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16 Gemüsebreie im Test

Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016

16 Gemüsebreie im Test

Glas? Klar!

Mit Gemüsebreien beginnt Babys Karriere als vollwertiger Esser: Weg von der Milch hin zur vielfältigen Nahrung. Viele der fertigen Gemüsebreie im Test eignen sich bestens als erste Mahlzeiten. Doch manchmal trüben giftige Stoffe aus dem Herstellungsprozess oder dem Boden die Esslust.

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20.10.2016 | Ob Babygläschen so gut sind wie ihr Ruf, haben wir überprüft: 16 Gemüsebreie, fast ausschließlich in Bio-Qualität waren auf dem Prüfstand. Wir wollten unter anderem wissen, ob sie schädliche Stoffe enthalten.

Das Testergebnis

Guten Appetit! Mehr als ein Drittel der Gläschen sind "gut", eines ist "sehr gut". Die beauftragten Labore haben weder Spritzgifte noch Keime gefunden. Bei etlichen verhageln zu dick aufgetragene Auslobungen oder ein zu geringer Gemüsegehalt die Bestnote. Allerdings kritisieren wir auch Schadstoffe, zwei Gläschen kommen über die Note "mangelhaft" nicht hinaus.

Wenn es um die Fettsäuren in den Breien geht, tragen einige Hersteller ziemlich dick auf. "Omega-3-Fettsäuren - wichtig für Gehirn- und Nervenzellen", werben sie zum Beispiel. Tatsächlich enthalten einige der Gläschen kleine Mengen Rapsöl, und in Rapsöl steckt Alpha-Linolensäure. Diese wird im Körper aber nur zu einem ganz geringen Teil in die längerkettige Omega-3-Fettsäure DHA umgewandelt, die wiederum eine Hauptkomponente der Nervenzellen ist. Kinderernährungsexperte Professor Berthold Koletzko sieht keinerlei Vorteile im Zusatz von Alpha-Linolensäure.

Schadstoff aus der Produktion: Die industrielle Herstellung der Gemüsebreie hat Nachteile. Beim Erhitzen und Sterilisieren der Karottenbreie kann aus den natürlichen Inhaltsstoffen der Karotte krebserregendes Benzol entstehen. Alle Gläschen mit Karotte im Test enthalten geringe Mengen der Substanz. Aber nur bei drei Produkten sind die gefundenen Mengen so hoch, dass wir abwerten.

Giftiges Cadmium kritisieren wir in den Gläschen von drei Herstellern. Bei ihnen überschreitet der Cadmiumgehalt den Wert, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit als duldbare wöchentliche Aufnahmemenge vorgeschlagen hat. Für die Berechnung nehmen wir an, dass ein sieben Kilogramm schweres Kind jeden Tag 190 Gramm Gemüsebrei isst. Je weniger, desto besser - das gilt auch für Nitrat, das durch Düngemittel in Boden und Grundwasser gelangt. Pflanzen brauchen Nitrat, um zu wachsen. Für Menschen kann der Stoff gefährlich werden. Drei Gemüsebreie in unserem Test enthalten so viel Nitrat, dass sie dafür eine Note Abzug bekommen.

Nitrat kann im Körper zu Nitrit und zu Nitrosaminen umgewandelt werden. Nitrosamine sind im Tierversuch krebserregend. Zudem bindet sich Nitrit bei Säuglingen besonders leicht an den roten Blutfarbstoff, der dann keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Diese Gefahr besteht bei den Babybreien zum Glück nicht, dazu sind die gefundenen Nitratwerte zu niedrig.

Die Hersteller einiger Gläschen geizen sehr mit der Hauptzutat Gemüse. In vier Gläschen macht Gemüse weniger als 70 Prozent des Inhalts aus.


Wir haben 16 Produkte für Sie getestet
Alete Für kleine Entdecker Kürbis und Kartoffeln
Alete

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Alete Für kleine Entdecker Pure Karotte
Alete

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Alnatura Karotte Pur Sorte Rodelika, Demeter
Alnatura

Alnatura Karotte Pur Sorte Rodelika, Demeter

Alnatura Brokkoli mit Kartoffeln, Demeter
Alnatura

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Bebivita Frühkarotten
Bebivita

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Biomio Gartengemüse
Bonano

Biomio Gartengemüse

Babylove Früh-Karotten
Dm

Babylove Früh-Karotten

Babylove Zucchini mit Kartoffeln
Dm

Babylove Zucchini mit Kartoffeln

Hipp Reine Früh-Karotten
Hipp

Hipp Reine Früh-Karotten

Hipp Pastinaken mit Kartoffeln
Hipp

Hipp Pastinaken mit Kartoffeln

Lebenswert Bio Kürbis mit Kartoffel, Bioland
Holle (Naturwarenladen)

Lebenswert Bio Kürbis mit Kartoffel, Bioland

Holle Spinat mit Kartoffeln, Demeter
Holle (Naturwarenladen)

Holle Spinat mit Kartoffeln, Demeter

Holle Karotten, Demeter
Holle (Naturwarenladen)

Holle Karotten, Demeter

Babydream Rahm-Spinat mit Kartoffeln
Rossmann

Babydream Rahm-Spinat mit Kartoffeln

Sun Baby Früh-Karotten
Sunval

Sun Baby Früh-Karotten

Sunval Gemüse fein Karottenfrei, Demeter
Sunval

Sunval Gemüse fein Karottenfrei, Demeter

16 Gemüsebreie im Test
Jahrbuch für 2017 Seite 102
Jahrbuch für 2017 Seite 103
Jahrbuch für 2017 Seite 104
Jahrbuch für 2017 Seite 105

4 Seiten
Seite 102 - 105 im Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Für diesen Test haben wir Gemüsebreie ausgewählt, die bereits nach dem vierten Monat gegeben werden können. Experten empfehlen, ab diesem Alter mit der Einführung von Beikost zu beginnen. Oft wird der Anfang mit Karotten gemacht, denn die meisten Babys mögen das süße Gemüse recht gerne. Deshalb haben wir eine Reihe reine Karottenbreie ausgewählt. Dazu kommen Mischgemüsegläschen unter anderem mit Spinat, Zucchini, Pastinaken und Kartoffeln. Da die meisten Babygläschenhersteller auf Bio-Gemüse setzen, findet sich unter den 16 Testkandidaten nur ein einziges konventionelles Produkt.

Die Inhaltsstoffe
Der erste Brei sollte frei von bedenklichen Stoffen sein. Deshalb haben wir die Breie auf typische Schadstoffe prüfen lassen, die Gemüse oftmals belasten: giftige Spritzgifte etwa, oder Stoffe, die auf Düngung und Boden zurückzuführen sind, wie Nitrat oder Cadmium. Da aktuell in Obst und Gemüse häufig die Problemstoffe Chlorat und Perchlorat auftauchen, haben wir auch diese Stoffe überprüft. Wir wollten zudem wissen, ob die Breie Keime enthalten. Um die Produkte keimfrei zu machen, werden sie über längere Zeit erhitzt. Dabei kann sich, je nach Dauer und Grad der Erhitzung, aus den Inhaltsstoffen der Karotte giftiges Benzol bilden. Darum haben wir alle Gläschen mit Karotte auf Benzol testen lassen. Der wichtigste Inhaltsstoff eines Gemüsebreis ist natürlich: Gemüse. Wir wollten wissen, ob die Hersteller das auch so sehen und ausreichend Gemüse verarbeiten oder lieber reichlich billiges Wasser ins Gläschen kippen.

Die Deklaration
Ärgerlich und überflüssig ist es, wenn die Hersteller auf der Verpackung mit Dingen werben, die selbstverständlich sind. So sind Konservierungs- und Farbstoffe in Babynahrung per Gesetz verboten. Das muss man nicht auf die Verpackung drucken. Schließlich muss jedes Produkt am Markt diese Anforderung einhalten. Noch ärgerlicher ist es, wenn die Hersteller mit gesundheitsbezogenen Aussagen werben, die falsche Erwartungen wecken und in die Irre führen. "Omega-3-Fettsäuren wichtig für Gehirn- und Nervenzellen" oder "Alpha-Linolensäure wichtig für die Entwicklung von Gehirn- und Nervenzellen" sind solche Aussagen. Sie lassen Elternaugen strahlen, rufen bei Ernährungsexperten aber nur Kopfschütteln hervor.

Die Bewertung
Seit einiger Zeit bewerten offizielle Gremien wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Cadmium strenger als das in der Vergangenheit üblich war. Ein erhöhter Cadmiumgehalt in den Babybreien führt auch bei ÖKO-TEST zu einer Abwertung um zwei Noten. Nitrat wird von Experten vergleichsweise weniger kritisch gesehen, daher nehmen wir nur eine Note Abzug vor. Da die Benzolgehalte relativ niedrig sind, gibt es auch hier nur eine Note Abwertung. Eine vollmundige oder gar irreführende Deklaration schadet zwar nicht Babys Gesundheit, ist aber ein Angriff auf Mamas und Papas Verstand. Daher gibt es für die Auslobung von Selbstverständlichkeiten oder den Abdruck von aus unserer Sicht falschen gesundheitsbezogenen Versprechungen Punktabzug unter dem Testergebnis Weitere Mängel.

So haben wir getestet

Konservierunsstoffe sind in Babygläschen verboten. Damit sollte der Hersteller nicht werben.

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