Startseite
15 Frischhaltedosen im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
vom 14.10.2011

Frischhaltedosen

Eins auf den Deckel

Frischhaltedosen gibt es in unendlich vielen Formen und Größen. Unser Test ergab: Manches billig gekaufte Schnäppchen kann für eine echte Sauerei in Rucksack oder Kofferraum sorgen. Qualitätsprodukte zahlen sich dagegen auf lange Sicht aus.

1620 | 46

14.10.2011 | Wir wollten wissen, welche Frischhaltedosen etwas taugen und haben den Test gemacht. 13 Kunststoffdosen haben wir besorgt. Als Alternativen zu Plastik kamen noch eine Porzellandose und eine Glasdose in den Test.

Das Testergebnis

Qualität hat ihren Preis - der sich aber lohnt. Alle schlechteren Dosen waren aus der Preisklasse bis 3,50 Euro. Wer beim Dosenkauf nicht geizt, ist nach unseren Ergebnissen auf der sicheren Seite.

Dicht soll eine fabrikneue Dose schon sein. Leider war das bei mehr als jeder zweiten Dose zu viel verlangt! Schon beim Überkopfschütteln der wasserbefüllten Dosen leckten fünf deutlich - teils sogar ohne Schütteln. Wer in diesen Behältern Nudelsalat oder marinierte Knoblauchsteaks zur Grillparty transportiert, versaut sich damit schnell mal den Picknickkorb.

Dicht auch unter Druck? Wir haben geprüft, ob die Dose noch dicht hält, wenn etwas Kaltes eingefüllt und die Dose langsam warm wird. Hier wurde letztlich jede Dose irgendwie undicht - die besten allerdings nur ein ganz klein wenig.

Was eine Dose wert ist, zeigt sich erst mit der Zeit. Nach 300 Mal öffnen und schließen waren einige Deckel verformt. Die Jämka von Ikea hielt danach auch nicht mehr richtig dicht. Die Dose von OKT war nach 20 Spülmaschinendurchgängen so weit, dass sie auch ohne Schütteln auslief.

Aus allen Kunststoffdosen löst sich etwas heraus. Für den Migrationstest, also die Prüfung, ob Stoffe aus der Dose in Lebensmittel übergehen können, wurden die Dosen mehrmals mit der Testflüssigkeit Iso-Octan befüllt und erhitzt. Eine in Laboren ganz übliche Prüfung, auch wenn die Norm einen Test mit Olivenöl vorsieht, was in der Regel weniger streng ist. In einem weiteren Test haben wir nach einer Reihe von Kunststoffzusätzen gesucht, die problematisch oder zumindest umstritten sind. Hier können wir aber Entwarnung geben.

Problemfall Melamin: Die Schüssel von Mepal besteht aus dem Kunststoff Melamin. Diesen sollte man keinesfalls in der Mikrowelle erhitzen. Denn wie unser Test gezeigt hat, lösen sich die Schadstoffe Melamin und Formaldehyd bei Erhitzung zumindest in sehr geringen Mengen heraus. Gut, dass der Hersteller auf der Unterseite der Schüssel davor warnt, die Dose in die Mikrowelle zu stellen.

So reagierten die Hersteller

Curver, Tupperware, Emsa und OKT wiesen darauf hin, dass wir Tests gemacht hätten, für die ihre Dosen gar nicht ausgelegt seien. Mal verwies man auf einen Beileger, laut dem Tomatensauce und Ähnliches die Dose verfärben können (Curver, OKT), Emsa erklärte, man dürfe die Dose auch nicht 15 Minuten in der Mikrowelle erhitzen, wie wir es getan haben. Tupperware verwies auf Benutzungseinschränkungen, die aus dem Katalog hervorgingen, und auf die auch die Tupperberaterin hinweise. Es ist schon interessant, welche Einschränkungen es für eine normale Küchendose gibt.

Real, Buchsteiner, Luminarc und Mepal erklärten zur Dichtheit, es sei ja auch nie behauptet worden, dass die Dosen dicht seien. Real kündigte zudem an, die Bru

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012

Online lesen?

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012 für 7.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Die 15 Frischhaltedosen haben wir in den Haushaltsabteilungen von Supermärkten und Einrichtungsläden, im Internet sowie über Tupperware gekauft. Um zu schauen, ob es Alternativen zu Kunststoff gibt, kamen auch eine Glas- und eine Porzellandose in den Einkaufskorb.

Die Inhaltsstoffe
In einem Migrationstest haben wir untersuchen lassen, ob sich Stoffe aus den Dosen lösen - und dann ins Lebensmittel übergehen. Kunststoffe können zudem Zusätze enthalten, die giftig, gesetzlich reglementiert oder zumindest umstritten sind. Im Labor haben wir nach mehr als 50 dieser Stoffe suchen lassen.

Der Praxistest
Im Labor wurden alle Dosen Prüfungen unterzogen, die den typischen Gebrauch im Haushalt simulieren. Wir haben natürlich auch testen lassen, ob eine Dose kaputtgeht, wenn sie herunterfällt. In der Haltbarkeitsprüfung wurde die Dose zudem in kurzer Zeit den Belastungen ausgesetzt, die sie sonst erst im Lauf von Monaten oder Jahren durchmachen würde.

Die Bewertung
Hersteller können nicht einfach das Einfrieren oder das Befüllen mit Tomatensauce ausschließen. Darum haben wir Mängel bei allen Dosen gleichermaßen abgewertet. Einzige Ausnahme: Die Melaminschüssel von Mepal. Denn das Erhitzen von Lebensmitteln in Melaminschüsseln kann eine Gefahr sein. Deshalb entfallen hier alle Bewertungen, die mit der Erhitzung von Lebensmitteln zu tun haben.

So haben wir getestet

Kaputt: Die Dose von Mepal hat unseren Falltest nicht überstanden.

Online abrufbar

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012

Bestellnr.: J1110
Gesamten Inhalt anzeigen