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22 Mittel gegen Gedächtnisstörungen und Stärkungsmittel im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013

Mittel gegen Gedächtnisstörungen / Stärkungsmittel

Vergiss es!

Vor Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen fürchten sich fast alle Menschen. Gingkopräparate aus der Apotheke sollen Abhilfe schaffen. Doch unser Test ergab: die Effekte sind eher bescheiden. Noch schlechter ist es um Ginsengpräparate bestellt.

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11.10.2013 | Das Spektrum möglicher Arzneimittel zur Behandlung von Demenzen ist vergleichsweise überschaubar. Eine der Möglichkeiten sind Zubereitungen aus Ginkgo. Häufig verwechselt wird Ginkgo mit Ginseng, sei es, weil der Pflanzenname so ähnlich klingt oder die Werbung die Anwendung bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nahelegt.

Im ÖKO-TEST: 22 pflanzliche Arzneimittel, davon zehn Ginkgopräparate und zwölf Medikamente auf Basis von Ginseng oder Taigawurzel.

Das Testergebnis

Ernüchternd: Alle ginseng- und taigawurzelhaltigen Stärkungsmittel fallen aufgrund fehlender belastbarer Untersuchungen durch. Allerdings erreicht auch nur ein Ginkgopräparat ein Gesamturteil "gut". Das liegt vor allem an den zum Teil widersprüchlichen Wirksamkeitsnachweisen in der Behandlung von Demenzsymptomen.

Alle zehn getesteten Ginkgopräparate beanspruchen die "symptomatische Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei Abnahme bzw. Verlust erworbener geistiger Fähigkeiten (demenzielles Syndrom)". Die Studienlage ist jedoch widersprüchlich. In einer großen Analyse von 36 Studien wird die Ergebnislage hinsichtlich der klinisch relevanten Wirksamkeit im Jahr 2009 als inkonsistent und nicht überzeugend bezeichnet. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erkennt aber einen Nutzen für das Therapieziel "Aktivitäten des täglichen Lebens": Die Patienten können alltägliche Tätigkeiten wie Haushaltsarbeiten oder die eigene Körperpflege wieder besser erledigen. Diese Aussage gilt für den Spezialextrakt EGb 761 (enthalten in den Filmtabletten Tebonin konzent 240 mg und Rökan novo 120 mg) in einer Dosierung von 240 Milligramm (mg) täglich. Damit erachten wir die Wirksamkeit von Ginkgopräparaten mit dem Extrakt EGb 761 für diesen Aspekt als "gut" belegt.

Weniger gut untersucht ist der Spezialextrakt LI 1370 (Kaveri 120 mg), für den aber immerhin produktspezifische Studien vorliegen. Wir stufen daher die Wirksamkeit des Spezialextrakts LI 1370 als teilweise belegt ein, die der anderen Extrakte als nur wenig überzeugend belegt.

Die Craton comfort, Filmtablette von Anbieter Bioplanta ist zu niedrig dosiert.

Keine Hilfe bei Tinnitus und Schaufensterkrankheit: Fünf der zehn getesteten Ginkgopräparate nennen zwei weitere Anwendungsgebiete: zum einen die Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei arterieller Verschlusskrankheit in den Gliedmaßen (die sogenannte Schaufensterkrankheit, weil die Betroffenen aufgrund von Schmerzen in den Beinen nach wenigen Schritten stehen bleiben), zum anderen die unterstützende Behandlung von Ohrgeräuschen (Tinnitus). Der Nutzen von Ginkgoextrakten bei diesen Erkrankungen ist jedoch mehr als fraglich.

Ginseng- und Taigawurzel-(Sibirischer Ginseng-)präparate werden vor allem als "Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl und bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit" angeboten. Als

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Um dem nachlassenden Gedächtnis im Alter entgegenzuwirken, erfreuen sich Naturheilmittel aus Ginkgoblättern großer Beliebtheit - gilt der Baum doch als Symbol für ein langes Leben. Als Stärkungsmittel und gegen Alterserscheinungen aller Art haben sich die Wurzeln des Echten oder Koreanischen Ginsengs sowie des Sibirischen Ginsengs schon vor langer Zeit einen Ruf erworben. Wir haben eine Auswahl gängiger daraus hergestellter Arzneimittel vor allem in der Apotheke eingekauft, einige Ginsengpräparate auch im Reformhaus oder Naturwarenladen.

Die Begutachtung
Helfen Ginkgoextrakte, um dem fortschreitender Verlust geistiger Fähigkeiten entgegenzuwirken? Wurden Spezialextrakte in Studien getestet? Kann man sich mit einem Ginsengtonikum gegen nachlassende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit stärken? Wir haben unseren wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für pharmazeutische Chemie an der Universität Frankfurt am Main, um eine Begutachtung gebeten.

Die Hilfsstoffe
Anhand der Deklaration suchten wir nach bedenklichen oder umstrittenen Hilfsstoffen. Dabei kann es sich zum Beispiel um synthetische Farbstoffe handeln, auf die der Anwender allergisch reagieren kann, oder Alkohol, der für Menschen mit Alkoholkrankheit, Epilepsie und Schwangere ein gesundheitliches Risiko bedeutet.

Die Bewertung
Die Pharmakologische Begutachtung konzentriert sich vor allem darauf, ob sich ein Arzneimittel in gut durchgeführten Studien für die beanspruchten Anwendungsgebiete als wirksam erwiesen hat. Widersprüchliche Ergebnisse bewerten wir als "teilweise" oder nur "wenig überzeugend" belegte Wirksamkeit. Bei pflanzlichen Arzneimitteln kann das davon abhängen, ob die Resultate mit Spezialextrakten gewonnen wurden oder nicht. Denn schließlich beeinflusst die Herstellung maßgeblich die Eigenschaften eines Extraktes. Nicht alles ist aus Erfahrung gut. Daher sollten auch Stärkungsmittel in Studien untersucht sein. Sind sie dies nicht, können wir sie nicht empfehlen.

So haben wir getestet

Auf der Suche nach Studien: Die PubMed-Datenbank liefert derzeit mehr als 22 Millionen Einträge.

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