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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
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Fahrradschlösser

Bist du sicher?

Fahrradfahren ist in. Nur leider kommt Fahrradstehlen auch nicht aus der Mode. Welche Schlösser Langfingern das Leben richtig schwer machen, haben Profis für uns getestet. Zwölf Modelle offenbarten im Labor Stärken und Schwächen - und auch, was an Schadstoffen in ihnen steckt.

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11.10.2013 | Was halten aktuelle Fahrradschlösser aus? Und: Wie lange halten sie es aus? Diese Fragen beantwortet Ihnen unser Test von zwölf Fahrradschlössern, die wir im Prüflabor unter anderem mit Säge, Bohrer, Schlag- und Schneidwerkzeug sowie unangenehmem Salzsprühnebel bearbeiten ließen. Und ÖKO-TEST wäre nicht ÖKO-TEST, wenn wir nicht auch nach Schadstoffen in Gummi-, Stoff- und Plastikteilen der Schlösser gesucht hätten.

Das Testergebnis

Die harten fünf! Alle drei Bügelschlösser überzeugten, ebenso zwei Kettenschlösser. Diese fünf haben die "Folterkammer" des Praxisprüflabors nahezu unbeeindruckt überstanden. Die anderen sieben Testkandidaten zeigten Schwächen oder deutliche Schwächen. Die Schadstoffprüfung ergab, dass in einigen Produkten jede Menge problematische Weichmacher stecken.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben zwölf Fahrradschlösser eingekauft. Im Warenkorb landeten Bügelschlösser, Kettenschlösser, Faltschlösser und Stahlkabelschlösser. Bei der Auswahl achteten wir außerdem auf die herstellereigenen Sicherungsklassen und wählten für jedes (ernsthafte) Sicherungsbedürfnis aus: Schlösser mit mittlerem, starkem und sehr starkem Schutz. Da Experten raten, dass man in ein Schloss rund zehn Prozent des Fahrradwerts investieren sollte, spielte auch der Preis der Schlösser eine Rolle: Der Durchschnittspreis der zwölf Testschlösser liegt bei 67 Euro.

Die Praxisprüfung
Die Norm DIN EN 15496 beschreibt Anforderungen und Prüfverfahren für Fahrradschlösser. Unser Praxislabor lehnte die Prüfungen an diese Norm an. Erschienen uns Prüfungsanforderungen der Norm zu lasch, haben wir sie verschärft: So ließen wir nicht 45 Sekunden lang sägen, zwei Minuten lang bohren und drei Minuten lang einen geübten Lockpicker ans Schloss, sondern verlängerten die Prüfdauer jeweils auf fünf Minuten. Zeit, die der Fahrraddieb auf der Straße allemal hat. Und weil ein herkömmliches Kältespray aus dem Baumarkt ein Schloss auf rund - 45 Grad Celsius abkühlen kann, ließen wir die Schlagfestigkeit der mit Kältespray behandelten Schlossteile nicht nur bei -20 Grad Celsius testen, wie es die Norm vorsieht. Da Faltschlösser nicht geregelt sind, haben wir nach Einschätzung des Prüflabors diesen Schlosstyp aufgrund seiner Konstruktion wie ein Bügelschloss getestet.

Die Materialprüfung
Auch Fahrradschlösser sollten frei von Schadstoffen sein. Sie sind zumindest umweltrelevant - und können spätestens bei der Entsorgung des Schlosses zum Problem werden. Deshalb ließen wir die Gummierungen, Plastikteile und Textilhüllen der Produkte zum Beispiel auf giftige Phthalate und phosphororganische Verbindungen untersuchen. Auch ließen wir testen, ob sich auf den Metallteilen im Anschluss an die Korrosionsprüfung Rost bildet.

Die Bewertung
Ein Fahrradschloss ist sicher, wenn der Aufbruchsversuch auf der Straße extrem wenig Chancen auf Erfolg hat. Deshalb fließt die Praxisprüfung zu 80 Prozent in das Gesamturteil ein. Doch Schlösser, die Säge, Bohrer, Schneiden, Schlagen und dem Entsperren mit Spezialwerkzeug getrotzt haben, können trotzdem nicht "sehr gut" sein, wenn sie voller Schadstoffe stecken. Das Testergebnis Material macht 20 Prozent des Gesamturteils aus.

So haben wir getestet

Handlich und schnell: Der geübte Fahrraddieb sägt zu weichen Stahl in weniger als einer Minute durch.

So haben wir getestet

Warum einen Schlüssel nehmen, wenn der laufstarke Akkubohrer dabei ist?

So haben wir getestet

Aus einem Meter Höhe knallt die rund drei Kilogramm schwere Schlagvorrichtung fünfmal auf das vereiste Kettenglied.

So haben wir getestet

Schneidwerkzeug wie ein Bolzenschneider durchtrennt schwaches Material ohne Probleme.

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Bestellnummer: J1310
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