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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom

Wickelauflagen

So ein Dreck!

Elf von 15 Testprodukten schnitten "ungenügend" ab. Eine Wickelauflage war sogar derart mit Giftstoffen gespickt, dass eine direkte Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann.

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11.10.2013 | Grundsätzlich lassen sich zwei Typen von Wickelauflagen unterscheiden: solche, die von einer abwaschbaren Plastikfolie umhüllt sind, und solche, deren Bezug aus Baumwolle besteht. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. So ist Kunststoff zwar praktisch, doch er fühlt sich kalt an. Einige Hersteller statten ihre Produkte deshalb mit abnehmbaren Stoffbezügen aus. Ein echtes Wohlfühlerlebnis bieten hingegen Unterlagen aus Baumwolle. Allerdings nässen sie schnell durch und müssen als Ganzes in die Wäsche.

Wir ließen in unserem aktuellen Schadstofftest 15 Modelle überprüfen.

Das Testergebnis

... ist richtig schlimm. Sage und schreibe elf Produkte fallen mit einem "ungenügend" durch. Zu empfehlen sind lediglichzwei Baumwollmodelle.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Aus dem großen Angebot an Wickelauflagen kauften wir neun Produkte aus Kunststoff, drei davon sind mit einem abnehmbaren Stoffbezug ausgestattet. Die übrigen sechs Auflagen bestehen aus Baumwolle oder modernen Baumwoll-Polyester-Gemischen mit wasserabweisender Beschichtung. Die günstigsten Modelle kosten rund 20 Euro pro Stück, das teuerste knapp 70 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Babys kommen mit Wickelauflagen direkt in Kontakt - und das jeden Tag. Umso wichtiger, dass die Produkte unbedenklich sind. In Plastikauflagen sind zunächst Weichmacher zu erwarten. Hier ließen wir sowohl die in Kinderprodukten verbotenen Phthalate untersuchen als auch neuere Substanzen, die als unproblematischer gelten und als Ersatzweichmacher in Kunststoffen zu finden sind. Ebenfalls häufig anzutreffen sind Chlorparaffine, phosphororganische Verbindungen und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Die beiden ersten Stoffgruppen setzt man ebenfalls als Weichmacher ein, sie haben aber auch eine flammhemmende Wirkung. Bei den PAK handelt es sich hingegen meist um Verunreinigungen aus der Produktion. Antimon ist ein gebräuchlicher Katalysator in der Herstellung von Polyester, Rückstände deuten auf eine schlechte Verarbeitung hin. Auch nach gefährlichen Schwermetallen wie Arsen oder Cadmium ließen wir fahnden.

Die Weiteren Mängel
Auffallend viele Hersteller bewerben ihre Wickelauflagen mit dem Verzicht auf problematische Materialien oder Inhaltsstoffe. Der Abgleich mit den Substanzen, die die von uns beauftragten Labore in den Auflagen nachgewiesen haben, entlarvte einige Aussagen jedoch als nicht haltbar. Das führte zum Abzug unter den Weiteren Mängeln.

Die Bewertung
Etliche Produkte sind erheblich mit problematischen Stoffen belastet - sie schneiden daher zwangsläufig mit "ungenügend" ab. Daran ändern auch beschönigende Werbeaussagen nichts - schon gar nicht, wenn das Produkt nicht hält, was der Spruch darauf verspricht.

So haben wir getestet

Selbst gebastelte Qualitätsstempel und protzige Werbesprüche - wie hier auf der Wickelauflage des Herstellers Pinolino - sind mit Vorsicht zu genießen.

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