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6 Fitness-Apps im Test

Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016

Fitness-Apps

Mobile Vorturner

Fix aufs Mobilgerät geladen, haben wir Fitness-Apps ständig dabei und können damit auch im Freien trainieren: ÖKO-TEST hat sechs Trainingsprogramme getestet. Keines davon können wir uneingeschränkt empfehlen.

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20.10.2016 | Fitness-Apps kann man sich zum Trainieren in den eigenen vier Wänden oder im Freien aufs Mobilgerät downloaden. Die Palette der Software reicht von Übungen für einzelne Körperpartien wie Arme oder Bauchmuskeln, bis hin zu Ganzkörper-Work-outs. Das Angebot an entsprechenden Apps nimmt rasant zu. Zur Freude der User. Um schnell fit zu werden oder abzunehmen, werden Zugriffsrechte auf dem Mobilgerät, die die App benötigt, meist ebenso schnell abgenickt wie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder die Datenschutzrichtlinien.

ÖKO-TEST wollte wissen, welche Fitness-Apps für Einsteiger bis hin zu Fortgeschrittenen geeignet sind. Dafür haben wir sechs Ganzkörper-Work-outs und Zirkeltrainings ausgesucht und Sportstudenten sowie Studenten anderer Studienrichtungen zum Praxistest auf die Matte geschickt. Erfahrene wissenschaftliche Hilfskräfte und Fachmitarbeiter der sportwissenschaftlichen Fakultät einer deutschen Sporthochschule haben die Apps ebenfalls auf ihre Tauglichkeit begutachtet. Von einem Juristen haben wir prüfen lassen, ob die rechtlichen Regelungen Nachteile für Verbraucher enthalten oder anderweitige Transparenzmängel bestehen.

Das Testergebnis

Von den sechs getesteten Fitness-Apps können wir keine guten Gewissens empfehlen. Zwar schneidet eine in der Praxisprüfung "sehr gut" ab. Ein wesentlicher Knackpunkt ist allerdings allen Programmen gemein: Der Trainer fehlt - und damit die Kontrolle der Übungsausführung wenigstens zu Beginn der Trainingphase. Drei Apps sind "ausreichend" und drei "mangelhaft" beziehungsweise "ungenügend".

Fitness-Apps locken besonders Einsteiger an. Fehlt ihnen ein gewisses Verständnis für die Übungen, kann das zu Fehlbelastungen führen - selbst bei erfahreneren Sportlern. Eine Orientierung, wie man es richtig macht, können die in den Apps integrierten Videos, Bilder oder Animationen bieten. Bei drei Fitness-Apps urteilten die Experten und Testprobanden, dass die Erklärtexte teils nicht auf Anhieb verständlich sind oder sogar ganz fehlen. Drei Apps fielen auf, weil konkrete Vorgaben zu den Übungen teils entweder zu umständlich erklärt oder nur grob dargestellt sind. Der Zirkeltraining Assistent zeigt die Übungen ausschließlich anhand einer leider etwas ungenauen Animation. Freeletics Bodyweight sprechen Probanden und Experten die Eignung für Einsteiger wegen des "Trainings unter Zeitdruck" ab. Auch erfahrene Sportler kann das einschränken. Zwar werden Nutzer nicht aufgefordert, gegen die Uhr zu kämpfen. Dazu könnten sie aber im Internet sichtbare Trainingszeiten anderer Nutzer animieren.

Ein klassisches Training besteht aus Aufwärmen, Hauptteil und der Cool-down-Phase. Das Hoch- und Runterfahren des Körpers sollten Sportler fest in ihrem Trainingsplan verankern. Bei fünf Fitness-Apps sind Auf- und Abwärmübungen integriert. Beim Zirkeltraining Assistent ist die Suche danach allerdings vergeblich.

Die Trainings sind über alle Apps hinweg in der Regel "kurz und knackig", sodass sich die Nutzer in

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So haben wir getestet

Die Auswahl
Der Markt für Fitness-Apps bietet Nutzern ein vielfältiges Angebot. Für alle, die sich statt einzelne Muskelgruppen zu trainieren lieber mit einem Ganzkörper-Workout fit halten wollen, haben wir sechs Angebote ausgewählt: vom Sieben-Minuten-Training bis zum 100 Tage-Plan.

Die Praxisprüfung
An der Sportwissenschaftlichen Fakultät einer deutschen Universität haben zwölf Studenten, davon sechs trainingsmethodisch erfahrene Sportstudenten höheren Semesters, und sechs Studenten einer anderen Studienrichtung, 14 Tage lang nach den Programmen trainiert und ihr Urteil abgegeben. Die sportliche Aktivität der überwiegend Mitte-zwanzig-Jährigen war kein Auswahlkriterium. Von den Probanden sowie den wissenschaftlichen Hilfs- und Fachkräften wollten wir unter anderem wissen, ob die Fitness-Apps anfängertauglich sind, wie gut die Übungen in Bild und Text erklärt sind und ob sich daraus ein fehlbelastungsfreies Training ergibt. Ebenfalls interessierte uns, wie sie den Schwierigkeitsgrad und die Zusammenstellung der Übungen innerhalb einer Trainingseinheit einschätzen. Außerdem wurden die Fitness-Apps von den Experten auf trainingsmethodische Grundsätze und mögliche bedenkliche Übungen abgeklopft.

Der Datenschutz
Je nach Ausgestaltung einer App gehen Verbraucher einen Kaufvertrag ein. Selbst bei kostenlosen Basisprogrammen kann das durch In-App-Käufe geschehen. In Fällen kostenpflichtiger Angebote ist eine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung vorgeschrieben. Wichtige rechtliche Regelungen zwischen Nutzer und Anbieter stehen außerdem in den AGB, den Nutzungsbedingungen und in der Datenschutzbestimmung. Ein Rechtsanwalt mit dem Fokus auf Medienrecht sowie IT- und Datenschutzrecht hat die Fitness-Apps auf die jeweils erforderliche rechtliche Ausgestaltung geprüft.

Die Bewertung
Die Beurteilungen innerhalb der Praxisprüfung haben wir in vergleichbare Kategorien gefasst und bewertet. Sind Auf- und Abwärmübungen integriert? Sind die Übungen verständlich und genau beschrieben? Ist die Übungsauswahl zielführend, werden einzelne Muskelgruppen möglicherweise überbelastet? Unter dem Testergebnis Rechtliches und Transparenz haben wir unter anderem abgewertet: ein fehlendes Impressum ebenso wie unzulässige Nutzungsbedingungen.

So haben wir getestet

Die Übungen müssen klar erklärt sein, damit die Nutzer richtig trainieren können. Das war nicht bei allen Apps der Fall.

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