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8 Bio-Mineralwässer im Test

Teures Nass

Jahrbuch für 2017 | Kategorie: Essen und Trinken | 20.10.2016

8 Bio-Mineralwässer im Test

Bio-Mineralwasser sind rein, ohne Rückstände von Pestiziden, Arzneimitteln und Ähnlichem. Umweltfreundlich sind sie jedoch nur, wenn sie aus der Region kommen.

Was steckt in Wässern mit dem Bio-Mineralwasser-Label? Die umfangreichen Labelvorgaben der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser beinhalten unter anderem strenge Vorgaben für Uran, Arsen und Nitrit. Die Wässer müssen frei sein von bestimmten Arzneimittelrückständen und Abbauprodukten von Pestiziden. Das ist, wie unter anderem vergangene ÖKO-TESTs gezeigt haben, keine Selbstverständlichkeit, wird aber durchaus auch von einer Reihe von Mineralwässern ohne Bio-Label erfüllt. Die Zertifizierung erfolgt durch die Kontroll- und Zertifizierungsstelle BCS Öko-Garantie in Nürnberg.

Und wird durch Bio-Mineralwasser die Umwelt geschützt? Das kommt darauf an! Die teilnehmenden Mineralbrunnenbetreiber verpflichten sich unter anderem, den ökologischen Landbau in ihrem Einzugsgebiet zu fördern. Die Entnahmemengen aus der Quelle sind begrenzt. Zudem werden Fortschritte in Sachen Energie- und Ressourceneffizienz im eigenen Betrieb kontrolliert. Vorgaben zur Größe des Vertriebsgebiets fehlen allerdings in den Richtlinien. Bei einem gewichtigen Lebensmittel wie Wasser ist die Transportstrecke jedoch besonders relevant für die Umweltbilanz. "Leitungswasser aus dem Hahn ist die am wenigsten umweltbelastende Art, sich mit Trinkwasser zu versorgen", meint daher Wasserexpertin Ingrid Chorus vom Umweltbundesamt (UBA). Wer Leitungswasser trinkt, vermeidet damit die Belastung durch den Transport, die Herstellung und Reinigung der Flaschen.

Zur Überprüfung der Qualität der Wässer selbst haben wir umfangreiche Laboranalysen in Auftrag gegeben. Von vier Anbietern waren jeweils ein stilles und ein Medium-Wasser in unserem Test dabei.

Das Testergebnis

... ist ordentlich. Am Inhalt der Flaschen haben wir nur in zwei Produkten die Zahl der Keime zu kritisieren. Die Bio-Mineralwässer eines Anbieters fielen negativ durch Deklarationsmängel und eine weniger umweltfreundliche Verpackung auf. Die Preise der Wässer sind mit 0,79 bis 1,32 Euro pro Liter vergleichsweise hoch.

Tatsächlich sind die Bio-Mineralwässer auch nach unseren Laborergebnissen nicht nur frei von gesetzlich eindeutig verbotenen Schadstoffbelastungen, sondern auch von Pestizidabbauprodukten sowie Arzneimittelrückständen und Süßstoffen. Untersucht wurde unter anderem auf 32 verbreitete Arzneimittelwirkstoffe, die Süßstoffe Sucralose, Saccharin und Aspartam sowie mehr als 60 Abbauprodukte von Pestiziden.

Steril muss Mineralwasser nicht sein. Bei den Untersuchungen auf eine Reihe von krankmachenden Vertretern wie E. Coli oder Fäkalstreptokokken wurde das von uns beauftragte Labor nicht fündig. Allerdings war die Gesamtzahl an Keimen in zwei stillen Wässern erhöht.

Die beiden getesteten Wässer der Marke Christinen steckten in PET-Einwegflaschen. Immerhin schickte der Anbieter uns einen Nachweis darüber, dass die Flaschen zu mindestens 55 Prozent aus recyceltem Material bestehen. In diesem Fall akzeptieren die Siegelvorgaben für Bio-Mineralwasser auch Einwegflaschen. Im ÖKO-TEST werten wir trotzdem unt


Mineralwasser, Bio-Mineralwasser: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Theodor Rheinsberger Preussen Quelle Bio MineralwasserMedium
  • Rheinsberger Preussenquelle

Christinen Medium Bio Mineralwasser
  • Teutoburger Mineralbrunnen

Bio Kristall Mineralwasser Still
  • Neumarkter Lammsbräu

Bio Kristall Mineralwasser Medium
  • Neumarkter (Naturwarenladen)

Christinen Naturelle Bio Mineralwasser
  • Teutoburger Mineralbrunnen

Theodor Rheinsberger Preussen Quelle Bio Mineralwasser Still
  • Rheinsberger Preussenquelle

Ensinger Gourmet Quelle Bio Mineralwasser Still
  • Ensinger Mineral-Heilquellen

Ensinger Gourmet Quelle Bio Mineralwasser Medium
  • Ensinger Mineral-Heilquellen

8 Bio-Mineralwässer im Test
Jahrbuch für 2017 Seite 20
Jahrbuch für 2017 Seite 21
Jahrbuch für 2017 Seite 22
Jahrbuch für 2017 Seite 23

4 Seiten
Seite 20 - 23 im Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016
Abrufpreis: 2,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

In den Test genommen haben wir alle vier Mineralwassermarken mit dem Label der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser. Wir kauften davon jeweils ein stilles und ein Medium-Mineralwasser ein. Die beiden Wässer aus der Ensinger Gourmet Quelle sind schwerpunktmäßig in der Gastronomie erhältlich. Die ganz neu mit dem Label ausgezeichneten Mineralwässer der Marke Theodor Rheinsberger Preussen Quelle und die der Marke Biokristall haben wir im Naturkost- und Bio-Fachhandel gefunden. Vor dem Hintergrund des beworbenen Umweltschutzanspruches haben wir in dem Fall, dass ein Produkt sowohl in Mehrweg-Glas-Flaschen als auch in PET-Einwegflaschen angeboten wurde, zu den PET-Einwegflaschen gegriffen.

Die Inhaltsstoffe

"Eins der reinsten Mineralwässer Europas" steht auf den Etiketten der getesteten Christinen Bio Mineralwässer. Voraussetzung für die Vergabe des Bio-Mineralwasser-Labels ist, dass der Hersteller zahlreiche bestandene chemische Analysen vorweisen kann. ÖKO-TEST hat natürlich eigene Analysen in Auftrag gegeben. Unter anderem wurden die Herstellerangaben zu den Mineralstoffen überprüft und ob in den Wässern wirklich weder Abbauprodukte von Pestiziden noch Arzneimittelrückstände noch Süßstoffe nachweisbar sind. Des Weiteren gehörten Nitrat und Nitrit, Schwermetalle und Chlorat als möglicher Rückstand aus Reinigungsvorgängen zum Prüfspektrum sowie das Bakterienvorkommen.

Die Bewertung

Wir bewerten die Bio-Mineralwässer nach denselben strengen Maßstäben, die wir bei "normalem" Mineralwasser anlegen und die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Darüber hinaus haben wir sie an weiteren eigenen Vorgaben gemessen, etwa zur transparenten Deklaration von Inhaltsstoffen wie Nitrat.

Aktuelle Ausgabe
Spezial Energie
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Jahrbuch für 2017
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Erschienen am 20.10.2016

Jahrbuch für 2017
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