Startseite
16 Dach-Dämmstoffe im Test

Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren
vom 02.11.2012

Dämmstoffe, Dach

Prima Klima

Alle untersuchten Dämmstoffe dämmen gut. Allerdings können einige Produkte die Raumluft belasten, möglicherweise sogar mit Schimmelpilzen. Einige wenige Marken enthalten krebsverdächtige Schadstoffe.

390 | 9
Neuer Artikel vorhanden: 15 Dach-Dämmstoffe im Test

02.11.2012 | Die Anforderungen an die Dämmung eines Hauses werden immer strenger. Zurzeit gilt noch die Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009, doch noch 2012 - oder eher 2013 - soll die nächste Verschärfung in Kraft treten.

Während bei Neubauten das Gesamtgebäude betrachtet und der Jahresprimärenergiebedarf berechnet wird, gibt es für die Sanierung von Wohngebäuden Mindestwerte für einzelne Bauteile, die erreicht werden müssen. Bauherren dürfen also nicht dämmen, wie es ihnen beliebt, sondern sie müssen beispielsweise beim Dach einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,24 W/(m2K) erreichen. Dazu sind unterschiedlich ­dicke Dämmstärken erforderlich, je nachdem wie gut das gewählte Material dämmt. Zur Berechnung muss allerdings der offizielle Bemessungswert zugrunde gelegt werden und nicht der Nennwert, mit dem die Hersteller gerne werben.

Um dies oder noch ­einen besseren Wert zu erreichen sind dicke Dämm­pakete ­erforderlich. Da stößt der Bauherr oft auf ein Problem. Zum einen ist zwischen den Sparren meist nicht ­genug Platz vorhanden, zum anderen ­erhöht sich durch die Dämmung das Gewicht, das die Sparren möglicher­weise nicht mehr tragen können. Deshalb ist eine statische Berechnung erforderlich. ­Unter Umständen muss der Dachstuhl verstärkt werden. Die EnEV 2009 sieht eine Ausnahme vor: Wenn die Sparrenhöhe begrenzt ist, reicht die maximal mögliche Dämmstärke aus.

Wie man sieht, ist eine Dämmung kein einfaches Unter­fangen und sollte von einem Fachmann geplant werden. Auch die Ausführung überlässt man möglichst ­erfahrenen Handwerkern. Denn neben dem lücken­losen Einbringen der Dämmung sind absolut dichte Anschlüsse der Dampfbremse erforderlich ­sowie eine Luftdichtigkeit des Daches. Die Zellulosedämmungen können ohnehin nur von Fachbetrieben eingeblasen werden, bei Mineralfasern sind beson­dere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Die Dämmung spart Heizenergie und die steigenden Kosten treffen den Bauherrn weniger hart. Versüßt wird das energieeffi­ziente Sanieren durch zinsgün­stige Darlehen und Zuschüsse durch die KfW-Förderbank.

Die beiden großen Gruppen der Schaumkunst­stoffe und der Mineralwollen dominieren rund 96 Prozent des Markts. Unter den nachwachsenden Roh­stoffen kön­nen sich nur die Zellulosefasern und Holzfaserdämmstoffe behaupten, alle anderen wie Flachs, Hanf, Kork, Schafwolle sind Nischen­produkte.

ÖKO-TEST kaufte 16 Dämmstoffe aus konventionellen und nachwachsenden Rohstoffen ein. Sie sind für das geneigte Dach geeignet. Wir haben die Wärmeschutzeigenschaften und auch den sommerli­chen Wärmeschutz verglichen. Au­ßer­dem wollten wir wissen, ob die Dämmstoffe den Wohnraum mit Schadstoffen belasten.

Das Testergebnis

Drei Viertel der Produkte sind "gut" oder "sehr gut". Vier Dämmstoffe aus Holzfasern und jeweils eine aus Kork und aus Glaswolle erhalten die Bestnote. Einige Materialien können jedoch die Raumluft mit ausgasenden Stoffen und möglicherweise sogar mit Schimmelpilzen belasten.

Eine gute Dämmung von Hä

Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren

Online lesen?

Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 7.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen