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15 Holzpellets im Test

Auf dem Holzweg?

Jahrbuch für 2017 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 20.10.2016

15 Holzpellets im Test

Pelletheizungen sind nach wie vor gefragt - auch dank staatlicher Förderung. Wir haben Pellets, die als Sackware im Angebot sind, in die Labore geschickt. Die meisten Produkte gehen mit "sehr gut" und "gut" aus unserem Test.

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Die Qualität von Holzpellets ist seit 2014 in einer internationalen Norm mit drei Qualitätsklassen geregelt. A1 bezeichnet die höchste Qualität, und nur sie spielt für Privathaushalte ein Rolle. Die Gütesiegel ENplus A1 und DINplus beinhalten die wesentlichen Anforderungen der Norm.

Wir haben 15 Produkte als Sackware eingekauft und ließen ihre Qualität nach Norm und noch darüber hinaus in einem Fachinstitut prüfen. Nach dem Einkauf stellten wir fest, dass nicht alle Pellets aus Deutschland stammen, denn einige der Hersteller sind in Polen, Tschechien und Litauen zertifiziert, sodass möglicherweise lange Transportwege und ein weniger schonender Umgang mit den Wäldern die CO2-Bilanz verschlechtern.

Das Testergebnis

Die meisten Pellets sind von hoher Qualität. Bis auf zwei Ausnahmen entsprechen sie den Anforderungen von ENplus A1 und DINplus. Die Pellets von Baltwood und Agricon bleiben dagegen in jeweils einem Punkt unter den Vorgaben, obwohl sie zertifiziert sind. Etliche Hersteller übertreiben beim versprochenen Heizwert.

Die Pellets der Marken Baltwood und Fabich zeigten ein schlechtes Ascheschmelzverhalten. Die Asche wurde deutlich früher weich als bei den anderen Produkten und noch dazu recht plötzlich, das heißt, der Temperaturabstand zwischen dem Beginn der Schrumpfung und dem Weichwerden oder gar Fließen war vergleichsweise kurz. Im Fall der Baltwood Pellets wurde der Grenzwert von ENplus A1 sogar verfehlt. Das Produkt hat zudem den höchsten Aschegehalt. Wenn die Asche zu früh schmilzt, können Teilchen auf dem Brennteller oder -topf liegen bleiben und verklumpen, was als Versinterung oder Verschlackung bezeichnet wird. Die Brennöfen schalten dann auf Störung - sie gehen aus, bis die Rückstände entfernt worden sind.

Die Granelco Holzpellets enthalten mehr Stickstoff, als die Gütesiegel zulassen, obwohl sie zertifiziert sind. Bei der Verbrennung können sich klimaschädliche Stickoxide bilden. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich in der Abgasanlage im Falle von Tauwasserbildung aggressive Salpetersäure bildet.

Wenn sich der Kunde nicht auf eine gleichbleibende Qualität bei zertifizierter Ware verlassen kann, ist das alles andere als schön, wie im Falle der Baltwood Holzpellets und der Granelco Holzpellets. Und wenn die Hersteller mit der freiwilligen Angabe des Heizwerts maßlos übertreiben, ebenso. Gefordert sind dagegen Warnhinweise, wie "Trocken lagern" und "Nur zum Gebrauch in geeigneten und genehmigten Heizgeräten", die bei den Baltwood Holzpellets komplett fehlen.


Holzpellets: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Bauhaus Holzpellets
  • Bauhaus

Fire Maxx Holzpellets
  • Stelmet

Granelco Holzpellets
  • Agricon

Thermospan Premium-Qualität
  • Gregor Ziegler

Woodox Holzpellets
  • Woodox

Fabich Wood Pellets First Class
  • Fabich

Florafire Holzpellets
  • Florasan

Eko Pellets Holzpellets Premiumklasse
  • Eko Energy

Flammenco Qualitäts-Holzpellets
  • DHG Vertriebs- & Consultinggesell.

Van Roje Pellets 15 Kilo Energie
  • Van Roje

Celsico Premium Holzpellets
  • Mabanaft

Firestixx Premium-Pellets
  • FireStixx Holz-Energie

Raiffeisen 15 kg Holzpellets
  • Raiffeisen Waren-Zentrale

Biomac Holz-Pellets
  • Biomac

Baltwood Holzpellets
  • Baltwood

15 Holzpellets im Test
Jahrbuch für 2017 Seite 294
Jahrbuch für 2017 Seite 295
Jahrbuch für 2017 Seite 296
Jahrbuch für 2017 Seite 297

4 Seiten
Seite 294 - 297 im Jahrbuch für 2017
vom 20.10.2016
Abrufpreis: 2,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 15 Pelletmarken als 15-Kilogramm-Sackware in Baumärkten, im Brennstoffhandel und über das Internet eingekauft. Alle Produkte sind mit einem Qualitätszeichen Enplus A1 und/oder DINplus versehen und werben somit mit höchster Qualität. Wir fragten die Hersteller, ob die Sackware identisch mit der Einblasware ist, die in Silofahrzeugen angeliefert wird.

Die Pelletqualität

Wir wollten wissen, ob die Pellets den hohen Anforderungen der Qualitätszeichen Enplus A1 und/oder DINplus gerecht werden. Das beauftragte Brennstofflabor untersuchte alle Parameter, die auch im Rahmen der Zertifizierung auf den Prüfstand kommen: Wie viel Energie bekommt der Kunde für sein Geld? Ermöglichen die Pellets einen guten und reibungslosen Heizbetrieb? Zusätzlich zu den Normen wurde geprüft, ob die Pelletlänge möglichst einheitlich ist, da viele Bruchstücke und feine Bestandteile die Sauerstoffzufuhr behindern können. Auch mögliche Umweltbelastungen durch Schwefel, Stickstoff, Chlor und Schwermetalle in den Abgasen hatten wir - wie die Gütesiegel - im Visier.

Die Deklaration

Die Angaben auf der Verpackung sollten richtig und nicht irreführend, und notwendige Hinweise vorhanden sein. Deshalb verglichen wir die im Labor ermittelten Ergebnisse der Pelletqualität mit den Auslobungen auf den Verpackungen.

Die Bewertung

Auch wenn die Mehrzahl der Produkte die Anforderungen der Qualitätszeichen erfüllt, gibt es doch qualitative Unterschiede, vor allem in der Pelletlängenverteilung und dem Ascheschmelzverhalten. Vergleichsweise ungünstige Werte und Eigenschaften werten wir ab. Wenn noch dazu die Grenzwerte von Enplus A1 und DINplus nicht eingehalten werden, obwohl die Produkte diese Zeichen tragen, führt das zu Minuspunkten in der Deklaration. Das gilt auch für die Fälle, in denen die Angaben des Heizwerts unseriös hoch sind. Für das Gesamturteil wird die Pelletqualität jedoch stärker gewichtet als die Deklaration.

Aktuelle Ausgabe
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Zugehörige Ausgabe:
Jahrbuch für 2017
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Erschienen am 20.10.2016

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