Startseite
20 Holzlasuren für innen und außen im Test

Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016

Holzlasuren für innen und außen

Undurchsichtig

Holzlasuren schützen das Holz und polieren es optisch auf. Häufig sind jedoch die Angaben für Allergiker unzureichend. Wir können einige "sehr gute" und "gute" Produkte empfehlen.

3722 | 148

20.10.2016 | Wir haben 20 Holzlasuren eingekauft, die für innen und außen gedacht sind. Alle Lasuren wurden in Labors auf allergisierende und sonstige problematische Inhaltsstoffe untersucht. Zudem haben wir die Deklarationen eingehend unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

In sämtlichen Produkten sind Stoffe vorhanden, die für sensibilisierte Menschen zum Problem werden können. Und oft sind die Deklarationen, die vor diesen Inhaltsstoffen warnen müssten, unserer Meinung nach unzureichend. Doch weniger empfindlich reagierende Personen können mit einigen empfehlenswerten Produkten arbeiten. Unter den Schlusslichtern finden sich sowohl eine wasserbasierte als auch eine lösemittelhaltige Lasur.

Beim Trocknen der Lasuren gasen Lösemittel aus. Besonders stark natürlich dort, wo die Inhaltsstoffe nicht in Wasser gelöst sind. Sie könnten allein deshalb niemals das Gütezeichen Der Blaue Engel, weil schadstoffarm tragen. Doch auch einige wasserbasierte Produkte sind nicht ohne. Sie schöpfen einen großen Teil dessen aus, was das Gütezeichen erlaubt. Vergleichsweise hohe Gehalte an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) werten wir deshalb auch in wasserbasierten Produkten ab. Trotz allem: Die drei lösemittelbasierten Rezepturen der Naturfarbenhersteller enthalten rund sechsmal so viel ausgasende Stoffe wie die am höchsten belasteten wasserbasierten. Die Naturhaus Holzlasur liegt dabei mit mehr als 400 Gramm pro Liter über dem Grenzwert der VOC-Verordnung für die Kategorie Klarlacke und Lasuren, in die der Hersteller das Produkt eingestuft hat. Kreidezeit und Livos definieren ihre Holzlasur als minimal filmbildend; in dieser Kategorie gilt ein höherer Grenzwert.

Besonders problematisch: In einigen Fällen sind innerhalb der VOC besonders problematische Stoffgruppen oder Einzelverbindungen auffällig. So enthält die Kreidezeit Holzlasur, die fast ausschließlich aus Terpenen besteht, besonders viele aromatische Kohlenwasserstoffe sowie eine hohe Konzentration des Terpens 3-Caren, das ein besonders hohes allergieauslösendes Potenzial hat. Lobenswert: Aus der Hornbach Fenster- und Türenlasur sowie der Primaster Fenster + Flächen Lasur kann so gut wie nichts ausgasen.

Lösemittelbasierte Produkte enthalten oft Stoffe, die eine Hautbildung verhindern sollen, wenn das Produkt längere Zeit steht. In diesem Test wies das Labor nur noch in einer einzigen Rezeptur, der Naturhaus Holzlasur, das krebsverdächtige Hautverhinderungsmittel Butanonoxim nach. Schlimm: Der Hersteller verschwieg das in der Liste der Inhaltsstoffe und sparte sich auch den notwendigen Warnhinweis "Enthält Butanonoxim. Kann allergische Reaktionen hervorrufen". Ebenfalls problematisch sind Kobaltsalze, die die Trocknung beschleunigen sollen. Auch sie sind allergieauslösend und müssen ab bestimmten Mengen mit einem Warnhinweis versehen werden.

Auch wasserbasierte Produkte bergen Risiken. In der Biofa Holzlasur wies das beauftragte Labor Bor nach. Borsalze stehen jedoch im Verdacht, die Fortpfl

Jahrbuch für 2017

Gedruckt lesen?

Jahrbuch für 2017 ab 9.80 € kaufen

Zum Shop

Jahrbuch für 2017

Online lesen?

Jahrbuch für 2017 für 8.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
In Baumärkten und Fachgeschäften haben wir 20 Holzlasuren im Farbton Eiche oder Ähnlichem eingekauft, die für innen und außen ausgelobt sind. Wenn möglich, haben wir uns für eine wasserbasierte Variante entschieden. Von drei Naturfarbenherstellern waren jedoch nur Rezepturen mit Lösemitteln zu entdecken.

Die Inhaltsstoffe
Wasserbasierte Rezepturen müssen in der Regel mit einem Konservierungsmittel haltbar gemacht werden. Wir ließen die Produkte deshalb auf bedenkliche und umstrittene Stoffe wie Formaldehyd/-abspalter, Isothiazolinone und Zinkpyrithion untersuchen, aber auch auf Schwermetalle, um zum Beispiel den bedenklichen Kobaltsalzen auf die Spur zu kommen, die als Trocknungsbeschleuniger eingesetzt werden. In lösemittelhaltigen Lasuren war bisher das krebsverdächtige Hautverhinderungsmittel Butanonoxim gang und gäbe. Wir prüften, ob es immer noch eingesetzt wird, aber vor allem auch, welche Stoffe in welcher Menge möglicherweise ausgasen können.

Die Deklaration
Eine gute Verbraucherinformation liegt uns sehr am Herzen. Dazu gehört für ÖKO-TEST eine möglichst ausführliche Angabe der Inhaltsstoffe, auch wenn das gesetzlich nicht gefordert ist. Wie Der Blaue Engel legen wir aber besonders auf die Nennung der Konservierungsmittel Wert, mit einer vernünftigen Hotline für Allergiker. Doch auch der Gesetzgeber verlangt für etliche der eingesetzten Inhaltsstoffe ab bestimmten Konzentrationen Warnhinweise. Häufig geht es um mögliche allergische Reaktionen.

Die Bewertung
Holzlasuren, die auch im Innenraum verwendet werden, sollen möglichst wenige gesundheitlich bedenkliche Stoffe enthalten. Deshalb wird das Testergebnis Inhaltsstoffe mit 70 Prozent stärker gewichtet als das Testergebnis Deklaration. Eine gute Verbraucherinformation ist jedoch wichtig, deshalb kann eine gute Deklaration das Gesamturteil durchaus verbessern. Das gilt jedoch nicht für Rezepturen, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe eine schlechte Note erhalten.

So haben wir getestet

Wasserbasierte Lasuren sind für den Verbraucher meist deutlich zu erkennen, lösemittelhaltige dagegen kaum. Da muss der Laie schon die Inhaltsstoffangabe durchforsten, ob das Wort "Wasser" vorkommt, und auf die angegebenen VOC-Gehalte achten, die deutlich höher als bei den wasserbasierten Produkten sind.

Weiterlesen?

Online abrufbar

Jahrbuch für 2017

Bestellnr.: J1610
Gesamten Inhalt anzeigen