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Rapsöl-Test: Die besten Rapsöle zum Braten

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019 | Kategorie: Essen und Trinken | 18.10.2018

Rapsöl-Test: Die besten Rapsöle zum Braten

Von Ernährungsexperten empfohlen, für die kalte und heiße Küche geeignet und zudem preiswert: Rapsöl ist das beliebteste Pflanzenöl der Deutschen. Aber ist es auch so gut wie sein Ruf? Unser Testergebnis zeigt: Mit den raffinierten Ölen können es die nativen leider kaum aufnehmen.

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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019:

Rapsöl

Aktualisiert am 18.10.2018; Einkauf Testprodukte Jul 2017 | Einen Paukenschlag nennen es die einen, "nichts Neues" sagen die anderen: Eine globale Ernährungsstudie kommt zu dem Schluss, dass ein hoher Kohlenhydratkonsum mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko einhergeht. Personen, die stattdessen mehr Fett zu sich nahmen, lebten länger.

Rapsöl-Test: Native, raffinierte & gedämpfte Rapsöle im Vergleich

Die Autoren der PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology Study) fordern jetzt, die weltweiten Ernährungsempfehlungen zur Kohlenhydrat- und Fettzufuhr aufgrund dieser Erkenntnisse zu überdenken. Eine Forderung, die der Ernährungsmediziner Professor Michael Ristow von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich unterstützt. "Mehrere große Studien haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass Fette weniger problematisch sind als angenommen", sagt Ristow.

Auf der anderen Seite gelte es inzwischen als allgemein akzeptiert, dass ein hoher Zuckerkonsum ungünstig für die Gesundheit sei. Diese Erkenntnisse fließen mittlerweile auch in die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein. Der Vergleich der aktualisierten "10 Regeln der DGE" mit der Vorgängerversion zeigt: Der Antifett-Feldzug ist vorüber. Empfehlungen wie "bevorzugen Sie fettarme Produkte" und "Fett ist besonders energiereich, daher kann zu viel Nahrungsfett Übergewicht fördern, möglicherweise auch Krebs" sind gestrichen.

Die Regeln in Bezug auf mit Zucker gesüßte Lebensmittel und Getränke finden sich hingegen verschärft. Die Formulierung wechselte von "nur gelegentlich verzehren" zu "vermeiden Sie diese möglichst". Die grundlegenden Richtwerte der DGE, wonach die Energiezufuhr zu mehr als 50 Prozent aus Kohlenhydraten und zu 30 Prozent aus Fetten bestehen sollte, bleiben aber erhalten. Daran ändert auch die neue Studie nichts. "Entscheidend ist nicht nur die Menge der Makronährstoffe, sondern auch deren Qualität", erklärt Professor Dr. Jan Frank, Präsident der Society of Nutrition und Food Science an der Universität Hohenheim. Die Forscher der Studie hätten diesen Aspekt völlig vernachlässigt. Sie hätten nicht erhoben, welche Arten von Kohlenhydraten die befragten Personen zu sich nahmen. "Low Carb" an sich ist also nicht die Lösung. Entscheidend ist, dass die Kohlenhydrate nicht über Zucker und helles Mehl, sondern über Vollkornprodukte und Gemüse aufgenommen werden.

Rapsöl-Test: Wie gesund ist Rapsöl?

Ähnliches gilt auch für die Fettzufuhr. "Bei den Fetten sind pflanzliche Öle wie Rapsöle gegenüber tierischen Fetten zu bevorzugen", sagt Frank. "So hat Rapsöl zum Beispiel ein sehr günstiges Fettsäuremuster mit vielen ungesättigten Fettsäuren. Außerdem enthält es vergleichsweise viel alpha-Linolensäure." Diese Omega-3-Fettsäure kann Entzündungsreaktionen im Körper hemmen und ist - außer in ausgewählten pflanzlichen Ölen - sonst nur in fettreichem Fisch in größeren Mengen vorhanden. Bonuspunkte sammelt Rapsöl auch deshalb, weil Raps hier in Deutschland angebaut und verarbeitet werden kann.

Ob sich mit einer höheren Fettzufuhr - selbst mithilfe eines Superöls wie dem Rapsöl - wirklich das Leben verlängern lässt, bleibt zweifelhaft. Darin sind wir uns aber sicher: Die guten Fettsäuren des Rapsöls nutzen gar nichts, wenn das Produkt mit Schadstoffen belastet ist. Deshalb haben wir 19 native, raffinierte und gedämpfte Rapsöle ausgewählt und umfangreich im Labor untersuchen lassen.

Die Hälfte der Rapsöle im Test empfehlenswert

Das Testergebnis:  Gut die Hälfte der getesteten Rapsöle können wir empfehlen. Allerdings: Nur zwei davon sind native Öle. Diese schneiden im Schnitt schlechter ab als die raffinierten Produkte. Das liegt vor allem an der vergleichsweise hohen Schadstoffbelastung und nur teilweise an schlechten Noten im Bereich Sensorik.

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Viele Öle sind mit gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/ POSH) belastet. Diese können sich im Körper anreichern und haben in Tierversuchen zu Organschäden geführt. In den nativen Ölen ist tendenziell mehr Mineralöl enthalten. Eine mögliche Erklärung: Kürzerkettige Mineralölkohlenwasserstoffe sind bei hohen Temperaturen flüchtig. Sie werden bei der Raffination abgetrennt. In der Summe weisen raffinierte Öle daher niedrigere MOSH/POSH-Gehalte auf.

Pestizid-Reste in Rapsöl gefunden

Die Bio-Öle sind frei von Pestiziden, drei konventionelle Rapsöle enthalten aber Spuren von Spritzgiften. In einem Rapsöl im Test bewerten wir den Wert des nachgewiesenen Insektizids Cypermethrin als "erhöht".

Mehr als 200 Grad erreicht das Öl bei der Raffination. Selbst beim Dämpfen kommt es zu Temperaturen, die die Bildung von Fettschadstoffen wie 3-MCPDund Glycidylfettsäureestern begünstigen. Diese Ester spalten sich im Magen-Darm-Trakt nahezu vollständig in 3-MCPD und Glycidol auf. Ersteres schädigte in Tierversuchen Nieren, Hoden und Brustdrüsen. Letzteres ist als krebserregend und erbgutschädigend eingestuft. Erhöhte Werte an Fettschadstoffen hat das Labor in zwei Rapsölen im Test gefunden.

Fettqualität von Rapsöl oft in Ordnung

Als fortpflanzungsgefährdend stuft die Europäische Union den Weichmacher Dibutylphthalat (DBP) ein. Grund genug, dass dieser nichts in Lebensmitteln zu suchen hat. Ein Rapsöl im Test ist aber mit Dibutylphthalat belastet. Weichmacher können auf verschiedenen Wegen aus Kunststoffen in Lebensmittel gelangen.

Die Fettqualität, die das von uns beauftragte Labor chemisch ermittelt hat, ist in den meisten Rapsölen in Ordnung. Einzig ein Rapsöl im Test fiel dabei mit einer erhöhten Totoxzahl negativ auf. Diese Kennzahl zeigt an, wie stark ein Fett bereits oxidiert ist. 

Rapsöl-Test: Geschmack auch "mangelhaft"

Elf Tester beurteilten Geruch und Geschmack der nativen Öle. Dabei vermerkten sie erwünschte Attribute wie "saatig" oder "nussig", aber auch Fehlnoten wie "modrig" oder "ranzig" auf ihren anonymisierten Prüfbögen. Zwei native Öle schnitten dabei nur "mangelhaft" ab. Laut den Testern schmeckte ein Rapsöl im Test beispielsweise "stark wahrnehmbar ranzig" und ein weiteres getestetes Rapsöl "wahrnehmbar stichig" beziehungsweise "modrig". 

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Juli 2017 veröffentlicht. Aktualisierung der  Testergebnisse/Angaben zuletzt für das Jahrbuch 2019 im Oktober 2018, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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Testverfahren

Der Einkauf: Rapsöl ist das meistverkaufte Öl in Deutschland. Das Sortiment ist dementsprechend groß. Wir haben sowohl die Marktführer als auch Eigenmarken eingekauft und achteten auf einen Mix aus konventionellen und Bio-Produkten, aus nativen und raffinierten Ölen, der die Marktsituation abbildet. Auch "schonend gedämpfte" Rapsöle landeten im Einkaufswagen.

Die Inhaltsstoffe: Aufgrund seiner günstigen Fettsäureverteilung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Rapsöl ausdrücklich. Anhand der Leitsätze für Speisefette und Speiseöle haben wir deshalb das Fettsäuremuster und die Fettqualität überprüft. Aber auch Schadstoffe, die das Öl bereits beim Anbau, bei der Ernte oder während der Verarbeitung, Abfüllung und Lagerung verunreinigen können, standen auf dem Prüfprogramm, darunter Mineralölkohlenwasserstoffe, Pestizide und Weichmacher.

Die Sensorik: Saatig und leicht nussig sollen native Rapsöle schmecken. Modriger Geruch oder ranziger Geschmack dagegen zeugen von keiner guten Qualität. Deshalb haben elf Sensorikexperten die acht nativen Öle im Test anonymisiert verkostet und bewertet. Bei der Raffination aber auch beim schonenden Dämpfen verliert das Öl seinen arttypischen Geruch und Geschmack und es schmeckt neutral. Wir haben diese Öle deshalb nicht sensorisch untersuchen lassen.

Die Bewertung: Verbraucher kaufen native Öle auch aufgrund des typischen Geschmacks. Das Testergebnis Sensorik macht deshalb bei den nativen Ölen 40 Prozent des Gesamturteils aus. Noch wichtiger ist uns aber die Schadstoffbelastung. Dieses Testergebnis Inhaltsstoffe geht hier zu 60 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Im Falle der raffinierten und gedämpften Öle macht dieses 100 Prozent aus.

Einkauf der Testprodukte: Juli 2017

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Juli 2017 veröffentlicht. Aktualisierung der  Testergebnisse/Angaben zuletzt für das Jahrbuch 2019 im Oktober 2018, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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