1. oekotest.de
  2. Tests
  3. 14 Fleischbreie im Test

14 Fleischbreie im Test

Und wo bleibt das Fleisch?

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 | Kategorie: Kinder und Familie | 19.10.2012

14 Fleischbreie im Test

Babys Lieblingsfleischbreie unter der Lupe: Spaghetti bolognese und Schinkennudeln. Schadstoffe sind zwar so gut wie kein Thema, doch es ist einfach zu wenig Fleisch im Glas. "Gut" schneidet nur der Brei von Holle ab.

Neuer Artikel vorhanden: 14 Fleischbreie im Test

Muttermilch ist das Beste fürs Baby. Doch irgendwann wird es Zeit, den Speiseplan zu erweitern. Das Kind wächst rasant und die Organe entwickeln sich. Breie liefern jetzt die zusätzlich benötigten Nährstoffe. Experten raten, frühestens mit Beginn des fünften Monats und spätestens mit Beginn des siebten Monats die Milchmahlzeiten nach und nach durch Breie zu ersetzen.

Den Anfang macht meist die Möhre. Die erste vollständige Breimahlzeit sollte ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei sein. Fleisch ist in dieser Lebensphase besonders wichtig, weil die im Mutterleib angelegten Eisenspeicher zur Neige gehen und Eisen aus Fleisch besser als aus Gemüse oder Getreide aufgenommen wird. Vor allem das Gehirn profitiert in dieser Entwicklungsphase von einer ausreichenden Versorgung mit dem Spurenelement. Fleisch liefert aber auch gut verfügbares Zink - ein anderes Spurenelement, das im Stoffwechsel zahlreiche Funktionen erfüllt und für das Wachstum wichtig ist.

Wir wollten wissen, wie gut Industriekost ist und haben 14 fleischhaltige Breimahlzeiten eingekauft. Dabei haben wir uns dieses Mal auf die Kinderklassiker Spaghetti bolognese und Schinkennudeln konzentriert. Im Labor wurden die Produkte umfangreichen Schadstoffuntersuchungen unterzogen. Auch die Werbeaussagen auf den Gläschen waren Teil des Prüfprogramms.

Das Testergebnis

Nur ein Brei schneidet mit "gut" ab. Alle anderen sind bestenfalls "befriedigend" oder "ausreichend". Die Bebivita-Breie belegen sogar nur den letzten Rang. Der Hauptkritikpunkt: Alle Breie enthalten für ein fleischhaltiges Produkt einfach zu wenig von dieser wichtigen Zutat. Die meisten sind zudem schlecht oder gar irreführend deklariert.

Wie viel Fleisch im Brei steckt, lässt sich an der Zutatenliste ablesen. Danach liegt der Fleisch- beziehungsweise Schinkenanteil der Produkte zwischen 5 und 10,5 Prozent. Deutlich mehr empfiehlt Ernährungsexperte Professor Berthold Koletzko von der Kinderklinik der Universität München: "Für eine insgesamt gute Versorgung mit Spurenelementen ist ein Fleischanteil von etwa zwölf Prozent wünschenswert." Der zu knappe Fleischanteil führt allerdings nicht nur deshalb zur Abwertung, weil dann nur wenig Eisen im Gläschen steckt. Fleisch ist eben auch ein guter Lieferant für Zink - und es trägt zu einer besseren Aufnahme von pflanzlichem Eisen bei.

Im Test sind die beiden Breie von Bebivita mit Eisensalzen angereichert. Isoliertes Eisen kann jedoch das umfassende Nährstoffspektrum von Fleisch nicht ersetzen.

Das Schwermetall Cadmium steckt in den Alnatura Dinkelspaghetti Bolognese mehr, als gerade noch akzeptabel ist. Dabei haben wir uns an der duldbaren Aufnahme pro Woche orientiert. Einen Grenzwert für Babynahrung gibt es bislang noch nicht. Cadmium kann in hohen Dosen zu Nierenschäden führen und gilt als krebserregend. Es reichert sich zudem im Körper an.

Babys benötigen grundsätzlich kein Salz. Die Hälfte der Produkte ist dennoch gesalze...


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Alete für Genießer Pasta mit Schinken-Rahmgemüse
Alete für Genießer Pasta mit Schinken-Rahmgemüse
Nestlé
Alete für Genießer Vollkorn-Spaghetti Bolognese
Alete für Genießer Vollkorn-Spaghetti Bolognese
Nestlé
Alnatura Dinkelspaghetti Bolognese
Alnatura Dinkelspaghetti Bolognese
Alnatura
Babydream Bio Spaghetti Bolognese
Babydream Bio Spaghetti Bolognese
Rossmann
Babylove Schinkennudeln mit Gemüse
Babylove Schinkennudeln mit Gemüse
Dm
Babysun Bio-Juniormenü Schinkennudeln mit Gemüse
Babysun Bio-Juniormenü Schinkennudeln mit Gemüse
Sunval
Babysun Bio-Juniormenü Spaghetti Bolognese
Babysun Bio-Juniormenü Spaghetti Bolognese
Sunval
Bebivita Schinkennudeln mit Gemüse-Allerlei
Bebivita Schinkennudeln mit Gemüse-Allerlei
Bebivita
Bebivita Spaghetti Bolognese
Bebivita Spaghetti Bolognese
Bebivita
Hipp Bio-Schinkennudeln mit Gemüse
Hipp Bio-Schinkennudeln mit Gemüse
Hipp
Hipp Spaghetti Bolognese
Hipp Spaghetti Bolognese
Hipp
Holle Spaghetti Bolognese, Demeter
Holle Spaghetti Bolognese, Demeter
Holle
Milasan Schinkennudeln
Milasan Schinkennudeln
Milasan
Milasan Spaghetti Bolognese
Milasan Spaghetti Bolognese
Milasan

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Eltern finden im Handel ein vielfältiges Angebot an fleischhaltigen Breien: klassische Menüs mit Geflügel, Rind oder Schweinefleisch. Wir haben uns für die beliebten Sorten Spaghetti Bolognese und Schinkennudeln entschieden. In Bio-Läden, Drogerie- und Supermärkten kamen insgesamt 14 Produkte zusammen. Dabei wählten wir vorzugsweise Gläschen aus, die ab dem achten Monat empfohlen werden. Sie enthalten 220 Gramm und werden als Juniormenüs bezeichnet. Zwölf Breie sind Bio-Produkte.

Die Inhaltsstoffe

Zunächst ließen wir Stoffe überprüfen, die in Zusammenhang mit der Herstellung stehen. So bildet sich etwa Furan vermehrt in Lebensmitteln, die in geschlossenen Gefäßen sterilisiert werden. Auch Benzol kann beim Erhitzen entstehen, allerdings vor allem in Produkten mit Karotte. Da nur ein Gläschen eine größere Menge dieses Gemüses aufweist, wurde nur dieses Produkt auf Benzol analysiert. Große Probleme gab es in der Vergangenheit mit Weichmachern, die aus den Dichtungsmassen der Deckel in die Breie übergegangen waren. Grund genug, den aktuellen Stand zu überprüfen. Analysiert wurde auch, ob Keime, Rückstände von Pestiziden, Cadmium und Arsen enthalten sind. Cadmium stammt aus dem Boden und kann sich insbesondere in Weizen anreichern, der hier in Form von Nudeln verarbeitet ist. Arsen ließen wir prüfen, weil mehrere Hersteller Reis einsetzen und Reis das giftige Halbmetall bevorzugt aus dem Boden aufnimmt. Bei Produkten ohne den Hinweis "Kann Spuren von Ei enthalten" wurde geprüft, ob tatsächlich kein Eiallergen enthalten ist. Es kann in erster Linie über die Nudeln in die Breie gelangen. Weil auf nahezu allen Produkten zu lesen ist, sie seien "salzarm", ließen wir auch den Salzgehalt checken. In Breien mit der Auslobung "Omega-3 - wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen" wurde zudem die Fettzusammensetzung untersucht. Schließlich interessierte uns die ernährungsphysiologische Qualität der Produkte im Vergleich zu einem von Experten empfohlenen fleischhaltigen Brei zum Selberkochen. Wir orientierten uns dabei an der Rezeptur des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breies des Forschungsinstituts für Kinderernährung.

Die Weiteren Mängel

Was auf den Gläsern steht, soll informieren, aber nicht in die Irre führen. Wir prüften daher insbesondere Werbeaussagen, die viel versprechen und womöglich wenig halten.

Die Bewertung

Insgesamt konnte kein Produkt besser als mit "gut" abschneiden, da alle Hersteller einfach zu wenig von der wertgebenden Zutat Fleisch verarbeiten. Mit einem Anteil von fünf bis gut zehn Prozent liegen alle Produkte deutlich unter zwölf Prozent, die Experten für einen Fleischbrei empfehlen. Deklarationsmängel und chlorierte Kunststoffe im Deckel führten vielfach zu weiteren Abzügen.

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013

Gedrucktes Heft bei Unser Service-Partner: United Kiosk kaufen

Ausgabe als ePaper bei Unser Service-Partner: United Kiosk kaufen

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.