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15 Rollrasen-Marken im Test

Grün ist die Hoffnung

Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren | Kategorie: Bauen und Wohnen | 02.11.2012

15 Rollrasen-Marken im Test

Ein dichter, grüner Rasenteppich, ohne Unkraut, ohne braune Stellen, ohne Löcher, durch die das Erdreich schimmert - so sieht der Traum vieler Gartenbesitzer aus. Mit Fertigrasen, wie Rollrasen offiziell heißt, soll dieser Traum schnell und einfach Wirklichkeit werden. Doch unsere Testergebnisse liegen absolut nicht im grünen Bereich.

Die Vorteile von Fertigrasen gegenüber einem selbst ausgesäten Rasen liegen klar auf der Hand. Die Warte­zeit bis zu einer möglichen ­Belastung des Rollrasens ist mit zwei bis drei Wochen unschlagbar kurz. Wer neu einsät, muss je nach Witterung mindestens acht bis zehn Wochen vergehen lassen, bevor er auch nur daran denken kann, die neue Grünfläche für Sport, Spiel und Erholung zu nutzen. Die mühsame Arbeit des Säens und Pflegens übernimmt der Rasenhersteller. Meist wird das Saatgut dort auf großen Feldern ausgesät. In diesen Rasenschulen wird er bewässert, gewalzt, gemäht und gedüngt, bevor der Rasen dann nach gut einem Jahr mit Spezialmaschinen geerntet wird. Diese schälen häufig 40 x 250 Zentimeter große Stücke ab - das entspricht genau einem Quadratmeter.

Der Rasenproduzent trägt dabei alle Risiken, die die Jugend­phase mit sich bringt: Dass die Saat nicht aufgeht, dass freche Vögel sich über den Samen hermachen, dass die keimenden Pflänzchen vertrocknen oder der neue Rasen aussieht wie ein braungrüner Flickenteppich. Das sind gute Gründe dafür, dass Rollrasen auch in immer mehr Privatgärten Einzug hält.

Ein entscheidender Nachteil ist, dass der Gartenbesitzer nicht weiß, in welchem Umfang Spritzgifte angewendet wurden. Wer selber sät und hegt und pflegt, behält hier die Kontrolle.

Für die unterschiedlichen Anwendungen gibt es unterschiedliche Rasentypen. Stark belastbarer Strapazierrasen zum Beispiel kommt auf Sportplätzen zum Einsatz. Für den privaten Hausgarten ist Spiel- und Gebrauchsrasen geeignet. Damit die Rasentypen den unter­schiedlichen Anforderungen optimal standhalten, sind sie aus verschiedenen Grasarten zusammengesetzt.

Die Regel-Saatgut-Mischung für "Gebrauchsrasen-Spielrasen", die als Qualitätsstandard von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau festgelegt ist, umfasst drei Grasarten: Ausdauerndes Weidelgras (Lolium perenne), Wiesenrispe (Poa pratensis) und Rotschwingel (Festuca rubra). Die Gräser bestimmen, wie der Rasen aussieht, wie gut und schnell er sich von Strapazen erholt und wie viel ­Pflege er braucht. Ausdauerndes Weidelgras entwickelt sich sehr schnell und setzt sich gut gegen Wildkräuter durch. Es erholt sich auch rasch. Die Wiesenrispe sorgt durch Ausläufer für zusätzliche Stabilität. Rotschwingel ist anspruchslos und trockenverträglich und schließt Lücken.

Wir wollten wissen, wie es um die Qualität von Rollrasen bestellt ist und haben 15 unterschiedliche Marken im Baumarkt und direkt bei Rollrasenproduzenten eingekauft und prüfen lassen. Die Experten haben sich angesehen, wie dicht der Fertigrasen gewachsen ist, aus welchen Gräsern er sich zusammensetzt und wie stark er bereits verfilzt ist. Es wurde geprüft, wie dick und gut der Rasen abgeschält wurde und ob das Gras die optimale Höhe hatte. Uns interessierte auch die Bodenbeschaffenheit und vor allem wie stark der Fertigrasen mit Pflanzenschutzmitteln belastet war.

Das Testergebnis

Neun Rollrasen fallen mit "ungenüg


Rollrasen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Spiel- und Sportrasen
  • Obi

Top-RSM 2.3 Spiel- und Sportrasen
  • Rasenland Pattensen - Freiherr Knigge

Spiel- und Gebrauchsrasen Premium
  • Horst Schwab

Spiel- und Sportrasen
  • Zeus/Hagebau

Spielrasen RSM 2.3
  • Die-Rasenpartner.de

Sport- und Spielrasen RSM 3.1
  • Rollrasen Hedderich

Spielrasen
  • Gebr. Peiffer

Rollrasen Art. 2160794
  • Hornbach

Fertigrasen Sport DIN 18035/4
  • Büchner Fertigrasen

Rollrasen
  • Bauhaus

Sport- und Spielrasen RSM 2.3
  • Dr. Alex Galabau

Rollrasen 1. Qualität
  • McRasen (Rollrasen Aue)

Gebrauchs- und Spielrasen RSM 2.3
  • Matthies Landwirtschaft

Sport- und Spiel-Rollrasen
  • Hamburger Rollrasen

Spiel-Freizeit Rollrasen RSM 2.3
  • EuBo-Rollrasen

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6 Seiten
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vom 02.11.2012
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben in Baumärkten und direkt bei Rasenschulen nach sogenanntem Gebrauchs- und Spielrasen Ausschau gehalten, der sich gut für den normalen Gebrauch in Hausgärten eignet. Auf etlichen Produkten, die unsere Einkäufer beschafft haben, prangt die Bezeichnung "RSM 2.3". RSM steht für Regel-Saatgut-Mischung, RSM 2.3 ist die Regel-Saatgut-Mischung für Gebrauchsrasen-Spielrasen, wie sie in den Qualitätsstandards der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau festgelegt ist. Viele der gekauften Rasen werden von den Anbietern aber einfach nur als "Sport- und Spielrasen", "Spielrasen", "Spiel- und Gebrauchsrasen Premium" oder schlicht als "Rollrasen" bezeichnet. In zwei Fällen wurde uns offensichtlich ein höherwertiger Sportrasen verkauft.

Die Inhaltsstoffe

Damit nicht statt Rasen Unkraut wächst, kommen in der Rasenschule Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Viele Menschen wollen in ihrem Hausgarten aber keine gefährlichen Gifte haben. Deshalb hat das beauftragte Labor die Rasenstücke inklusive anhängender Erde auf etwa 300 Stoffe untersuchen lassen. Wenn Pflanzenschutzmittel gefunden wurden, die in Europa oder in Deutschland nicht zugelassen sind, dann hat das Labor nochmals eine Untersuchung nur am Gras durchgeführt. So konnte gezeigt werden, dass die verbotenen Mittel verspritzt wurden und sich nicht "nur" als Rückstände aus früheren Zeiten im Boden abgelagert haben. Die Erde, die am Fertigrasen hängt, kann außerdem mit giftigen Schwermetallen wie Arsen oder mit krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sein. Wir haben die Erde auf diese Stoffe testen lassen.

Die Rasenqualität

Die Rasenqualität ließen wir von unabhängigen Rasenexperten prüfen. Ein gutes Stück Fertigrasen ist dicht und einheitlich bewachsen. Die Mischung der Gräser muss dafür sorgen, dass der Rasen gut wächst und trotzdem belastbar ist. Die Regel-Saatgut-Mischung RSM 2.3, die etliche Hersteller deklarieren, gibt eine ausgewogene Mischung vor. Aber auch andere Mischungen liefern gute Qualitäten. Wildkräuter und andere ungeeignete Grasarten allerdings sind im Fertigrasen weniger erwünscht. Das Gras selbst sollte beim Verlegen allerhöchstens fünf Zentimeter hoch sein - sonst wird es in der Zeit, in der man den Rasen anwachsen lassen muss und ihn nicht betreten, also auch nicht mähen darf, viel zu hoch. Die Schäldicke, also die Dicke der abgetragenen Erde, beträgt am besten zwei Zentimeter. Sind die Rasenstücke unterschiedlich dick, gibt es Sprünge beim Verlegen. Zu dünne Soden - so heißen die ausgestochenen Rasenstücke in der Fachsprache - reißen leicht ein. Perfekt ist es, wenn die Soden mit glatten Kanten und ohne Einschnitte abgeschält sind und wenn die Schälfläche schön gleichmäßig aussieht, dann wird der verlegte Rasen glatt und einheitlich. Zwischen Rasen und Boden findet sich eine Schicht Rasenfilz. Der Filz gibt den Rasenstücken zusätzliche Stabilität, darf aber nicht zu dick sein, denn zu viel Filz hält Luft, Wasser und Düngemittel von den Graswurzeln fern.

Die Bewertung

Ein Rasen, auf dem oft auch Kinder herumtollen, sollte so wenig Gifte wie möglich enthalten. Für Pestizidcocktails mit fünf und mehr Stoffen und für besonders bedenkliche Verbindungen gibt es daher beim Testergebnis Inhaltsstoffe Notenabzug. Hat das Labor im Gras Pflanzenschutzmittel entdeckt, die hierzulande nicht zugelassen sind, dann kann solch ein Rasen nur "ungenügend" sein. Wichtigstes Kriterium beim Testergebnis Rasenqualität ist, dass die Rasenstücke gut und dicht bewachsen sind. Notenabzug gibt es auch für zu viele Fremdgräser und Wildkräuter, für zu hohen Rasen, zu dicken Filz und eine einseitige Zusammensetzung der Gräsermischung. Sind die Rasenstücke zu dünn abgeschält oder weist die Schälfläche Mängel auf, dann geht das ebenfalls in die Bewertung mit ein. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Inhaltsstoffe oder das Testergebnis Rasenqualität. Schlussendlich: Wer Rasen selbst verlegen will, muss wissen wie. Haben wir weder direkt beim Verkäufer noch via Internet eine Verlegeanleitung für das Produkt erhalten, dann werten wir das als weiteren Mangel.

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Erschienen am 02.11.2012

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