1. oekotest.de
  2. Tests
  3. 22 Haarfarben im Test

22 Haarfarben im Test

Kein Silberstreif am Horizont

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 11.10.2013

22 Haarfarben im Test

Mit chemischer Haarfarbe lassen sich die ersten Silbersträhnen und später graues Haar einfach wegzaubern. So ist es auch kein Wunder, dass viele Frauen regelmäßig zu dauerhaften Haarcolorationen greifen. Wir haben 22 Produkte auf den Prüfstand gestellt.

Jede zweite Frau tut es. Bei den Männern ist es mittlerweile jeder Zehnte. Die dauerhafte Coloration der Haare ist ein ungebrochener Trend. Während Haartönungen mit jeder Haarwäsche schwächer werden und sich herauswaschen, werden bei der dauerhaften Coloration die Farbpigmente in das Haar eingelagert.

In ÖKO-TESTs hatten Haarfarben in der Vergangenheit schlecht abgeschnitten. Denn die chemischen Kunstfarben haben es in sich. Für eine zuverlässige Färbung grauer Haare sind Chemikalien nötig, die gesundheitliche Nebenwirkungen haben können. So belegte im Jahr 2001 eine US-Studie den Zusammenhang zwischen Haarefärben und Blasenkrebs.

Daraufhin legte die EU-Kommission 2003 ein Bewertungsprogramm auf. Damit sollten Haarfarben identifiziert werden, die von Toxikologen als sicher fürs Haarefärben eingestuft worden waren. Von 381 Färbechemikalien landeten rund 200 Stoffe rasch auf einer Verbotsliste. Mehr als 70 Substanzen stehen mittlerweile auf einer Positivliste. Sie sind mit gewissen Beschränkungen als sicher fürs Haarefärben eingestuft. Ein Krebsrisiko durch aktuell in der EU erhältliche Haarfärbemittel bestehe jedoch nicht, ist der derzeitige Standpunkt des wissenschaftlichen Beratergremiums der EU-Kommission. Der Toxikologe Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel mahnt indes zur Vorsicht: "Aus meiner Sicht ist eine abschließende Bewertung des Krebsrisikos der als Färbechemikalien eingesetzten aromatischen Amine nicht möglich."

Unproblematisch sind die meisten Färbechemikalien auf der Positivliste so oder so nicht: Viele gelten als starke Kontaktallergene. "Hautreaktionen auf p-Phenylendiamin und 2,5-Toluylendiamin verlaufen schwer. Daher sollte alles getan werden, um sie zu vermeiden", bringt Professor Axel Schnuch vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken - der weltweit größten Datenbank zu Kontaktallergien - das Problem auf den Punkt. Hat man eine solche Kontaktallergie erst einmal entwickelt, besteht sie ein Leben lang.

Wir wollten wissen, welche Färbesubstanzen in den aktuell erhältlichen Haarcolorationen stecken. Für unseren Test kauften wir 22 dauerhafte Haarfarben ein, die eine sehr gute Abdeckung grauer Haare versprechen.

Das Testergebnis

Alle Haarfarben enthalten problematische Färbesubstanzen und erhalten von uns die Note "ungenügend". Keinen Deut besser schneiden die vermeintlich grünen Produkte ab: Die Marke Naturtint wirbt zwar "mit Pflanzenextrakten", sie ist jedoch wie die anderen Produkte im Test eine Chemiekeule. Ebenso die Marke Sanotint: Sie will "mit Goldhirse und Pflanzenextrakten" als natürlich punkten, ist aber tatsächlich eine chemische Coloration. Verführen lassen sollte man sich auch nicht von dem Namen Henna Plus: Der Hersteller dieser Marke will mit "Inhaltsstoffen mit Bio-Zertifizierung" Eindruck schinden, aber auch dahinter verbirgt sich reine Chemie.

Alle Produkte bewirken eine Grauabdeckung mithilfe von aromatischen Aminen, von denen viele fü


Haarfarben: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Schwarzkopf Perfect Mousse Permanente Farbe
  • Schwarzkopf & Henkel

Poly Palette Mousse Color Shake & Color
  • Schwarzkopf & Henkel

Syoss Professional Performance Dauerhafte Haarfarbe
  • Schwarzkopf & Henkel

Poly Color Creme Haarfarbe
  • Schwarzkopf & Henkel

Sanotint Haarfarbe
  • Schoenenberger (Reformhaus)

Schwarzkopf Diadem Seiden-Color-Creme
  • Schwarzkopf & Henkel

L'Oréal Casting Crème Gloss
  • L'Oréal

Schwarzkopf Brilliance Intensiv-Color-Creme
  • Schwarzkopf & Henkel

Accent 10-min. Intensiv-Coloration
  • Rossmann

Schwarzkopf Color Mask
  • Schwarzkopf & Henkel

L'Oréal Préférence Booster Premium-Intensiv-Glanz Farbe
  • L'Oréal

Garnier Color Intense
  • Garnier

Poly Palette Intensiv-Creme-Coloration Dark Gloss
  • Schwarzkopf & Henkel

Garnier Pinsel Farbtalent Intensiv-Coloration
  • Garnier

Kür Color Intensiv Haarfarbe
  • Aldi Süd

Garnier Nutrisse Creme
  • Garnier

Schwarzkopf Sensual Colors
  • Schwarzkopf & Henkel

L'Oréal Excellence Creme 3-Fach Pflege Creme Farbe
  • L'Oréal

L'Oréal Sublime Mousse
  • L'Oréal

Henna Plus Long Lasting Colour
  • Frenchtop

Poly Palette Permanent Natural Colors
  • Schwarzkopf & Henkel

Naturtint Dauerhafte Coloration
  • Phergal

22 Haarfarben im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 204
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 205
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 206
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 207
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 208
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 209

6 Seiten
Seite 204 - 209 im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Spätestens, wenn sich die ersten grauen Haare zeigen, greifen viele Frauen (und auch immer mehr Männer) zu Haarcolorationen. In dunklen Rot- oder Brauntönen verarbeitet die Kosmetikindustrie die meiste Chemie, um eine 100-prozentige Abdeckung grauer Haare zu erreichen. Daher haben wir 22 dauerhafte Haarfarben in verschiedenen Brauntönen in der Drogerie, in Parfümerien, Reformhäusern und beim Discounter eingekauft.

Die Inhaltsstoffe

Das Hauptproblem der dauerhaften Haarfarben sind die Färbesubstanzen. Daher haben wir uns diese Bestandteile der Produkte besonders genau angesehen: Welche Stoffe stecken in der Farbcreme oder im -pulver und dem dazugehörigen Entwickler? Alle Bestandteile, die ins Färbegemisch kommen, ließen wir auf der Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage prüfen.

Die Bewertung

Auch wenn das wissenschaftliche Beratergremium der EU, das SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety), inzwischen viele Färbesubstanzen vom Krebsverdacht frei gesprochen hat, heißt das noch nicht, dass die Farben unbedenklich sind. Viele bergen ein hohes Allergierisiko, manche sind als CMR-Stoff eingestuft, dass heißt, sie haben unter anderem erbgutverändernde Eigenschaften. Bei manchen Färbesubstanzen ist die Bewertung durch das SCCS noch gar nicht abgeschlossen. Solche Kosmetikprodukte können wir nicht empfehlen. Bei einem solchen Fazit ist eine im Produkt beiliegende Spülung oder Haarkur für die Bewertung bedeutungslos, wir haben sie nicht berücksichtigt.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014

Erschienen am 11.10.2013

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014

Gedrucktes Heft bei Unser Service-Partner: United Kiosk kaufen

Ausgabe als ePaper bei Unser Service-Partner: United Kiosk kaufen

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.