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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
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Vitaminpräparate für Schwangere

Heißes Eisen

Werdenden Müttern bietet die Industrie eine Reihe von Produkten an, damit es dem Fötus nicht an wichtigen Nährstoffen mangelt. Viele Anbieter schießen jedoch übers Ziel hinaus. Nur vier Produkte bekommen ein "sehr gut" oder "gut", sieben sind "ungenügend".

2006 | 39
Zu diesem Thema ist ein neuer Artikel vorhanden.

14.10.2011 | Endlich schwanger! Spätestens jetzt ist für viele Frauen der Zeitpunkt gekommen, über eine gesunde Lebensweise nachzudenken. Schluss mit dem Rauchen, Wasser statt Wein, mehr Obst und Gemüse auf den Speiseplan - nur das Beste soll es für den Nachwuchs sein.

Zwar ist es durch eine bewusste Auswahl der Lebensmittel möglich, nur wenig mehr zu essen, aber zugleich den Anteil der Vitamine deutlich zu erhöhen. Bei Folsäure ist der Spagat aber praktisch nicht zu schaffen. Gerade junge Frauen nehmen nur etwa zwei Drittel der von der DGE empfohlenen Menge von 400 Mikrogramm (µg) Nahrungsfolat auf. Der Bedarf dieses B-Vitamins steigt mit der Schwangerschaft auf 600 µg. Zusätzlich empfiehlt unter anderem die DGE: "Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sollten zusätzlich 400 µg synthetische Folsäure pro Tag in Form von Supplementen aufnehmen, um Neuralrohrdefekten, also einem offenen Rücken, vorzubeugen."

Da nimmt es nicht wunder, dass die Industrie Schwangere als Zielgruppe entdeckt hat. Die Palette der angebotenen Vitaminpillen reicht von simplen Präparaten, die lediglich Folsäure, Vitamin B12 und Jod enthalten, bis hin zu Multivitamin- und -mineralstoffprodukten mit oder ohne Fischöl mit der Omega-3-Fettsäure DHA oder mit probiotischen Bakterien. Aber ist das alles wirklich nötig? Oder werden Schwangere gar überversorgt?

Wir haben 17 Vitaminpräparate für Schwangere eingekauft. Diese sind als Nahrungsergänzungsmittel oder diätetische Lebensmittel im Verkehr - an beide Gruppen legen wir die gleichen Bewertungsmaßstäbe an. Unseren wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, haben wir um eine Stellungnahme gebeten. Zusätzlich schickten wir Produkte mit Fischöl ins Labor, um den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zu überprüfen und nach Schwermetallen zu fahnden.

Das Testergebnis

Viel hilft nicht unbedingt viel: Nur vier Präparate schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab. Die Mehrzahl der Produkte fällt allerdings durch, da Schwangeren mit Vitaminen und Mineralstoffen aus der Gießkanne nicht geholfen ist.

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