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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
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Matratzenbezüge, milben- und allergendicht

Sind die ganz dicht?

Hausstaubmilben finden in Matratzen optimale Lebensbedingungen. Zwischenbezüge können verhindern, dass Milbenallergene nach außen dringen und Allergikern das Leben schwer machen. Fast alle untersuchten Encasings halten ihr Versprechen. Wer's nachts auch luftig und schadstofffrei mag, muss allerdings genau hinsehen.

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14.10.2011 | Nach dem Aufstehen ist die Nase zu, man bekommt schwer Luft, wegen des ständigen Hustens und Niesens bringt die Nacht keine richtige Erholung mehr. Wer unter diesen Symptomen leidet, der findet die Ursache womöglich im Bett: Hausstaubmilben. Mit mangelnder Hygiene hat das wenig zu tun. Selbst der sauberste Haushalt wird nie milbenfrei sein. Gerade in der Matratze finden Milben optimale Lebensbedingungen. Am besten ist, der allergene Milbenkot wird in der Matratze festgehalten, sodass er sich nicht im Raum verteilen kann. Genau diese Aufgabe sollen milbenallergendichte Zwischenbezüge, sogenannte Encasings, übernehmen. Schöner Nebeneffekt: Wo nichts rauskommt, kommt auch nichts rein, die Nahrungszufuhr für die Milben wird also gestoppt.

Privatpatienten bleibt bei Encasings oft keine andere Wahl, als selbst zu zahlen. Gesetzlich Versicherte sind in diesem Fall meist besser gestellt: Verordnet der Arzt einen allergendichten Zwischenbezug, so bekommt der Allergiker das Set im besten Fall gestellt, ohne zuzahlen zu müssen. Teilweise wird ein Eigenanteil von fünf bis zehn Euro fällig oder es werden nur die Kosten für den Matratzenbezug übernommen, manche Kassen zahlen auch für den Partnerbezug, andere nicht. Hier sollte man sich vorab erkundigen. Auch das Prozedere unterscheidet sich von Kasse zu Kasse. Viele haben Kooperationen mit verschiedenen Herstellern. Teilweise schickt man das Rezept an den Hersteller, der dann alles mit der Kasse regelt. Teilweise organisiert die Kasse das allein.

Maßgeblich ist für die meisten Kassen ein TÜV-Siegel. Wir haben deshalb Encasings "mit" getestet, aber auch solche "ohne", die man online, in Kauf- und Sanitätshäusern erwerben kann - insgesamt zehn Stück. Die ÖKO-TEST-Einkäufer griffen nur zu Encasings, die als luftdurchlässig beworben wurden. Natürlich wollten wir wissen, ob das Encasinggewebe wirklich dicht hält. Aber auch, ob es tatsächlich Luft und Wasserdampf durchlässt. Darüber hinaus haben wir die Bezüge ein Schadstoffprogramm durchlaufen lassen.

Das Testergebnis

Die meisten Encasings sorgen dafür, dass Allergiker beruhigt schlafen können. Bis auf eine Ausnahme schlugen sich alle Encasings bei den anspruchsvollen Tests sehr gut.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Insgesamt zehn als luftdurchlässig und atmungsaktiv beworbene Bezüge. Zwei davon aus Baumwolle, weil ÖKO-TEST Leser häufig danach fragen. Zwei Produkte aus dem Internet, eines aus dem Sanitätshaus und fünf von Herstellern, die uns auf Nachfrage (inkognito) von den großen Krankenkassen als Kooperationspartner genannt wurden.

Die Materialprüfung
Was haben wir in der Vergangenheit nicht alles in Encasings gefunden! Giftige zinnorganische Verbindungen, das Desinfizierungsmittel Triclosan oder den Insektenkiller Permethrin. Wir wollten wissen, ob diese üblen Stoffe noch immer eingesetzt werden, ob weitere halogenorganische Verbindungen eingebracht wurden und ob mit überflüssigen optischen Aufhellern gearbeitet wird. Außerdem wurde geprüft, ob sich Schwermetalle aus den Textilien lösen und ob die Baumwollencasings mit Formaldehyd behandelt wurden.

Der Praxistest
Ein Encasing soll so dicht gewebt sein, dass die allergenen Stoffe im Milbenkot nicht durchgehen. Bei der Prüfung des Partikelrückhaltevermögens sind die Tester von Teilchen ausgegangen, die gerade mal einen Durchmesser von 0,3 Mikrometer haben. Trocknen Milbenköddel ein, können sie zu solch kleinen Teilchen zerfallen. Diese zurückzuhalten, ist eine Herausforderung, vor allem wenn in einer Apparatur noch mit Druck gearbeitet wird, mit dem ein Luftstrom, der winzig kleine Prüfpartikel enthält, durch die Probe des Encasingmaterials gepresst wird. Auf der anderen Seite wurde gemessen, wie viele Partikel durch das Gewebe hindurchgehen. Warum so streng? Weil ein Encasing, das so 40 Prozent dieser Partikel zurückhält, dafür sorgt, dass in der Raumluft der Schwellenwert für das Milbenkotallergen "Der p 1" nicht überschritten wird. Auf dem gleichen Prüfstand ließen wir ermitteln, wie es um die Luftdurchlässigkeit steht.
Während des Schlafens gibt die Haut jede Menge Feuchtigkeit ab. Textilien setzen dieser verdampfenden Feuchtigkeit mal mehr, mal weniger Widerstand entgegen - je höher der Widerstand, desto geringer ist die Wasserdampfdurchlässigkeit. Wir ließen dies am Hautmodell messen.

Die Bewertung
Matratzenencasings sollen dafür sorgen, dass die Allergene so gut wie möglich in der Matratze zurückgehalten werden. Gleichzeitig sollen die Bezüge aber auch luft- und wasserdampfdurchlässig sein. Ein "sehr gutes" Encasing kann beides: es schützt und bietet dennoch Schlafkomfort. Bei den Inhaltsstoffen gehen wir ebenfalls keine Kompromisse ein - auch wenn ein Betttuch drübergezogen wird, muss das Encasing schadstofffrei sein.

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