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20.10.2016 | Wem ist das nicht schon passiert? Beim Öffnen der Schublade und des Schranks, in denen Mehl, Gewürze und andere Vorräte verstaut sind, flattern ein paar Dörrobst- oder Mehlmotten auf, und im Gewinde eines Gewürzglases steckt ein leerer Kokon. Befallen wird so ziemlich alles - von Getreideprodukten über Nüsse, Schokolade, Kekse, Früchtetees und Gewürze bis hin zu Trockenobst. Die gefräßigen, vermehrungsfreudigen Mitbewohner verschonen lediglich schwarzen Tee und Kaffee, sehr Zuckriges und sehr Salziges und stark geräucherte Lebensmittel.

Nun ist erst einmal eine Putzaktion gefragt, bei der die Schränke gründlich ausgewischt werden. Findet man Löcher in Lebensmittelpackungen, weist das darauf hin, dass Käfer oder Mottenlarven ausgewandert sind. Die Mottenlarven wandern in Ritzen und Fugen von Verpackungen und Schränken sowie in Zimmerecken. Entfernt man verpuppte Larven und ihre Gespinste nicht völlig, wird man den Mottenbefall schwer los.

Wir haben insgesamt 66 Mittel gegen Vorratsschädlinge, Fliegen, Silberfischchen und Co. im Haus unter die Lupe genommen und ihre Inhaltsstoffe beurteilt.

Das Testergebnis

Die Hälfte der Mittel schneidet mit der Note "sehr gut" ab. Alle diese Produkte kommen entweder ohne Insektizide aus oder basieren auf Lockstoffen wie Pheromonen und Fruchtsäuren, Kieselgur oder ätherischen Ölen. Die Rote Karte erhalten 25 "mangelhafte" chemische Gifte in Form von Sprays, Köderfolien, Stäubemitteln und Verdampfern.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
In unserer Einkaufstüte landeten Mittel gegen Schädlinge in Haus und Garten. Darunter waren Produkte gegen Lebensmittel- und Kleidermotten genauso wie gegen Stuben- und Fruchtfliegen, gegen Ameisen, Blattläuse und Schnecken. Solche Mittel fanden wir in Drogerie- und (Bio-)Supermärkten, in Bau- und Gartenmärkten sowie in Onlineshops.

Die Inhaltsstoffe
Die überwiegende Anzahl von Mitteln gegen Krabbel- und Kriechtiere im Haus und Garten enthalten problematische, sehr wirksame synthetische Wirkstoffe, die aber nicht nur für Insekten und Co. Giftig, sondern auch für die menschliche Gesundheit problematisch sind, weil sie - wie Phosphorsäureester - nervengiftig sind. Überdies können die Wirkstoffe für nützliche Tiere wie Bienen schädlich sein. Wir haben uns die Inhaltsstoffe der Mittel genau angesehen und von einem Labor eine Literaturrecherche zu ihren Nebenwirkungen auf Menschen durchführen lassen.

Wirksamkeitsprüfung
Pestizide, die etwa gegen Blattläuse und Schnecken zum Einsatz kommen, werden auf ihre Wirksamkeit geprüft, bevor sie zugelassen und in den Handel kommen. Ebenso gibt es für Biozidprodukte gegen Vorratsschädlinge, Kleidermotten und Ameisen ein Zulassungsverfahren. Im Rahmen dieses Zulassungsverfahrens wurden bislang die bioziden Wirkstoffe cis-Tricos-9-en (Lockstoff für Fliegen), d-Phenothrin, Deltamethrin, Etofenprox, Friponil, Imidacloprid, Lambda-Cyhalothrin, Margosaextrakt (Neem), Permethrin, Spinosad, Transfluthrin sowie das Pheromon Z,E-Tetradeca-9,12-dienylacetat als wirksam gegen unerwünschte Plagegeister eingestuft. Weil diese Daten vorliegen, haben wir darauf verzichtet, die Mittel auf ihre Wirksamkeit zu testen.

Die Bewertung
Synthetische Insektizide in Sprays, Spritzmitteln, Verdampfern und anderen offenen Anwendungsformen können Verbraucher kaum sachgemäß einsetzen. Und selbst bei sachgemäßem Gebrauch ist das Risiko für die Gesundheit hoch. Solche Produkte monieren wir grundsätzlich durch einen höheren Notenabzug als Insektizide in Köderdosen oder Stäbchen.

So haben wir getestet

Viele Mittel gegen Schädlinge, die für Haus und Garten im Handel sind, sind umweltgefährlich und können die Gesundheit gefährden!

Online abrufbar

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Bestellnummer: J1610
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