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12 Fahrradschlösser im Test

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ÖKO-TEST Februar 2013 | Kategorie: Freizeit und Technik | 25.01.2013

12 Fahrradschlösser im Test

Fahrradfahren ist in. Nur leider kommt Fahrradstehlen auch nicht aus der Mode. Welche Schlösser Langfingern das Leben richtig schwer machen, haben Profis für uns getestet. Zwölf Modelle offenbarten im Labor Stärken und Schwächen - und auch, was an Schadstoffen in ihnen steckt.

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Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt es nach Gebrauch zu einem hohen Laternenpfahl mit gewaltigem Betonfuß im Erdreich. Am Pfahl schließt er oder sie das Zweirad dann richtig an: Das Schloss muss den Rahmen und mindestens ein Rad am Laternenpfahl fixieren. Geschieht dies nicht, landet das schicke Citybike oder auch das klapprige Hollandrad schnell in der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Die weist für das Jahr 2011 insgesamt 328.748 als gestohlen gemeldete Fahrräder aus. Die Dunkelziffer liegt wohl deutlich höher. Denn viele Bestohlene verzichten angesichts der miesen Aufklärungsquote auf eine Anzeige. Im Jahr 2011 klärte die Polizei nur zehn Prozent aller polizeilich registrierten Fahrraddiebstähle auf. Laut Kriminalpolizei zeigen lokale Untersuchungen, dass etwa jedes sechste gestohlene Fahrrad gänzlich ungesichert abgestellt war.

Nicht viel sicherer als gar kein Schloss ist ein schwaches Schloss. Denn auf der Straße wird gesägt, gebohrt, geschlagen, verdreht und mit dem Bolzenschneider hingelangt. Dann gibt es noch die "Feinmechaniker", die simple Schließmechaniken in Sekunden ohne Gewalt, sondern mit Fingerspitzengefühl und sogenanntem Pickingwerkzeug öffnen können.

Die fünf gängigen Schlossformen zum Anschließen sind Bügelschloss, Kettenschloss, Stahlkabel- bzw. Panzerkabelschloss und das Faltschloss. Das ist konstruiert wie ein Zollstock. Der Vorteil: Auch schwere große Modelle nehmen zusammengeklappt wenig Platz am Fahrrad in Anspruch. Gefaltet passen sie in ein Etui, das - am Rahmen angebracht - kaum stört.

Anders die Stahlkabelschlösser: Diese Modelle bestehen aus einem Kabel, welches aus mehreren zum Verbund zusammengeführten Stahldrähten besteht. Bei der Variante "Panzerkabelschloss" ist das innen liegende Stahlseil noch mit einer schuppenartig, beweglich übereinander greifenden Hülle aus gehärtetem Stahl umhüllt. Diese Schlösser lassen sich schlecht transportieren, da sie zu steif sind, um sie um den Sattel zu drehen. Manche tragen diese Schlösser deshalb wie einen Gürtel um die Hüfte. Andere legen das geschlossene Schloss über den Sattel und fixieren das Ende auf dem Gepäckträger. Stahlkabelschlösser können Schneidwerkzeug schlecht abwehren. Die Variante "Panzerkabelschloss" bietet zwar einen hilfreichen Schutz gegen den Bolzenschneider, weil der sich nicht so weit öffnen lässt, um das gepanzerte Kabel zwischen die Schneiden zu nehmen. Allerdings kann ein geübter Dieb mit einer kleinen Zange zwischen die Panzerglieder gelangen und die darunterliegenden gedrehten Drähte einen nach dem anderen durchknipsen.

Kettenschlösser sind Gliederketten, die meist mit einem Hangschloss verschlossen werden. Sie lassen sich gut um das Sattelrohr wickeln. Bügelschlösser wiederum bestehen aus einem steifen Metallbügel in U-Form. Bügelschlösser gibt es meist mit Halterung. Am Rahmen angebracht, stören sie nicht beim Strampeln und lassen sich schnell verstauen und schnell anbringen.

Falt-, Ketten- und Stahlkabelschlösser müssen einen ausreichend g


Fahrradschlösser: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Axa Cherto 100 cm
  • Axa-Basta

Abus Bordo Granit-X Plus 6500/85 Level 15, schwarz
  • Abus

Trelock FS 300/85 Trigo Level 3
  • Trelock

Trelock BC 515/85 Level 5
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Knog Strong Man High Security U-Lock 9 Ghetto
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Abus Bordo 6000/90 Level 9
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Pro Fex TY328 VdS Klasse A+
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Kryptonite Evolution Series 4 LS Security 8/10
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Abus Ivy 9100/85 Level 10
  • Abus

Abus Cetero 970/100 Level 8
  • Abus

Hiplok V1.50 All Black 90 cm
  • Hiplok

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ÖKO-TEST Februar 2013 Seite 61
ÖKO-TEST Februar 2013 Seite 62
ÖKO-TEST Februar 2013 Seite 63

8 Seiten
Seite 56 - 63 im ÖKO-TEST Februar 2013
vom 25.01.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben zwölf Fahrradschlösser eingekauft. Im Warenkorb landeten Bügelschlösser, Kettenschlösser, Faltschlösser und Stahlkabelschlösser. Bei der Auswahl achteten wir außerdem auf die herstellereigenen Sicherungsklassen und wählten für jedes (ernsthafte) Sicherungsbedürfnis aus: Schlösser mit mittlerem, starkem und sehr starkem Schutz. Da Experten raten, dass man in ein Schloss rund zehn Prozent des Fahrradwerts investieren sollte, spielte auch der Preis der Schlösser eine Rolle: Der Durchschnittspreis der zwölf Testschlösser liegt bei 67 Euro.

Die Praxisprüfung

Die Norm DIN EN 15496 beschreibt Anforderungen und Prüfverfahren für Fahrradschlösser. Unser Praxislabor lehnte die Prüfungen an diese Norm an. Erschienen uns Prüfungsanforderungen der Norm zu lasch, haben wir sie verschärft: So ließen wir nicht 45 Sekunden lang sägen, zwei Minuten lang bohren und drei Minuten lang einen geübten Lockpicker ans Schloss, sondern verlängerten die Prüfdauer jeweils auf fünf Minuten. Zeit, die der Fahrraddieb auf der Straße allemal hat. Und weil ein herkömmliches Kältespray aus dem Baumarkt ein Schloss auf rund - 45 Grad Celsius abkühlen kann, ließen wir die Schlagfestigkeit der mit Kältespray behandelten Schlossteile nicht nur bei -20 Grad Celsius testen, wie es die Norm vorsieht. Da Faltschlösser nicht geregelt sind, haben wir nach Einschätzung des Prüflabors diesen Schlosstyp aufgrund seiner Konstruktion wie ein Bügelschloss getestet.

Die Materialprüfung

Auch Fahrradschlösser sollten frei von Schadstoffen sein. Sie sind zumindest umweltrelevant - und können spätestens bei der Entsorgung des Schlosses zum Problem werden. Deshalb ließen wir die Gummierungen, Plastikteile und Textilhüllen der Produkte zum Beispiel auf giftige Phthalate und phosphororganische Verbindungen untersuchen. Auch ließen wir testen, ob sich auf den Metallteilen im Anschluss an die Korrosionsprüfung Rost bildet.

Die Bewertung

Ein Fahrradschloss ist sicher, wenn der Aufbruchsversuch auf der Straße extrem wenig Chancen auf Erfolg hat. Deshalb fließt die Praxisprüfung zu 80 Prozent in das Gesamturteil ein. Doch Schlösser, die Säge, Bohrer, Schneiden, Schlagen und dem Entsperren mit Spezialwerkzeug getrotzt haben, können trotzdem nicht "sehr gut" sein, wenn sie voller Schadstoffe stecken. Das Testergebnis Material macht 20 Prozent des Gesamturteils aus.

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Erschienen am 25.01.2013

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