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18 Körperlotionen mit Urea im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
vom 14.10.2011

Körperlotionen, Urea

Auf dem Trockenen

Um raue, spannende oder juckende Haut von außen in den Griff zu bekommen, gibt es zahlreiche Cremes und Lotionen mit Harnstoff. Die Produkte sollen die Haut pflegen und nicht reizen. Ob's stimmt? Wir haben die Lotionen auf problematische Substanzen untersuchen lassen.

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14.10.2011 | Kein Pipikram: "Harnstoff wird synthetisch hergestellt", sagt Birgit Huber, Referatsleiterin Körperpflegemittel des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel. In Naturkosmetik wird Urea nicht eingesetzt. Denn bei BDIH-kontrollierter oder mit dem Natrue-Label ausgezeichneter Naturkosmetik sind synthetische Wirkstoffe verboten, wenn es natürliche Alternativen gibt. Die sind aber preislich nicht konkurrenzfähig.

In der konventionellen Kosmetik ist Urea dagegen verbreitet und auch bei Hautärzten beliebt. "Harnstoff ist ein hochwertiger Feuchtigkeitsbinder und prinzipiell gut verträglich. Bislang sind jedenfalls keine Allergien bekannt", sagt der Stuttgarter Dermatologe Dr. Jens Tesmann. Allerdings bekommt die Substanz zunehmend Konkurrenz durch Hyaluron- und Milchsäure. "Die Haut sollte in ihrem leicht im Sauren liegenden pH-Wert gehalten werden, Urea ist jedoch alkalisch. Urea-haltige Pflegeprodukte können von daher die Barrierefunktion der Haut beeinträchtigen", sagt Professor Hans Christian Korting, Dermatologe am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Wir haben 18 Pflegeprodukte mit Harnstoff gründlich unter die Lupe genommen und wollten wissen, ob die Inhaltsstoffe der ohnehin schon strapazierten trockenen Haut guttun oder nicht.

Das Testergebnis

Immerhin fast die Hälfte der 18 getesteten Lotionen und Cremes schneidet mit einem "sehr gut" ab. Die Schlusslichter des Tests bilden mit einem "ungenügend" zwei höherpreisige Markenprodukte aus dem Hause L'Oréal (La Roche-Posay, Vichy) sowie die CD Intensiv Milk Hautberuhigung 5% Urea.

Formaldehyd/-abspalter, die leider teilweise immer noch als Konservierungsmittel eingesetzt werden, sorgen dafür, dass die CD Intensiv Milk Hautberuhigung 5% Urea, die La Roche-Posay Iso-Urea Fluide Körperlotion und das Vichy Lipidiose Nutritive Urea 5% Repair-Körperbalsam am unteren Ende der Notenskala zu finden sind. Formaldehyd gilt als krebsverdächtig. Unserer Meinung nach haben in Pflegeprodukten weder freies Formaldehyd noch Formaldehydabspalter etwas verloren. Wir werten hier um vier Noten ab.

Die "ungenügenden" Markenprodukte La Roche-Posay Iso-Urea Fluide Körperlotion und Vichy Lipidiose Nutritive Urea 5% Repair-Körperbalsam sowie die Garnier Bodyurea Soft Feuchtigkeits-Lotion und die Eubos Med Trockene Haut Urea 3% Körperlotion fallen zudem durch PEG/PEG-Derivate negativ auf. Diese mischen als Emulgatoren Wasser und Fett und können die Haut durchlässiger für Fremd-, aber eventuell auch für Schadstoffe machen.

Aus Erdöl gewonnene Fette wie Paraffine integrieren sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie Stoffe aus natürlichen Ölen. Silikone bewirken zwar, dass sich eine Lotion gut auf der Haut verteilen lässt, dienen aber weniger der Pflege. Für einen hohen Anteil an künstlichen Ölen/Fetten kassieren sieben Lotionen jeweils eine Note Abzug.

13 der 18 Produkte sind parfümiert. Weil Harnstoff relativ leicht zerfällt und das entstehende Ammoniak einen stechenden Geruc

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Winter leiden viele Menschen unter trockener Haut. Harnstoff findet sich in zahlreichen Cremes und Lotionen für raue, spannende oder juckende Haut - allerdings unter seinem lateinischen Namen Urea, denn der Kosmetikindustrie ist wohl daran gelegen, unangenehme Assoziationen zu vermeiden. Wir kauften in Drogerien, Discountern, bei Lebensmitteleinzelhändlern und in Apotheken 18 Lotionen und Cremes für den Körper ein, die strapazierte Haut mit Harnstoff wieder in den Normalzustand versetzen sollen.

Die Inhaltsstoffe
Formaldehyd/-abspalter und PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen, fanden sich in Körperlotionen in vergangenen Tests. Die von uns beauftragten Labore sollten untersuchen, ob auch ureahaltige Pflegeprodukte mit solchen unerwünschten Stoffen belastet sind. Duftstoffe, die Allergien auslösen können und polyzyklische Moschus-Duftstoffe, die sich im Körper anreichern, haben in Kosmetikprodukten ebenfalls nichts zu suchen. Viele der getesteten Produkte sollen auch für Neurodermitiker geeignet sein - deshalb gilt erst recht, dass Stoffe mit einem reizenden oder allergieauslösenden Potenzial hier nichts verloren haben.

Die Wirkung
Harnstoff gilt als ein gut verträglicher und ausgezeichneter Wasserbinder, der die Feuchtigkeit der obersten Hautschicht erhöht. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Produkte mit zehnprozentigem Urea-Gehalt bei neurodermitischer Haut wirksam sind. Mancher Dermatologe gibt sich, was Neurodermitiker und die Dosierung betrifft, aber vorsichtiger, da Urea ein Reizungspotenzial haben kann. Wenn die Haut nach dem Eincremen brennt, sollte man das Produkt nicht mehr weiterverwenden. Schwerwiegendere Probleme sind allerdings nicht zu erwarten. Als gute Allrounder für Menschen mit trockener Haut gelten laut Hautärzten Pflegeprodukte mit fünfprozentigem Harnstoffgehalt.

Die Bewertung
Körperlotionen mit Urea sollen, wie andere Lotionen auch, die Haut pflegen und nicht reizen. Daher haben wir Inhaltsstoffe, die problematisch oder umstritten sind, in den Produkten abgewertet. Substanzen, die krebsverdächtig sind, bewerten wir dabei strenger als solche, die Allergien auslösen können. Mit diesen wiederum gehen wir härter ins Gericht als mit Stoffen wie künstlichen Ölen und Fetten, die sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut integrieren wie natürliche Alternativen.

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