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Welpenfutter im Test: Nur eins ist "sehr gut"

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019 | Kategorie: Freizeit und Technik | 18.10.2018

Welpenfutter im Test: Nur eins ist "sehr gut"

Darf der Hund ins Schlafzimmer? Wer geht mit ihm Gassi? Wer einen Welpen bekommt, hat viele Entscheidungen zu treffen. Eine davon wollen wir Ihnen abnehmen: die für das richtige Futter. Wir haben neun Welpenfutter analysiert. Worauf Sie beim Kauf achten sollten. 

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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019:

Welpenfutter

Aktualisiert am 18.10.2018; Einkauf Testprodukte Okt/Nov 2017 | "Es ist allgemein üblich, Welpen ein spezielles Futter zu geben", sagt Professor Jürgen Zentek, Direktor des Instituts für Tierernährung an der Freien Universität Berlin. Es habe eine etwas andere Nährstoffzusammensetzung als "normales" Futter und sei für heranwachsende Hunde verträglicher. Schließlich entwickele sich das Verdauungssystem gerade erst.

Hinzu kommt: Welpen nehmen im Verhältnis zu ihrem Gewicht viel mehr Futter auf als ausgewachsene Hunde. "Besser verträglich" ist ein Futter dann, wenn der Hersteller es schonend verarbeitet, es beispielsweise nicht zu lange erhitzt. Vor allem bindegewebsarmes Fleisch können die Welpen gut verdauen.

Wie gut der Welpe das Futter wirklich verträgt, lässt sich aber immer noch am besten am Tier selbst ablesen. Glänzt das Fell, hat der Kot eine feste Konsistenz und ist der Hund lebhaft? Dann kommt der Welpe gut mit dem Futter zurecht. Für unseren Test haben wir neun spezielle Trockenfutter eingekauft und sie umfangreich untersuchen lassen.

Welpenfutter im Test: Vier sind empfehlenswert 

Das Ergebnis: Wir können insgesamt vier Welpenfutter im Test empfehlen, allerdings bewerten wir nur ein Produkt mit "sehr gut". Drei der vier empfehlenswerten Futter schneiden "gut" ab. Ansonsten stecken oft zu viele Nährstoffe in den Zubereitungen: Das kann der Gesundheit der Welpen auf Dauer schaden. 

Calcium ist wichtig für den Hund, besonders im Welpenalter. Es steuert verschiedene Stoffwechselabläufe wie Blutgerinnung und Kontraktion der Muskulatur. Ein Überschuss kann aber – gerade bei großwüchsigen Rassen – Störungen in der Knochenentwicklung auslösen. Die europäische Heimtierfutterindustrie (FEDIAF) empfiehlt deshalb neben einem Minimum- Wert auch einen Maximum-Wert für Calcium in Hundefutter. Vier Produkte überschreiten diesen Maximum-Wert, den sich die Industrie selbst auferlegt hat.

Für einige Nährstoffe gibt es gesetzliche Höchstgehalte wie für zugesetztes Vitamin D3. Diesen Gehalt überschreiten gleich zwei Produkte im Test. Vitamin D3 müssen Hundehalter ihren Tieren über das Futter geben, da Hunde das Vitamin im Gegensatz zu Menschen nicht selbst über die Haut bilden können. Zu viel des Vitamins kann allerdings zu Gefäßverkalkungen führen.

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Zu viel Selen, Kupfer und Zink im Welpenfutter? 

Viel hilft viel? Stimmt nicht. Auch nicht für Selen, Kupfer und Zink. In zwei Produkten überschreitet mindestens eines dieser drei Mineralstoffe den gesetzlichen Höchstgehalt. Wir ziehen für jede Überschreitung eine Note ab. Wissenschaftler können nicht ausschließen, dass eine dauerhafte Überversorgung den Organismus des Hundes belastet.  

Die FEDIAF empfiehlt, dass Welpenfutter die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) enthalten soll. Es gibt Hinweise darauf, dass diese die Entwicklung des Welpen unterstützen; und es ist nicht ausreichend untersucht, wie gut der Aufbau der beiden Fettsäuren im Hundekörper funktioniert. In drei Produkten hat das Labor weder EPA noch DHA nachgewiesen. Dafür gibt es Abzug.  

Gegenüber hohen Kochsalzwerten sind gesunde Hunde – sofern sie ausreichend trinken – sehr tolerant. Dennoch: Negative Effekte auf den Organismus des Hundes lassen sich bei einer dauerhaften Überdosierung nicht ausschließen. Gleiches gilt für Magnesium. Es gibt Hinweise, dass zu viel davon die Bildung von Harnsteinen begünstigt.

Glyphosat als Problem in bestimmten Welpenfutter  

Alle Futter mit Getreide oder Hülsenfrüchten auf der Zutatenliste haben wir auf Glyphosat untersuchen lassen. Und wir sind fündig geworden. Fast alle darauf untersuchten Welpenfutter enthalten das Herbizid, das als besonders bedenklich eingestuft ist, da sich unter anderem in Tierversuchen Hinweise auf eine fruchtschädigende Wirkung fanden. Dass Glyphosat auch im Tierfutter steckt, zeigt, wie weit verbreitet die Belastung damit ist. Auch zum Schaden der Umwelt: Glyphosat gilt als besonders schädlich für Wasserorganismen.

Der Anbau von Gensoja ist in Amerika und Asien an der Tagesordnung. Aber auch Mais, Raps oder Reis können gentechnisch verändert sein. Wir haben daher alle Welpenfutter in ein Labor geschickt, das auf die Analyse von Gentechnik spezialisiert ist. In drei Produkten stecken Anteile von Roundup Ready Soja-DNA. Da die Anbieter Soja nicht als Zutat einsetzen, handelt es sich wohl um Verunreinigungen.

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Magazin März 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


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Testverfahren

Der Einkauf: Viele Futtermittelhersteller verkaufen neben Futter für ausgewachsene Hunde auch solches für Welpen, meistens Trockenfutter. Deshalb haben wir uns auf diese konzentriert. Alle Futter im Test sind darüber hinaus sogenannte Alleinfutter. Diese enthalten laut Anbieter alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Konzentration. Hundehalter brauchen ihrem Welpen kein zusätzliches Futter zu geben.

Das ernährungsphysiologische Gutachten: Mehr Calcium, aber zum Beispiel weniger Vitamin A: Welpen haben einen anderen Nährstoffbedarf als ausgewachsene Hunde. Ein spezielles Welpenfutter kann daher durchaus Sinn ergeben. Aber natürlich nur, wenn die einzelnen Nährstoffe richtig dosiert sind. Ein Gutachter hat für uns die Futter unter die Lupe genommen und sie ernährungsphysiologisch bewertet.

Die Inhaltsstoffe: Glyphosat hat nicht nur in Lebensmitteln nichts zu suchen. Auch Futtermittel sollten frei davon sein. Gleiches gilt für gentechnisch veränderte Bestandteile. Vollkommen unsinnig sind synthetische Farbstoffe wie Tartrazin und Gelborange S. Hunde sind fast farbenblind. Die Farbstoffe dienen nur dazu, das Futter für den Käufer attraktiver zu machen.

Die Weiteren Mängel: Zu viel Futter führt auf Dauer zu Übergewicht. Bei zu wenig Futter kann die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen zum Problem werden. Fütterungsempfehlungen der Anbieter, die zu stark von der vom Gutachter berechneten Futtermenge abweichen, werten wir daher ab. Hersteller sind dazu verpflichtet, dem Käufer mitzuteilen, welche Zusatzstoffe er - über die bereits deklarierten hinaus - einsetzt. Abzug gibt es daher, wenn wir auf unsere Nachfrage keine Antwort erhalten haben.

Die Bewertung: Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß: Nicht nur der Mensch, auch der Hund braucht diese wichtigen Bausteine zum Überleben. Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine dürfen ebenfalls nicht fehlen. Bei manchen Nährstoffen ist aber auch eine Überversorgung schädlich. Für die Bewertung orientieren wir uns an den Nährstoff-Empfehlungen, die die Futtermittelindustrie herausgegeben hat sowie an gesetzlichen Grenzwerten für Zusatzstoffe.

Bewertungslegende 

Bewertung Testergebnis Ernährungsphysiologie: Das Testergebnis Ernährungsphysiologie wurde aus einem Gutachten abgeleitet. Im Gutachten wurden die gemessenen Nährstoffwerte mit einem empfohlenen Gehalt, bezogen auf den Energiegehalt des Futters, verglichen. Unter dem Testergebnis Ernährungsphysiologie führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) ein Vitamin-D3-Gehalt über dem gesetzlichen Höchstwert von 2270 IE/kg Trockensubstanz. b) ein Selengehalt über dem gesetzlichen Höchstwert von 0,568 mg/kg Trockensubstanz; c) ein Kupfergehalt über dem gesetzlichen Höchstwert von 28 mg/kg Trockensubstanz; d) EPA und/oder DHA nicht nachweisbar; e) ein zu hoher Calciumgehalt, der das von FEDIAF empfohlene Maximum von 960 mg/MJ ME überschreitet; f) ein zu hoher Magnesiumgehalt, der 180 mg/MJ ME überschreitet (empfohlener Magnesiumgehalt laut Zentek, Ernährung des Hundes, Berlin 2016: 36 mg/MJ ME).

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: der Nachweis von Anteilen von Roundup Ready Soja-DNA. Zur Abwertung um eine Note führt: ein als besonders bedenklich eingestuftes Pestizid in Gehalten von mehr als 0,01 mg/kg (hier: Glyphosat). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Etikett; b) der Hersteller teilte uns nicht mit, welche Zusatzstoffe er außer den bereits in der Deklaration benannten noch einsetzt.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Ernährungsphysiologie. Ein Testergebnis Inhaltsstoffe, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden 

Gentechnisch veränderte Organismen: Qualitative Real-time PCR. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse. Feuchtigkeit: Verordnung (EG) Nr. 152/2009, Anhang III A mod., Sandbad, Trocknung. Rohasche: Verordnung (EG) Nr. 152/2009, Anhang III M. Rohprotein: Verordnung (EG) Nr. 152/2009, Anhang III C. Rohfaser: Verordnung (EG) Nr. 152/2009, Anhang III I. Rohfett: Verordnung (EG) Nr. 152/2009, Anhang III H. Fettsäurespektrum: DGF C-VI 10 und 11d. Gesamtzucker: Verordnung (EG) Nr. 152/2009, Anhang III J. Stärke: Enzymatisch nach Boehringer, Test-Combination 207 748. Stickstofffreie Extraktstoffe: Berechnet, 100 – Rohfett % – Rohprotein % – Rohfaser % – Feuchtigkeit % – Rohasche %. Brennwert: Berechnet auf Grundlage von "FEDIAF Nutritional Guidelines, July 2016". Vitamin A: ASU F 0019. Vitamin E: ASU F 0020. Vitamin D3: ASU F 0061 mod., die Bestimmung von erfolgt nach alkalischer Verseifung und Extraktion mit n-Hexan an einer Festphase; quantifiziert wird mittels HPLC (Normalphase) und MS; die Quantifizierung erfolgt mithilfe eines internen Standards über externe Kalibration. Vitamin D2: DIN EN 12821:2009 mod., die Bestimmung von erfolgt nach alkalischer Verseifung und Extraktion mit n-Hexan an einer Festphase; quantifiziert wird mittels HPLC (Normalphase) und MS; die Quantifizierung erfolgt mithilfe eines internen Standards über externe Kalibration. Vitamin B1: DIN EN 14122:2003. Natrium/Kalium/Calcium/Magnesium/Phosphor: DIN EN 13805:2014 / DIN EN 15621 2012-04. Zink/Kupfer/Eisen/Selen: DIN EN 13805:2014/VDLUFA VII 2.2.3.1:2011. Glyphosat/Glufosinat/AMPA: LC-MS/MS.

Einkauf der Testprodukte: Oktober bis November 2017 

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Magazin März 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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