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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
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Blutdruckmessgeräte

Messbarer Erfolg

Der Blutdruck lässt sich auch bequem zu Hause kontrollieren. Ob am Oberarm oder am Handgelenk: Die meisten getesteten Geräte leisten gute Arbeit. Allerdings stecken in den Manschetten jede Menge Schadstoffe.

1990 | 35
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14.10.2011 | Mit steigenden Blutdruckwerten wächst das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Da die Blutdruckmessung beim Arzt immer nur eine Momentaufnahme darstellt, ist es für Bluthochdruckpatienten wichtig, regelmäßig zu Hause zu messen. Apotheken und Sanitätshäuser bieten eine ganze Reihe von Geräten an. ÖKO-TEST hat 15 Blutdruckmessgeräte - acht fürs Handgelenk, sieben für den Oberarm - eingekauft, einem Praxistest unterzogen und im Labor auf umstrittene und bedenkliche Inhaltsstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Sowohl die Oberarm- als auch die Handgelenksgeräte messen den Blutdruck recht zuverlässig. Bei zwei Geräten lässt die Messgenauigkeit allerdings heftig zu wünschen übrig. Zudem trüben Weichmacher und andere problematische Inhaltsstoffe in vielen Manschetten das Bild.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Blutdruckmessgeräte gibt es zwar nicht wie Sand am Meer, doch wer in die Apotheke oder ins Sanitätshaus geht, hat die Qual der Wahl. Wir haben daher vorher die großen Anbieter gefragt, welches die gängigsten Geräte Ihres Hauses sind - und diese nach Möglichkeit eingekauft. So kam eine ausgewogene Mischung von Oberarm- und Handgelenksgeräten zusammen, die sich preislich zwischen zehn und 90 Euro bewegen. Auf den Einkauf von Aktionsware beim Discounter haben wir verzichtet, da diese Geräte beim Erscheinen dieses Tests schon lange nicht mehr am Markt wären.

Der Praxistest
Mit der Überprüfung der Messgenauigkeit haben wir ein Institut beauftragt. 21 Freiwillige unterschiedlichen Alters und Blutdrucks testeten die Geräte. Die Messung fand in einem leisen, spartanisch eingerichteten Raum statt. Nach dem Eintreffen im Institut hatte jeder Proband mindestens zehn Minuten Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Sie nahmen an einem Schreibtisch Platz, legten den Arm zur Messung auf einem Kissen ab und krempelten den Ärmel hoch. Zunächst maß eine medizinisch ausgebildete Fachkraft mit einem praxisüblichen Manometer und Stethoskop den Referenzblutdruck. Anschließend legte der Proband das Gerät laut Gebrauchsinformation an und maß selbst den Blutdruck - im Zweiminutenabstand insgesamt drei Mal. Nach einer weiteren Referenzmessung folgt das nächste Gerät, jeweils fünf pro Sitzung.

Die Schadstoffe
Wir wollten wissen, was man sich zur Messung des Blutdrucks da eigentlich um den Arm wickelt. Enthält die Manschette problematische Inhaltsstoffe, beispielsweise bedenkliche Weichmacher, Flammschutzmittel aus der Gruppe der phosphororganischen Verbindungen oder ist sie antimikrobiell ausgerüstet? Um dies zu klären, haben wir ein Labor mit einem Schadstoffscreening beauftragt. Gleichzeitig ließen wir prüfen, welche Teile des Geräts chlorierte Kunststoffe enthalten und ob die Platinen mit bromierten Flammschutzmitteln ausgestattet sind.

Die Bewertung
Da ein technisch noch so ausgefeiltes Gerät nichts nützt, wenn es keine brauchbaren Werte liefert, haben wir der praktischen Blutdruckmessung das meiste Gewicht gegeben. Ausreißerwerte, die um 15 mmHg und mehr vom Referenzwert abwichen, haben wir bei der Mittelwertbildung nicht berücksichtigt, aber den Fehlmessungen zugeordnet. Das Testergebnis Praxisprüfung haben wir stärker gewichtet als das Testergebnis Inhaltsstoffe, da sich die Kontaktzeit auf wenige Minuten pro Tag beschränkt.

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