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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom

Mineralwasser, medium

An der Quelle

Mineralwässer enthalten immer noch Abbauprodukte von Pestiziden. In einigen Marken steckt zudem zu viel problematisches Uran oder Bor. Die meisten Wässer können wir aber empfehlen.

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11.10.2013 | Im Sommer 2013 entschied der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg: Das Gebot "ursprüngliche Reinheit" der Mineral- und Tafelwasserverordnung fordert keine "absolute Abwesenheit von Schadstoffen". Abbauprodukte von Pestiziden über dem Orientierungswert verletzten das Reinheitsgebot nicht, solange die Gesundheit nicht gefährdet sei.

Damit unterlag das Land Baden-Württemberg, das fünf Mineralquellen die Zulassung verweigern wollte, weil darin sogenannte Pestizidmetaboliten nachgewiesen worden waren. Die belasteten Quellen bleiben nach dem Richterspruch also offen.

In unserem Test von 75 Wässern zeigen wir Ihnen, welche Mineralwasserhersteller Wasser mit Pestizidmetaboliten abfüllen und welche den ursprünglichen Begriff der ursprünglichen Reinheit verdienen:

Das Testergebnis

Zwei Drittel der Mineralwässer schneiden mit einem "sehr gut" und "gut" ab. Allerdings mussten wir auch neun Mal "mangelhafte" und "ungenügende" Urteile vergeben.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Insgesamt wurden 75 natürliche Mineralwässer eingekauft, wobei sowohl die wichtigsten Eigenmarken der Discounter und Supermärkte berücksichtigt wurden als auch Produkte kleinerer regionaler Anbieter. Als Sorte wählten wir dieses Mal Mineralwasser mit wenig Kohlensäure aus. Dieses ist mit einem Anteil von gut 42 Prozent am gesamten Mineralwasserabsatz ähnlich beliebt wie kohlensäurereiches Mineralwasser. Komplettiert wurde der Einkauf durch je ein Tafel- und ein Quellwasser, weil wir wissen wollten, wie es um die Qualität dieser bundesweit erhältlichen Marken bestellt ist.

Die Inhaltsstoffe
Wie schon 2011 stand auch dieses Mal die Untersuchung auf Abbauprodukte von Pestiziden im Vordergrund. Ziel war herauszufinden, inwieweit Hersteller ihre Produkte verbessert haben - oder aber alles beim Alten ließen. Denn nicht immer lässt sich eine Quelle so einfach umstellen. Der zweite Schwerpunkt lag auf der Analyse gesundheitlich bedenklicher Inhaltsstoffe wie Uran, Arsen oder Bor. Diese Stoffe gelangen auf natürliche Weise in Mineralwasser, können aber teilweise entfernt werden.

Die Weiteren Mängel
Weil Mineralwasser in großen Mengen konsumiert wird, ist die Wiederverwertung der Flaschen in Hinblick auf die ökologischen Auswirkungen ausschlaggebend. Die Angebotsform der eingekauften Produkte berücksichtigten wir unter dem Testergebnis Weitere Mängel. Gleichzeitig hatten die Hersteller die Möglichkeit, weitere Verpackungsformen ihrer Produkte mitzuteilen, was ebenfalls in die Tabelle aufgenommen wurde. Des Weiteren ließen wir im Labor prüfen, ob Aussagen und Auslobungen zu besonders hohen Mineralstoffgehalten wirklich stimmen.

Die Bewertung
Wir bleiben dabei: Ein natürliches Mineralwasser darf sich nur dann so nennen, wenn es die Vorgaben zur ursprünglichen Reinheit erfüllt. Und wir gehen noch weiter: Auch geringere Verunreinigungen sollten nicht nachweisbar sein. Folgerichtig schneiden Wässer mit Überschreitungen des Orientierungswertes bestenfalls mit "mangelhaft" ab. Streng bewerten wir auch die Gehalte einiger problematischer Inhaltsstoffe, da Mineralwasser täglich konsumiert wird und zudem von einer ausgeprägten Markentreue auszugehen ist. Zum Punktabzug führt schließlich die Verpackung in ökologisch ungünstigen PET-Einweg-Flaschen und den nur wenig besseren PET-Cycle-Flaschen.

So haben wir getestet

Mehrweg oder Einweg? Mehrweg und PET-Cycle lassen sich meist gut an entsprechenden Symbolen erkennen. Ein eindeutiger Hinweis auf Einweg fehlt dagegen fast immer.

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