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14 Babyschlafsäcke im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013

Babyschlafsäcke

Eingesackt

Nicht unter einer Bettdecke, sondern im Babyschlafsack werden kleine Kinder am besten zur Ruhe gebettet. Wir haben 14 Produkte getestet, keines erhielt die Note "sehr gut". Doch immerhin ist die Mehrzahl der getesteten Produkte sicher. In vielen Säcken stecken allerdings unnötige Schadstoffe.

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11.10.2013 | Dank intensiver Aufklärung ist es gelungen, die Zahl der Kinder, die mit der Diagnose "Plötzlicher Säuglingstod" (Sudden Infant Death, SID) gestorben sind, in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 80 Prozent zu senken. 164 SID-Fälle im ersten Lebensjahr bei 677.947 Lebendgeburten registrierte das Statistische Bundesamt im Jahr 2010.

Das A und O, damit das Baby sicher schläft, ist die Rückenlage. Auf dem Rücken schlafend können Säuglinge ihren Wärmehaushalt besser regulieren, da ihre Beweglichkeit nicht eingeschränkt ist. Überhitzung gilt als ein weiterer Risikofaktor für SID.

Allein die Verwendung eines Babyschlafsacks anstelle einer Zudecke oder eines Kissens kann das SID-Risiko schätzungsweise um mehr als 20 Prozent senken. Empfohlen wird ein Babyschlafsack passender Länge und mit Öffnungen für Kopf und Arme, die so bemessen sind, dass das Baby nicht hineinrutschen kann. Ob es dem Nachwuchs darin warm genug ist, lässt sich am einfachsten durch Fühlen zwischen den Schulterblättern feststellen. Hier soll die Haut warm, aber nicht verschwitzt sein. "Wichtig ist, dass die Babys aus dem Schlafsack herauswachsen, nicht hinein", erklärt Hildegard Jorch von der Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS, www.sids.de). Sie gehörte zu den Ersten, die sich in Deutschland gegen die Bauchlage als Schlafposition für Säuglinge aussprachen. Eine spezielle Norm für Babyschlafsäcke gibt es noch nicht. Hildegard Jorch hat eine Fachinformation verfasst, in der sie detailliert und anschaulich die Anforderungen an einen sicheren Schlafsack beschreibt. In Anlehnung daran hat ÖKO-TEST 14 Babyschlafsäcke, überwiegend in der Größe 70 cm, auf ihre Sicherheit hin prüfen lassen. Des Weiteren wurden verschiedene Labore mit der Untersuchung auf Schadstoffe beauftragt.

Das Testergebnis

Kein getesteter Babyschlafsack erreicht ein Gesamturteil "sehr gut". Zwar gibt es an ihrer Funktionalität kaum etwas auszusetzen. Schadstoffbelastungen sorgen aber für viele nur mittelprächtige Resultate. Verlierer ist der Sterntaler Hanno Schlafsack, Nicki.

In acht untersuchten Marken ist der Reißverschluss zum Schließen von unten nach oben zu bewegen. Dabei besteht die Gefahr, Haut im Halsbereich einzuklemmen, um so mehr, wenn der Reißverschluss mittig angebracht und zudem am Ende nicht abgedeckt ist. Dies ist der Fall beim Prolana Schlafsack Zoo - Lea, gelb. Geringer ist diese Gefahr, wenn das Ende des Reißverschlusses abgedeckt ist oder der Verschluss seitlich verläuft. Zwar ist auch beim Easy-Baby Schlafsack Bär, grün der Reißverschluss nach oben zu schließen. Allerdings endet er ein paar Zentimeter unterhalb des Halsausschnitts und liegt zudem komplett in einer Falte verborgen, sodass die Verletzungsgefahr minimiert ist.

Die Halsausschnitte aller untersuchten Babyschlafsäcke sind so bemessen, dass sich weder in ihrer Altersgruppe groß gewachsene Kinder beengt fühlen sollten, noch dass ein Kind hineinrutschen kann. Diese Gefahr bestünde nur bei den getest

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Zumindest im ersten Lebensjahr sollten Babys im Schlafsack schlafen. Wir haben daher vorzugsweise Produkte der Größe "70" eingekauft, die die Sprösslinge im Allgemeinen zwischen dem siebten und elften Monat durchwachsen. So gingen 14 Schlafsäcke zu Preisen zwischen 15 und 50 Euro in die Labore.

Die Inhaltsstoffe
Babys verbringen viel Zeit im Schlafsack. Der sollte daher nicht abfärben sowie frei von Schadstoffen sein: keine optischen Aufheller, keine aromatischen Amine aus Farbstoffen, kein Formaldehyd zur Textilveredlung, keine halogenorganischen Verbindungen, keine Metallteile, die Nickel abgeben. Gummierte Aufdrucke wurden gesondert untersucht, unter anderem auf Weichmacher. Und damit die Umwelt nicht unnötig leidet, sollten keine Nonylphenolethoxylate bei der Herstellung eingesetzt werden.

Die Praxisprüfung
... orientierte sich an der Fachinformation "Der sichere Baby-Schlafsack". Sind Hals- und Armausschnitte altersgemäß? Kann sich das Kind an Kleinteilen wie Reißverschluss oder Bändern verletzen? Wo sind Knöpfe angebracht? Können Kältebrücken entstehen? Ist das Rückenteil plan oder können Gummizüge die Behaglichkeit des Babys stören? Zu schwer sollte ein Schlafsack auch nicht sein, um die Beweglichkeit des Nachwuchses nicht einzuschränken.

Die Bewertung
Sitzt, passt, wackelt und hat Luft - aber keine Schadstoffe. Derart verpackt, kann man zumindest den Schlafsack nicht für eine unruhige Nacht verantwortlich machen. Da eine funktionale Giftschleuder ebenso unerwünscht ist wie eine saubere Gefahrenquelle, kann das Gesamturteil nicht besser sein als das schlechtere der beiden Testergebnisse Inhaltsstoffe und Funktionaliät.

So haben wir getestet

So nicht! Ein nach oben verschließbarer Reißverschluss bedeutet Verletzungsgefahr.

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