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15 Rollrasen-Marken im Test

Grün ist die Hoffnung

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 19.10.2012

15 Rollrasen-Marken im Test

Ein dichter, grüner Rasenteppich, ohne Unkraut, ohne braune Stellen, ohne Löcher, durch die das Erdreich schimmert - so sieht der Traum vieler Gartenbesitzer aus. Mit Fertigrasen, wie Rollrasen offiziell heißt, soll dieser Traum schnell und einfach Wirklichkeit werden. Doch unsere Testergebnisse liegen absolut nicht im grünen Bereich.

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Wir haben 15 unterschiedliche Marken im Baumarkt und direkt bei Rollrasenproduzenten eingekauft. Experten überprüften zum einen die Rasenqualität, zum anderen untersuchte ein Labor die Belastung mit Pflanzenschutzmitteln.

Das Testergebnis

Neun Rollrasen fallen mit "ungenügend" durch, weil darin nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel nachgewiesen wurden. Die Rasenqualität ist bei den meisten Produkten "gut" oder "befriedigend". Die drei Fertigrasen von Büchner Fertigrasen, McRasen (Rollrasen Aue) und Rasenland Pattensen - Freiherr Knigge haben aber ein "gutes" Gesamturteil und sind somit empfehlenswert.

Offensichtlich scheren sich einige Rasenhersteller wenig darum, ob die eingesetzten Pflanzenschutzmittel zugelassen sind oder nicht. Das Mittel Methabenzthiazuron, das das von uns beauftragte Labor in sechs Fällen nachgewiesen hat, ist seit 2007 in der EU generell nicht mehr zugelassen - in Deutschland liefen die Zulassungen bereits 1996 aus. Die Wirkstoffe Spiroxamin und Fenpropidin hatten in Deutschland noch nie eine Zulassung für Rasen.

Von den nachgewiesenen zugelassenen Pestiziden kritisieren wir etliche als besonders gesundheits- und umweltrelevant. Keinerlei Pflanzenschutzmittel ließen sich in den Rasenstücken von Büchner Fertigrasen und Die-Rasenpartner.de nachweisen.

Eher erfreulich ist die Rasenqualität. Fast die Hälfte der Rasenproben schneidet mit "gut" ab, besonders hervorzuheben sind die Fertigrasen der Rasenspezialisten Büchner Fertigrasen, Rasenland Pattensen - Freiherr Knigge, Gebrüder Peiffer, Rollrasen Hedderich sowie von Obi. Denn sie erzielen in der Rasenqualität die Note 1,5 und weisen nur unerhebliche Mängel auf.

Zu kleine Fläche, zu dünner Boden, zu dicker Filz, zu hohes Gras - das sind die Mängel der begutachteten Grassoden. Zum Glück sind nicht alle Marken betroffen. Rund die Hälfte der Produkte zeigt keine nennenswerten Mängel.

Ungleichmäßige Qualitäten, schräge Bahnen, Risse und Steine fielen unserem Tester ins Auge, als er die Rückseite der Rasenstücke, also die Schälflächen, begutachtete. Die drei Bahnen von Die-Rasenpartner.de sahen sehr unterschiedlich aus und passten nicht richtig zueinander. Die Soden zweier Anbieter waren im Querschnitt betrachtet schräg geschnitten, sodass eine Kante dicker war als die andere. Wenn diese Kanten zusammengelegt werden, führt das zu einem holprigen Rasen. Außerdem zeigte die dünne Kante jeweils Risse. In der Sode von Matthies Landwirtschaft fielen zudem Steine auf.

Das wichtigste Kriterium für die Beurteilung des Gräserbestandes war der Deckungsgrad, also wie dicht die Gräser standen. Rund die Hälfte der Rollrasen waren mit einem Deckungsgrad von über 95 Prozent völlig in Ordnung, einige waren noch akzeptabel, vier fielen aber deutlich ab. Am dünnsten bewachsen war der Sport- und Spielrasen von Dr. Alex Galabau, der im Mittel nur 73 Prozent deckte.

Auch einen besonders hohen Anteil von Ausdauerndem W...


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Fertigrasen Sport DIN 18035/4
Fertigrasen Sport DIN 18035/4
Büchner Fertigrasen
Gebrauchs- und Spielrasen RSM 2.3
Gebrauchs- und Spielrasen RSM 2.3
Matthies Landwirtschaft
Rollrasen
Rollrasen
Bauhaus
Rollrasen 1. Qualität
Rollrasen 1. Qualität
McRasen (Rollrasen Aue)
Rollrasen Art. 2160794
Rollrasen Art. 2160794
Hornbach
Spiel-Freizeit Rollrasen RSM 2.3
Spiel-Freizeit Rollrasen RSM 2.3
EuBo-Rollrasen
Spielrasen
Spielrasen
Gebr. Peiffer
Spielrasen RSM 2.3
Spielrasen RSM 2.3
Die-Rasenpartner.de
Spiel- und Gebrauchsrasen Premium
Spiel- und Gebrauchsrasen Premium
Horst Schwab
Spiel- und Sportrasen
Spiel- und Sportrasen
Obi
Spiel- und Sportrasen
Spiel- und Sportrasen
Zeus/Hagebau
Sport- und Spielrasen RSM 2.3
Sport- und Spielrasen RSM 2.3
Dr. Alex Galabau
Sport- und Spielrasen RSM 3.1
Sport- und Spielrasen RSM 3.1
Rollrasen Hedderich
Sport- und Spiel-Rollrasen
Sport- und Spiel-Rollrasen
Hamburger Rollrasen
Top-RSM 2.3 Spiel- und Sportrasen
Top-RSM 2.3 Spiel- und Sportrasen
Rasenland Pattensen - Freiherr Knigge
15 Rollrasen-Marken im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 Seite 258
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 Seite 259
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 Seite 260
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013 Seite 261

4 Seiten
Seite 258 - 261 im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2013
vom 19.10.2012

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben in Baumärkten und direkt bei Rasenschulen nach sogenanntem Gebrauchs- und Spielrasen Ausschau gehalten, der sich gut für den normalen Gebrauch in Hausgärten eignet. Auf etlichen Produkten, die unsere Einkäufer beschafft haben, prangt die Bezeichnung "RSM 2.3". RSM steht für Regel-Saatgut-Mischung, RSM 2.3 ist die Regel-Saatgut-Mischung für Gebrauchsrasen-Spielrasen, wie sie in den Qualitätsstandards der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau festgelegt ist. Viele der gekauften Rasen werden von den Anbietern aber einfach nur als "Sport- und Spielrasen", "Spielrasen", "Spiel- und Gebrauchsrasen Premium" oder schlicht als "Rollrasen" bezeichnet. In zwei Fällen wurde uns offensichtlich ein höherwertiger Sportrasen verkauft.

Die Inhaltsstoffe

Damit nicht statt Rasen Unkraut wächst, kommen in der Rasenschule Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Viele Menschen wollen in ihrem Hausgarten aber keine gefährlichen Gifte haben. Deshalb hat das beauftragte Labor die Rasenstücke inklusive anhängender Erde auf etwa 300 Stoffe untersuchen lassen. Wenn Pflanzenschutzmittel gefunden wurden, die in Europa oder in Deutschland nicht zugelassen sind, dann hat das Labor nochmals eine Untersuchung nur am Gras durchgeführt. So konnte gezeigt werden, dass die verbotenen Mittel verspritzt wurden und sich nicht "nur" als Rückstände aus früheren Zeiten im Boden abgelagert haben. Die Erde, die am Fertigrasen hängt, kann außerdem mit giftigen Schwermetallen wie Arsen oder mit krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sein. Wir haben die Erde auf diese Stoffe testen lassen.

Die Rasenqualität

Die Rasenqualität ließen wir von unabhängigen Rasenexperten prüfen. Ein gutes Stück Fertigrasen ist dicht und einheitlich bewachsen. Die Mischung der Gräser muss dafür sorgen, dass der Rasen gut wächst und trotzdem belastbar ist. Die Regel-Saatgut-Mischung RSM 2.3, die etliche Hersteller deklarieren, gibt eine ausgewogene Mischung vor. Aber auch andere Mischungen liefern gute Qualitäten. Wildkräuter und andere ungeeignete Grasarten allerdings sind im Fertigrasen weniger erwünscht. Das Gras selbst sollte beim Verlegen allerhöchstens fünf Zentimeter hoch sein - sonst wird es in der Zeit, in der man den Rasen anwachsen lassen muss und ihn nicht betreten, also auch nicht mähen darf, viel zu hoch. Die Schäldicke, also die Dicke der abgetragenen Erde, beträgt am besten zwei Zentimeter. Sind die Rasenstücke unterschiedlich dick, gibt es Sprünge beim Verlegen. Zu dünne Soden - so heißen die ausgestochenen Rasenstücke in der Fachsprache - reißen leicht ein. Perfekt ist es, wenn die Soden mit glatten Kanten und ohne Einschnitte abgeschält sind und wenn die Schälfläche schön gleichmäßig aussieht, dann wird der verlegte Rasen glatt und einheitlich. Zwischen Rasen und Boden findet sich eine Schicht Rasenfilz. Der Filz gibt den Rasenstücken zusätzliche Stabilität, darf aber nicht zu dick sein, denn zu viel Filz hält Luft, Wasser und Düngemittel von den Graswurzeln fern.

Die Bewertung

Ein Rasen, auf dem oft auch Kinder herumtollen, sollte so wenig Gifte wie möglich enthalten. Für Pestizidcocktails mit fünf und mehr Stoffen und für besonders bedenkliche Verbindungen gibt es daher beim Testergebnis Inhaltsstoffe Notenabzug. Hat das Labor im Gras Pflanzenschutzmittel entdeckt, die hierzulande nicht zugelassen sind, dann kann solch ein Rasen nur "ungenügend" sein. Wichtigstes Kriterium beim Testergebnis Rasenqualität ist, dass die Rasenstücke gut und dicht bewachsen sind. Notenabzug gibt es auch für zu viele Fremdgräser und Wildkräuter, für zu hohen Rasen, zu dicken Filz und eine einseitige Zusammensetzung der Gräsermischung. Sind die Rasenstücke zu dünn abgeschält oder weist die Schälfläche Mängel auf, dann geht das ebenfalls in die Bewertung mit ein. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Inhaltsstoffe oder das Testergebnis Rasenqualität. Schlussendlich: Wer Rasen selbst verlegen will, muss wissen wie. Haben wir weder direkt beim Verkäufer noch via Internet eine Verlegeanleitung für das Produkt erhalten, dann werten wir das als weiteren Mangel.

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