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Neuer Artikel vorhanden: 31 Ameisenbekämpfungsmittel im Test

02.11.2012 | Ameisen im Garten sind zwar lästig, aber nicht ­unbedingt schädlich. "Ameisen befallen keine Bäume, sondern sie sind dort, weil der Baum bereits ein anderes Problem hat. Das könnte eine ­Fäule im Baum sein, darin ­bauen Ameisen gerne ihre Nester", erklärt Sven Görlitz, der Freizeitgärtner bei der Gartenakademie Baden-Württemberg ­berät. So ernährt sich die häufig vorkommende schwarz-graue Wegeameise­ von Honigtau, den süßen Ausscheidungen der Schild- und Blattläuse. Oft im Garten anzutreffen ist auch die gelb-rot bis braune Rasenameise, die zwar ihre Nester im Garten baut, aber auf der Suche nach Nahrung ihre Straßen manchmal bis ins Haus legt.

Gerne krabbeln die Ameisen auch im Gemüsegarten herum und stören so das Wachstum der Pflanzen. Dann kann man die Ameisen durch einfache Bodenbearbeitung, wie ­Hacken, stören. Im übrigen Garten ist aber eine Bekämpfung der Ameisen unnötig. "Ameisennester auf der Terrasse kann man einfach mit heißem Wasser bekämpfen. Verlegt man von vornherein Platten und Pflastersteine im Splitt mit einer Körnung ab fünf Millimeter Durchmesser, dann gibt es eigentlich kein Problem mit Ameisennestern", rät Gartenfachmann Görlitz.

Trotzdem ist das Angebot verschiedener Firmen an Mitteln gegen Ameisen in Drogerien, Bau- und Gartenmärkten sowie Onlineshops beachtlich. ÖKO-TEST hat 29 Ameisenmittel eingekauft und die Inhaltsstoffe beurteilt.

Das Testergebnis

Drei Marken bekämpfen Ameisen oder schützen vor ihnen mit Kieselgur, Lavan­dinöl sowie Neem. Diese Mittel sind "sehr gut". Beim Einsatz von Sprays, Gießmittelkonzentraten oder Streumitteln mit ätherischen Ölen sollte man bei einer Empfindlichkeit gegenüber Duftstoffen trotzdem vorsichtig sein: hier unbedingt Hautkontakt und das Einatmen von Sprühnebel vermeiden.

Naturpyrethrum steckt in drei Produkten. Die Wirkstoffe des Chrysanthemenextrakts sind auch für den Menschen unverträglich. Da Naturpyrethrum nicht besonders langlebig ist, es wird durch UV-Licht zersetzt, erhalten diese Mittel zwei Noten Abzug.

Köderdosen mit synthetischen Giften wie Imidacloprid, Fipronil, Phenothrin sind noch etwas besser als Sprays, Pulver oder Granulate mit diesen Wirkstoffen. Durch die Konstruktion der Köderdosen ist ein direkter Kontakt mit dem Insektengift ausgeschlossen. Die Ameisen kriechen in die Dosen, die das Insektizid etwa in Gelform enthalten, und schleppen ihre giftige Beute in das Nest, wo es auch an die Brut und die Ameisenkönigin verfüttert wird.

Synthetische Insektenmittel in Sprays, Pulver und Granulaten erhalten nur "mangelhafte" Noten. Besonders beim Einsatz von Sprays ist nicht auszuschließen, dass die Gifte eingeatmet werden.

Spinosad, ein Bakterienprodukt, ist zwar nach der Öko-Verordnung erlaubt, bei den Anbauverbänden wie Demeter, Bioland und Naturland ist es wegen seiner Bienengiftigkeit jedoch umstritten. Wir bewerten es daher ebenso streng wie die synthetischen Biozidwirkstoffe.

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