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14 Fingerfarben im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013

14 Fingerfarben im Test

Abgeschmiert!

Unsere beauftragten Labore haben in den untersuchten Fingerfarben verbotene Krebsgifte und allergieauslösende Konservierer gefunden. Für Eltern dürfte das ein Schock sein, schließlich landet schnell mal ein Finger voll Farbe im Mund. Und es kommt noch dicker: Zwei Produkte hätten in dieser miesen Qualität nicht verkauft werden dürfen.

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11.10.2013 | Für Kinder ist es eine Riesengaudi: mit blanken Händen in die Farben greifen und überall bunte Abdrücke hinterlassen oder Füße bepinseln und - trap, trap, trap! - über große Papierstreifen laufen.

ÖKO-TEST hat 14 Fingerfarben gründlich auf Schadstoffe durchchecken und auch überprüfen lassen, ob ausreichend Bitterstoffe Kindern das Abschlecken der farbbeschmierten Finger verleiden.

Das Testergebnis

Das Gros der Fingerfarben ist für Kinder gänzlich ungeeignet. Fast alle Hersteller verwenden Substanzen mit hohem Allergiepotenzial. Zwei halten nicht mal die gesetzlichen Grenzwerte ein. So fallen zwölf von 14 Produkten (das sind rund 85 Prozent) mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Nur die "sehr guten" Eco Fingerfarben von SES und die "guten" Nawaro Fingerfarben von Ökonorm sind empfehlenswert.

"Ein gesundheitlich unbedenkliches Spielzeug" schreibt Feuchtmann auf seine Klecksi Wasserlösliche Fingermalfarben. Enthalten ist der verbotene Farbstoffbestandteil o-Anisidin. Der Grenzwert wird zwar nicht überschritten, aber bei einer Substanz, der ein hohes Krebsrisiko zugesprochen wird, gibt es keine unbedenklichen Gehalte. Auch in der Marabu Fingerfarbe ("ideal für Kindergarten") wurde ein Farbbaustein aus der Gruppe der problematischen aromatischen Amine gefunden. Noch schlechter ist das Simba-Produkt: In den Art & Fun Wasserlösliche Fingermalfarben steckt deutlich mehr von dem krebserregendem Stoff 2,4-Toluylendiamin, als gesetzlich erlaubt ist.

In den Stylex Toppoint Finger-Malfarben fehlt der vorgeschriebene Bitterstoff - weder das auf der Verpackung ausgewiesene Denatoniumbenzoat noch eine der erlaubten Alternativen waren im Labor nachweisbar. Den Geschmack bezeichneten die Sensoriktester als "schwach bitter" - zu wenig, um Kinder davon abzuhalten, sich die farbbeschmierten Finger abzulecken. Hinzu kommt, dass Hersteller Stylex seine Finger-Malfarben mit einer als gefährlich eingestuften Isothiazolinon-Mischung konserviert, die den gesetzlichen Höchstwert für Fingerfarben überschreitet. Fingerfarben, die den Höchstwert für diese Konservierungsstoffe überschreiten, dürfen laut den Experten vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart weder hergestellt noch verkauft werden - und ohne Bitterstoffe schon gar nicht. "Das europäische Chemikalienrecht würde, zum Beispiel im Falle einer Wandfarbe mit dieser Zusammensetzung, die Anbringung von Gefahrenhinweisen vorschlagen", so das CVUA Stuttgart. Auf der Verpackung müsste demnach stehen: "Kann allergische Hautreaktionen verursachen." Allein hieraus wird deutlich, dass solche Produkte nicht in Hände von kleinen Kindern gehören.

Die Palette der eingesetzten Konservierer ist breit. Das in Fingerfarben häufiger verwendete bromhaltige Bronopol ("2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol") wurde in drei Farbsets nachgewiesen. Bronopol ist eine halogenorganische Verbindung, die zudem noch Formaldehyd abspaltet. Formaldehyd wirkt stark allergisierend und steht im Verdacht, krebserzeugend zu s


Wir haben 14 Produkte für Sie getestet
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14 Fingerfarben im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 160
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 161
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 162
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 163

4 Seiten
Seite 160 - 163 im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013
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So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: 14 Fingerfarbensets aus Schreibwaren-, Spielwaren- und Hobbyläden sowie aus dem Kita-Bedarf - Letztere sind in Dreiviertelliterflaschen abgefüllt.

Die Inhaltsstoffe und Deklaration
Bei der Prüfung orientierten wir uns an der Sicherheitsnorm. Diese legt zum Beispiel fest, mit welchen Stoffen die Farben konserviert werden dürfen. Außerdem sind krebserregende Nitrosamine auf niedrige Grenzwerte limitiert. Um Kinder davon abzuhalten, die Farben zu essen, müssen Bitterstoffe zugesetzt sein. Einige Farbstoffe werden mit giftigen aromatischen Aminen hergestellt - auch danach ließen wir fahnden. Außerdem sind Warnhinweise auf der Verpackung vorgeschrieben sowie die Angabe (Dekiaration) der Konservierungs- und Bitterstoffe. Zum Teil gingen unsere Anforderungen auch über die Vorgaben der Norm hinaus: So hatten wir Stoffe auf dem Radar, die krebsverdächtiges Formaldehyd abspalten können, und umstrittene halogenorganische Verbindungen, die häufiger in den Farben stecken. Zudem ließen wir checken, ob Kleinteile in den Farbensets vorhanden waren, die von Kindern versehentlich verschluckt werden können.

Die Bewertung
Aufgrund der besonderen Beschaffenheit und der Art, wie kleine Kinder damit umgehen, müssen an Fingerfarben die strengsten Anforderungen gestellt werden. Deshalb orientierten wir uns bei der Bewertung nicht nur an der Sicherheitsnorm, sondern werteten bereits dann ab, wenn die strengen ÖKO-TEST-Anforderungen an Kosmetika nicht eingehalten wurden. Produkte, die nicht den gesetzlichen Regeln entsprachen und dadurch eine Gesundheitsgefahr für Kinder darstellen, konnten im Gesamturteil nicht besser sein als "ungenügend" - dazu bekamen sie von uns den Stempel "Nicht verkehrsfähig".

So haben wir getestet

Schmeckt's? Im Labor prüfen Sensoriktester, ob die Farbe ausreichend bitter ist.

Online abrufbar
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Bestellnr.: J1310
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