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15 Arbeitshandschuhe im Test

Handbuch Bauen, Wohnen, Renovieren
vom 02.11.2012

Arbeitshandschuhe

Hand unter

Wenn Projekte wie Garten und Hausbau rufen, sind Arbeitshandschuhe gefragt. Wir haben 15 Modelle getestet: Die Ergebnisse sind leider katastrophal schlecht!

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Neuer Artikel vorhanden: 14 Marken-Arbeitshandschuhe im Test

02.11.2012 | Hände leben riskant. Sie werden bei Arbeitsunfällen besonders häufig in Mitleidenschaft gezogen. Das zeigen aktuelle Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung: Im Jahr 2010 belegten Verletzungen der Hände bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen mit rund 34 Prozent den Spitzenplatz. Vor allem in der Holz- und Metallindustrie tauchen offene Wunden an den Händen häufig auf.

Handschuhe können schützen: vor spitzen Kanten, ­rauen Oberflächen, hautreizenden Substanzen. Sie halten Feuchtigkeit ab oder Keime, die über kleine Hautrisse in die Blutbahn geraten können. Sind die Hände erst mal angegriffen, sind sie anfälliger für Aller­gene aus Reinigern oder Farben. Spätestens wenn die Haut mit Juckreiz oder Rötungen reagiert, sollte ein Hautarzt abklären, ob es sich um eine Kontaktallergie handelt. Tückisch ist: Sie bricht nicht unmittelbar aus, sondern verzögert, nach ein bis zwei Tagen.

Heinz Möllers weiß rund 16 Stunden später, dass er mal wieder mit den falschen Stoffen in Berührung gekommen ist. Er leidet an einer berufsbedingten Neurodermitis, die 2002 nach einem Rechtsstreit anerkannt wurde. Bei dem ehemaligen Filialleiter ­eines Lebensmitteldiscounters hatten sich die Hautprobleme durch den ständigen Kontakt mit Kartonverpackungen stark verschlechtert. Da Möllers gebenüber vielen Stoffen sensibel rea­giert, wurden seine Handschuhe von Dermatologen ausgewählt. "Bei Patienten mit Hautproblemen finden wir passende Hand­schuhe über eine Allergiediagnose, Trageversuche und Materialanalysen", erklärt Professor Sven Malte John vom Institut für interdisziplinäre dermatologische Prävention und ­Rehabilitation an der Universität Osnabrück.

Wir wollten wissen, wie es aktuell um die Qualität von Arbeitshandschuhen bestellt ist und haben 15 Paar eingekauft und auf Problemstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Die Arbeitshandschuhe schneiden wieder einmal katastrophal ab: Lediglich ein Modell geht noch mit der Note "ausreichend" aus dem Test. 13 Modelle bekommen dagegen die schlechteste Note "ungenügend".

Anilin steckt in den Modellen von Igro und Helmut Feldtmann. Der krebsverdächtige Stoff ist nicht verboten wie andere aromatische Amine. Dennoch werten wir streng ab: Ein Stoff, der unter Krebsverdacht steht, hat nichts in Produkten verloren, die in Hautkontakt stehen.

Im Cliks Leder und im Keiler Forsthandschuh steckt allergenes Chrom-VI. Es rangiert auf Platz neun der Hitliste der häufigsten Kontaktallergene. Chrom-VI ist zwar verboten. Auf Anfrage teilten uns meh­rere Kontrollbehörden aber mit, sie würden bei den ­gefundenen Konzentrationen keinen Verkaufsstopp verhängen. Denn sie orientieren sich an einer Verfahrensgrenze von drei Milligramm pro Kilo­gramm (mg/kg) und berücksichtigen zudem noch ­eine Messtoleranz.

Zwei Lederhandschuhe sind mit hautreizendem Formaldehyd belastet. Ein antimikrobielles Chlorkresol wurde in den Leo Flex Arbeitshandschuhe für Herren nachgewiesen. Es wirkt allergisierend und kann Haut- und Sch

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben Arbeitshandschuhe, die zwischen rund 2 Euro und 17 Euro in Baumärken angeboten werden, eingekauft. Darunter sind klassische Modelle aus Textil mit Leder- und Synthetiklederbesätzen, Modelle aus elastischen Kunstfasern und mit flüssigkeitsabweisender Beschichtung. Da alle Modelle in unserem letzten Test schlecht abgeschnitten haben, kauften wir gezielt Alternativen zu den klassischen Modellen ein.

Die Inhaltsstoffe
Auf dem Prüfprogramm standen Farbbestandteile wie krebserregende und -verdächtige aromatische Amine und allergieauslösende Dispersionsfarben. Auch ließen wir ein Materialscreening auf mehr als 60 Stoffe wie Weichmacher durchführen. Leder analysierten wir zudem auf Ausrüstungschemikalien wie Chlorkresole. Steckt das problematische Chrom-VI aus der Chromgerbung von Leder in den Produkten? Wenn Naturkautschuk verarbeitet war stand eine Prüfung auf Latexproteine an.

Die Bewertung
Arbeitshandschuhe sollen die Hände bei Arbeiten im Garten und beim Werkeln im und am Haus schützen und Hände und Haut nicht mit schädlichen Substanzen belasten. Modelle mit verbotenen Stoffen wie den krebserregenden Farbbestandteil Benzidin und Chrom-VI sind "ungenügend". Besonders streng abgewertet haben wir zudem krebsverdächtige Substanzen wie Anilin und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sowie hautreizendes Formaldehyd.

So haben wir getestet

Stecken problematische Schwermetalle wie Cadmium und Blei in den Handschuhen?