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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
vom

Pilzmittel, Fußpilz

Gut zu Fuß

Jeden Dritten erwischt es irgendwann einmal - das Brennen und Jucken an den Füßen. Unser Test zeigt aber: Es gibt Hilfe gegen Fußpilz.

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14.10.2011 | Zwischen dem vierten und fünften Zeh beginnt eine der häufigsten Infektionskrankheiten in unseren Breiten: der Fußpilz. Die Haut ist anfänglich gerötet und juckt, später kann sie nässen, sieht weiß und aufgequollen aus. Tiefe schmerzhafte Risse kommen hinzu. Was in einem Zehenzwischenraum beginnt, kann sich über den ganzen Fuß ausbreiten, auch auf die Zehennägel.

Beim "klassischen" Fußpilz befallen Fadenpilze die Zehenzwischenräume und die Hornhaut an den Füßen. Neben diesen Dermatophyten können sich - aber eher selten - auch Hefe- oder Schimmelpilze zwischen den Zehen ansiedeln und eine Pilzerkrankung verursachen.

Teile der Pilze überleben auf abgestoßenen Hautschuppen oft lange Zeit. In besonders großer Zahl finden sich diese ansteckenden Hautpartikel überall dort, wo viel barfuß gelaufen wird, also in Schwimmbädern, Saunen oder auf dem Hotelteppichboden. Wenn dann noch jemand nach dem Schwimmen oder Duschen mit aufgeweichter Haut auf diese Partikel tritt, hat der Pilz leichtes Spiel. Experten gehen aber inzwischen davon aus, dass die größte Infektionsquelle die eigene Familie ist. Wenn Handtücher und Waschlappen gemeinsam benutzt werden, besteht hohe Ansteckungsgefahr.

Während Fußpilz bei barfuß laufenden Naturvölkern praktisch nicht vorkommt, gibt es für den hiesigen Schuh- und Sockenträger einige weitere Risikofaktoren. So begünstigen auch Fußfehlstellungen, Diabetes und Durchblutungsstörungen die Empfänglichkeit für eine Infektion. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Von alleine heilt Fußpilz nicht ab. Zur Behandlung stehen eine Reihe von Präparaten aus der Selbstmedikation zur Verfügung. ÖKO-TEST hat 24 rezeptfreie Cremes mit unterschiedlichen Wirkstoffen gegen Pilze an den Füßen im Hinblick auf Wirksamkeit und Inhaltsstoffe unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

...verheißt Linderung: 20 Produkte schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab, nur eines beurteilen wir mit "ungenügend".

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wer in der Apotheke nach einer Creme gegen Fußpilz fragt, kann unter recht vielen Produkten auswählen. Wir haben die Anbieter vorab gebeten uns mitzuteilen, welches Präparat aus ihrem Haus das meistgekaufte ist. Die demnach gängigsten Mittel haben wir dann eingekauft.

Die pharmakologische Begutachtung
Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, hat sich - wie bei unseren Arzneimitteltests üblich - die Studienlage zu den Wirkstoffen angesehen. In diesem Test waren acht verschiedene Wirkstoffe aus vier unterschiedlichen Wirkstoffgruppen (Azole, Allylamine, Thiocarbamat und Polyenantibiotikum) miteinander zu vergleichen.

Die Hilfsstoffe
Die Hilfsstoffe haben wir nicht nur per Deklaration unter die Lupe genommen, sondern die Präparate zusätzlich im Labor auf Paraffine, Silikone und Erdölverbindungen, Formaldehyd-/abspalter und - so keine deklariert waren - halogenorganische Verbindungen untersuchen lassen. Da kein Produkt parfümiert war, konnte die Analyse auf problematische Duftstoffe entfallen.

Die Bewertung
Neue, innovative Wirkstoffe haben in den vergangenen Jahren nicht den Markt bereichert, auch sind derzeit keine Neuentwicklungen in Sicht. Daher stehen die breit wirksamen Azole und Allylamine weiterhin den Wirkstoffen Tolnaftat und Nystatin mit ihrem vergleichsweise schmalen Wirkspektrum gegenüber. Bei den Hilfsstoffen fällt immer noch die häufige Verwendung von umstrittenen Paraffinen auf. Die Testergebnisse Pharmakologische Begutachtung und Hilfsstoffe ermitteln wir zunächst getrennt voneinander. Da unsere Tests immer wieder zeigen, dass es bei gleichem Wirkstoff auch ohne problematische Hilfsstoffe geht, kann ein "mangelhaft" bei den Hilsstoffen ein "sehr gut" in der Pharmakologischen Begutachtung zunichte machen. Andersherum können einwandfreie Hilfsstoffe natürlich ein unwirksames Arzneimittel nicht aufwerten. Das Gesamturteil kann also nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.

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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012

Bestellnummer: J1110
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