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8 Rückenfreundliche Stühle im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
vom 14.10.2011

Rückenfreundliche Stühle

Schlag ins Kreuz

Starres Sitzen trägt oft zu schmerzhaften Rückenbeschwerden bei. Ergonomisch geformte Bürostühle und Aktivsitze sollen Abhilfe schaffen. Doch nur einer von acht rückenfreundlichen Stühlen schneidet in unserem Schadstofftest mit "sehr gut" ab.

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14.10.2011 | Die monotone Haltung, wie sie beim täglichen Sitzmarathon eingenommen wird, zermürbt mit der Zeit jede Wirbelsäule. Vor dem Bildschirm erstarrte Büroarbeiter sollten deshalb nicht vergessen, dass man sich zwischendurch auch mal recken und strecken kann, sich Schreibtischarbeit wechselweise in einer vorgeneigten, aufrechten und zurückgeneigten Haltung erledigen lässt. Basis für ein solches "dynamisches Sitzen" ist ein ergonomischer Bürostuhl mit verstellbarer Lendenwirbelstütze und Synchronmechanik, das heißt, Sitz- und Rückenlehne bewegen sich aufeinander abgestimmt und folgen den Bewegungen des Körpers automatisch. Als Ergänzung werden sogenannte Aktivsitzmöbel angeboten, die - ähnlich wie ein Sitzball - Bewegungen in alle Richtungen erlauben. Laut Experten können sie allerdings nicht immer den ergonomischen Bürodrehstuhl ersetzen und eignen sich zum Beispiel für den Einsatz zu Hause oder im Wechsel mit einem Bürodrehstuhl.

Auch ein ergonomisch ausgeklügelter Bürostuhl nützt allerdings nichts, wenn sein Benutzer über Stunden unbeweglich auf ihm verharrt. Und selbst wenn man ein wenig den Zappelphilipp auf seinem Stuhl macht, ist der im Schnitt mehr als 80-prozentige Sitzanteil am Büroarbeitstag zu viel. Als Faustregel gilt: 50 Prozent sitzen, 25 Prozent stehen, 25 Prozent bewegen. Ideal sind Arbeitsplätze mit integrierten Stehpulten oder höhenverstellbare Schreibtische. Hierzu bietet der Markt passende Steh-/Sitzhilfen an, die ein Sitzen in verschiedenen Höhen ermöglichen.

Wir haben Stühle eingekauft, die mit dem bei Orthopäden anerkannten Siegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) ausgezeichnet wurden und damit die wichtigen Kriterien des dynamischen Sitzens erfüllen. Ob Schadstoffe enthalten sind, prüft die AGR nicht. Deshalb haben wir die Produkte - darunter fünf Bürodrehstühle, zwei Aktivsitze, eine Steh-/Sitzhilfe - in die Labore geschickt und einem umfangreichen Schadstofftest unterzogen.

Das Testergebnis

Nicht auf jedem getesteten Bürostuhl bleibt man gerne sitzen. Nur einen können wir uneingeschränkt empfehlen. In den anderen verbergen sich problematische und umstrittene Stoffe.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Auch im Sitzen sollte man sich viel bewegen. Das stärkt die Muskeln, schont die Bandscheiben und entlastet die inneren Organe. Deshalb haben wir nur Bürostühle eingekauft, die das Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) tragen und somit ein "dynamisches Sitzen" erlauben, wie es sich Orthopäden wünschen. Leider haben sich bisher nur wenige Hersteller der strengen Prüfzertifizierung gestellt.
Ein "Chefsessel" mit variablen Armlehnen, integrierter Kopf- und Nackenstütze und anderen Extras schlägt schnell mal mit 1.000 Euro oder mehr zu Buche. Der normale Büromensch sitzt in der Regel einfacher und preiswerter. Deshalb kamen für uns nur halbwegs erschwingliche Modelle der Kategorie "Sachbearbeiter" bis "mittleres Management" infrage, die auch im privaten Bereich und Arbeitszimmer beliebt sind. Eine sinnvolle Ergänzung für einen bewegten, rückenfreundlichen Arbeitsplatz können Aktivsitze und Stehhilfen sein. Auch davon haben wir jeweils mindestens ein Modell berücksichtigt.

Die AGR-Kriterien
Das Siegel belegt die ergonomische Qualität von Alltagsprodukten wie Betten, Fahrrädern oder Büromöbeln. So muss ein Aktivsitz laut AGR standsicher sein und die Sitzfläche nach oben gewölbt. Außerdem soll er in alle Richtungen schwingen können und der Weg und Widerstand der Schwingungen einstellbar sein. Eine Steh-/Sitzhilfe muss in der Höhe an verschiedene Situationen anpassbar sein und über einen Verstellbereich von mindestens 48 bis 80 Zentimeter verfügen, außerdem wird eine Vorwärtsneigung vorausgesetzt, um die physiologische Krümmung der Wirbelsäule auch bei hoher Sitzposition zu unterstützen. Bei Bürostühlen wird unter anderem eine Synchronverstellung gefordert. Da ÖKO-TEST wie auch Orthopäden, Rückenschulen und Experten weiterer medizinischer Fachrichtungen diese Kriterien für richtig und wichtig halten und die Stühle im Test diese Anforderungen durch die AGR-Zertifizierung belegen, konnten wir auf einen Praxistest verzichten. Zu den Inhaltsstoffen sagt das AGR-Siegel nichts aus. Aus diesem Grund haben wir alle Produkte einem umfassenden Schadstoffcheck unterzogen.

Die Schadstoffe
Rund 60.000 Stunden verbringt der durchschnittliche Bildschirmarbeiter auf seinem Bürostuhl, im Sommer auch gerne mal kurzärmelig auf Tuchfühlung mit Sitz und Lehne. Da drängt sich die Frage auf, ob problematische Substanzen in den Materialien stecken. Bei unserem letzten Bürostuhltest im Jahr 2003 enthielten einige Modelle giftige zinnorganische Verbindungen, gesundheitsschädliche Weichmacher und Phosphorflammschutzmittel, deshalb wollten wir wissen, ob sie auch heute noch ein Problem sind. In den textilen Bezügen der Stühle können erfahrungsgemäß sensibilisierende Farbstoffe und verbotene Azo-Farbstoffe enthalten sein. Auch halogenorganische Verbindungen stammen oft aus dem Färbeprozess. Schließlich standen auch die PAK auf der Fahndungsliste, sie können zum Beispiel in Kunststofffasern vorkommen.

Die Bewertung
Nicht nur die ergonomische Qualität, sondern auch die Materialien müssen bei einem Bürostuhl stimmen. Deshalb setzt sich unser Testurteil aus der Schadstoffprüfung zusammen.

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Bestellnummer: J1110
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