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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom

Mittel gegen Gedächtnisstörungen / Stärkungsmittel

Vergiss es!

Vor Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen fürchten sich fast alle Menschen. Gingkopräparate aus der Apotheke sollen Abhilfe schaffen. Doch unser Test ergab: die Effekte sind eher bescheiden. Noch schlechter ist es um Ginsengpräparate bestellt.

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11.10.2013 | Das Spektrum möglicher Arzneimittel zur Behandlung von Demenzen ist vergleichsweise überschaubar. Eine der Möglichkeiten sind Zubereitungen aus Ginkgo. Häufig verwechselt wird Ginkgo mit Ginseng, sei es, weil der Pflanzenname so ähnlich klingt oder die Werbung die Anwendung bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nahelegt.

Im ÖKO-TEST: 22 pflanzliche Arzneimittel, davon zehn Ginkgopräparate und zwölf Medikamente auf Basis von Ginseng oder Taigawurzel.

Das Testergebnis

Ernüchternd: Alle ginseng- und taigawurzelhaltigen Stärkungsmittel fallen aufgrund fehlender belastbarer Untersuchungen durch. Allerdings erreicht auch nur ein Ginkgopräparat ein Gesamturteil "gut". Das liegt vor allem an den zum Teil widersprüchlichen Wirksamkeitsnachweisen in der Behandlung von Demenzsymptomen.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Um dem nachlassenden Gedächtnis im Alter entgegenzuwirken, erfreuen sich Naturheilmittel aus Ginkgoblättern großer Beliebtheit - gilt der Baum doch als Symbol für ein langes Leben. Als Stärkungsmittel und gegen Alterserscheinungen aller Art haben sich die Wurzeln des Echten oder Koreanischen Ginsengs sowie des Sibirischen Ginsengs schon vor langer Zeit einen Ruf erworben. Wir haben eine Auswahl gängiger daraus hergestellter Arzneimittel vor allem in der Apotheke eingekauft, einige Ginsengpräparate auch im Reformhaus oder Naturwarenladen.

Die Begutachtung
Helfen Ginkgoextrakte, um dem fortschreitender Verlust geistiger Fähigkeiten entgegenzuwirken? Wurden Spezialextrakte in Studien getestet? Kann man sich mit einem Ginsengtonikum gegen nachlassende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit stärken? Wir haben unseren wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für pharmazeutische Chemie an der Universität Frankfurt am Main, um eine Begutachtung gebeten.

Die Hilfsstoffe
Anhand der Deklaration suchten wir nach bedenklichen oder umstrittenen Hilfsstoffen. Dabei kann es sich zum Beispiel um synthetische Farbstoffe handeln, auf die der Anwender allergisch reagieren kann, oder Alkohol, der für Menschen mit Alkoholkrankheit, Epilepsie und Schwangere ein gesundheitliches Risiko bedeutet.

Die Bewertung
Die Pharmakologische Begutachtung konzentriert sich vor allem darauf, ob sich ein Arzneimittel in gut durchgeführten Studien für die beanspruchten Anwendungsgebiete als wirksam erwiesen hat. Widersprüchliche Ergebnisse bewerten wir als "teilweise" oder nur "wenig überzeugend" belegte Wirksamkeit. Bei pflanzlichen Arzneimitteln kann das davon abhängen, ob die Resultate mit Spezialextrakten gewonnen wurden oder nicht. Denn schließlich beeinflusst die Herstellung maßgeblich die Eigenschaften eines Extraktes. Nicht alles ist aus Erfahrung gut. Daher sollten auch Stärkungsmittel in Studien untersucht sein. Sind sie dies nicht, können wir sie nicht empfehlen.

So haben wir getestet

Auf der Suche nach Studien: Die PubMed-Datenbank liefert derzeit mehr als 22 Millionen Einträge.

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