenen Jahrzehnten verbessert hat.

Die Bewertung
ÖKO-TEST schließt sich der Meinung der Experten an, dass eine Zahncreme für Erwachsene mindestens 1.000 Milligramm pro Kilogramm Fluorid enthalten sollte. Wenn Fluorid ganz fehlt, sehen wir das ebenso kritisch wie den Einsatz des antibakteriellen Wirkstoffs Triclosan, der dazu führen kann, dass immer mehr Bakterienstämme resistent gegenüber Antibiotika werden. Das allein führt schon zu einem "mangelhaften" Testergebnis. Die maßgeblichen Inhaltsstoffe für empfindliche Zähne können nach Experteneinschätzung wirken. Da die Studienlage dazu jedoch relativ dünn und nicht einheitlich ist, vergeben wir einen Minuspunkt. Wenn solche Wirkstoffe jedoch ganz fehlen und die Zahncreme sich fast nicht von einer normalen Zahnpasta unterscheidet, werten wir das stärker ab.

So haben wir getestet

Der Schnitt durch einen Zahn zeigt die empfindlichen Stellen.

Online abrufbar

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