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25 Spaghetti-Marken im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013
vom 19.10.2012

Spaghetti

Alles paletti?

Spaghetti sind beliebt. Ob auch die Qualität stimmt, ließen wir an 25 Marken testen. Rundum empfehlen können wir zehn Produkte. Einige Male verderben jedoch Schimmelpilzgifte und Mineralöl den Appetit. Auch mit der Kennzeichnung von Allergenen steht es nicht immer zum Besten.

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19.10.2012 | Die mit Abstand populärste Nudelsorte sind Spaghetti. Das ist auch kein Wunder, denn sie verbinden sich gut mit den unterschiedlichsten Saucen, egal ob es sich dabei um eine klassische Tomatensauce handelt oder einen Sugo mit Meeresfrüchten.

Wir haben 25-mal Spaghetti aus Hartweizengries eingekauft, darunter die allseits bekannten Marken. Für alle, die auch mit einer No-Name-Nudel leben können, kamen Produkte vom Discounter und aus dem Supermarkt hinzu.

Das Testergebnis

Zehn Marken schneiden mit "sehr gut" und vier mit "gut" ab. Die übrigen erreichen nur mittlere Noten.

Drei Produkte enthalten erhöhte Gehalte von Schimmelpilzgiften, wofür es Notenabzug gibt. Denn wer eine 125-Gramm-Portion dieser belasteten Nudeln verzehrt, nimmt bereits mehr als die Hälfte der von Fachleuten tolerierten Tagesdosis auf.

In zehn Spaghettimarken wies das Labor Spuren von Hühnereiklarprotein nach. Da der Hinweis "Kann Spuren von Ei enthalten" auf den Packungen jedoch fehlt, könnten Menschen mit einer Hühnereiallergie irrtümlich glauben, diese Produkte seien für sie geeignet. Noch problematischer ist es, wenn Spaghetti als eifrei beworben werden, in Wirklichkeit aber Ei-Allergene enthalten, wie die Byodo Spaghetti und 3 Glocken Genuss Pur Spaghetti.

In den Rewe Spaghetti wurde Mineralöl gefunden, das aus der Verpackung stammt. Auch wenn man die Gefährlichkeit dieser Ölgemische noch nicht im Detail kennt, ist bekannt, dass sich Mineralöl im Körper ablagern kann. In Tierstudien führten die Verbindungen zu Schäden an Leber, Lymphknoten und Herzklappen.

Die Mamma Gina Spaghetti von Netto Marken-Discount enthalten mehr Weichweizen als eine Verordnung zur Qualität von Getreideerzeugnissen erlaubt, allerdings auch nicht so viel, dass die Kochstabilität darunter leiden würde. Deshalb ziehen wir nur einen Punkt ab.

Die Portionen, die Hersteller auf ihren Produkten empfehlen, sind zum Teil deutlich zu klein. So gibt Lidl umgerechnet mickrige 33 Gramm Spaghetti für eine Portion an, und auch bei Penny sind es nur wenig mehr, nämlich umgerechnet 43 Gramm. Geärgert hat uns auch die Angabe "gekochte" Nudeln. Wer diese Empfehlung ernst nimmt, müsste die Spaghetti nach dem Kochen abwiegen. Das ist niemandem zuzumuten.

So reagierten die Hersteller

Rewe erklärte, dass die Umstellung der Kartonverpackung auf Folie bereits eingeleitet sei. Für die Übergangsphase habe man mit dem Lieferanten eine Umstellung auf einen Frischfaserkarton vereinbart.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Spaghetti aus Hartweizen sind die beliebtesten Nudeln. Wir haben 25 Marken in Supermärkten, beim Discounter, in Bio-Läden und im Reformhaus eingekauft. Keineswegs fehlen durften bekannte italienische Marken wie Barilla, Buitoni und De Cecco. Doch auch sonst lassen etliche Anbieter in Italien produzieren, darunter die Bio-Anbieter Alnatura, Byodo, Dennree, Rapunzel und Naturata, ebenso wie Lidl, Rewe, Real und Edeka. Deutsche Marken sind mit Birkel, 3 Glocken und Riesa Spaghetti vertreten. Ausgewählt wurden zudem fünf Vollkornspaghetti in Bio-Qualität.

Die Inhaltsstoffe
Ein Schwerpunkt der Laboranalysen waren Gifte von Schimmelpilzen, die das Getreide schon auf dem Feld befallen und sich bei feuchter Witterung vermehrt bilden. Wir ließen die Proben außerdem auf Pestizidrückstände sowie Cadmium testen. Das Schwermetall wird aus dem Boden aufgenommen und kommt verbreitet in Getreideprodukten vor. Eine weitere Analyse betraf den Nachweis von Hühnereiprotein. Dieses kann Allergien auslösen und während des Herstellungsprozesses in die ansonsten eifreien Hartweizennudeln gelangen, etwa durch verunreinigte Zutaten, Stäube oder eine nicht 100-prozentig ausgeführte Reinigung einer Anlage, auf der zuvor Eierteigwaren produziert wurden. Nicht untersucht wurden Produkte mit dem Hinweis "Kann Spuren von Ei enthalten". Auf Mineralöl prüften wir, wenn die Nudeln im Karton verpackt waren. Kartonverpackungen können aus Altpapier hergestellt oder mit Farben bedruckt sein, die mit Mineralöl verunreinigt sind. Dadurch kann es zu einem Übergang dieser Öle auf die Spaghetti kommen. Schließlich ließen wir testen, ob nicht mehr Weichweizen in den Nudeln steckt als laut Verordnung für Hartweizenerzeugnisse erlaubt. Zu den unerwünschten Weichweizengehalten im verarbeiteten Mehl kann es kommen, wenn in der Mühle oder im Betrieb zuvor Weichweizen verarbeitet wurde.

Die Weiteren Mängel
Viele Hersteller machen auf den Packungen Angaben dazu, wie groß eine Portion Spaghetti sein sollte und schreiben die jeweils enthaltenen Kalorien und Nährstoffe dazu. Wenn Portionen angegeben sind, dann sollten sie realistisch sein und nicht zu klein ausfallen, um Kalorien schönzurechnen.

Die Bewertung
Notenabzug gab es, wenn problematische Stoffe in bedenklichen Mengen gefunden wurden, oder wenn nicht deklarierte Spuren von Ei-Allergenen in den Spaghetti steckten, vor allem, wenn die Produkte als eifrei ausgelobt waren. Zu weiteren Abwertungen führte die Angabe von extrem kleinen Portionen.

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