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18 Silikon-Fugenmassen im Test

Lückenfüller

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 14.10.2011

18 Silikon-Fugenmassen im Test

Die Zeiten, in denen man sich mit einer neuen Silikonfuge auch zwangsläufig Unmengen an Schadstoffen ins Bad holte, sind vorbei: Es gibt inzwischen auch einige Produkte, die weniger problematisch sind.

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Die Hersteller wollen der Schimmelpilzbildung vorbeugen, indem sie Silikonfugenmassen fungizide Wirkstoffe zufügen. Aber die waschen sich mit der Zeit aus - und sind für den Menschen nicht unproblematisch. Damit Sie wissen, ob sich in den Kartuschen bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe verbergen, haben wir 18 verschiedene weiße Sanitär-Silikonfugenmassen in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Obwohl in unserem Test immer noch viele Silikonfugenmassen durchfallen, gibt es jetzt doch Alternativen. Das Ceresit Sanitär Silikon von Henkel ist Spitzenreiter und auch das Probau Sanitär-Silikon kommt im Gesamturteil noch auf "gut", vier weitere Dichtmassen sind immerhin noch "befriedigend".

Die Hauptkritik an Silikonfugenmassen bezieht sich auf hormonell wirksame zinnorganische Verbindungen, die als Katalysator eingesetzt werden. Lange Zeit gab es dazu keine Alternative. Jetzt wiesen die beauftragten Labore in acht Fällen nur noch Spuren dieser bedenklichen Chemikalien nach. In anderen Produkten liegt die Konzentration dagegen im Grammbereich; das ist immens viel, wenn man bedenkt, dass das Labor schon kleinste Mengen von einem Millionstel Gramm nachweist.

Das zweite große Thema sind Fungizide, die verhindern sollen, dass die Silikonfugen im Bad schimmeln und sich Schimmelpilzsporen in der Raumluft verteilen. In drei Fugenmassen wird die äußerst problematische Substanz Carbendazim eingesetzt, die im begründeten Verdacht steht, sowohl erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend als auch krebserregend zu sein. Auch Tebuconazol steht im Verdacht, die Fortpflanzung zu gefährden; Thiabendazol ist als umweltgefährlich eingestuft und wird in der Schwarzen Liste der Pestizide von Greenpeace sogar kritischer als Tebuconazol angesehen.

In mehr als der Hälfte der Silikonfugenmassen werden als Konservierungsmittel/Fungizide Isothiazolinone eingesetzt, die Allergien auslösen können. Das trifft vor allem auf die chlorierten Verbindungen wie Dichlorisothiazolinon zu. Die nicht chlorierten Verbindungen, hier Octylisothiazolinon, haben ein geringeres sensibilisierendes Potenzial, müssen aber ab einer Konzentration von 0,05 Prozent als "reizend" deklariert werden. Die Hersteller gestalten die Rezepturen so, dass sie knapp unter dieser Grenze bleiben.

Fast alle Produkte sind unzureichend deklariert. Lediglich Hersteller Henkel hat die von ihm produzierten Produkte als Biozidprodukte registrieren lassen, dabei sind mehr als die Hälfte der Silikonfugenmassen als "pilzhemmend" oder ähnlich ausgelobt. ÖKO-TEST ist der Meinung, dass der Verbraucher über die in der Rezeptur eingesetzten Konservierungsmittel und Fungizide informiert werden sollte. Dadurch werden Isothiazolinonallergiker gewarnt. Dies fordert auch der Blaue Engel für emissionsarme Dichtstoffe - für Farben und Lacke ist das schon lange gang und gäbe.

Bestehen die Silikonfugenmassen wirklich aus Silikon oder werden sie mit Erdölprodukten ge


Silikon-Fugenmassen, Sanitär: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Ceresit Sanitär Silikon
  • Henkel

Faust Sanitär-Silikon
  • Praktiker

Obi Classic Sanitär Silikon
  • Obi

Max Bahr Sanitär-Dichtstoff wasserbasiert
  • Max Bahr

Hornbach Sanitär Silikon
  • Hornbach

Racofix Fugen-Silicon
  • Sopro

Sista Schimmel Blocker Aktiv-Silikon
  • Henkel

Bobstone Sanitär-Silikon
  • Zeus/Hagebau

Lugato Wie Gummi Bad-Silicon
  • Lugato

Silikon E
  • Wilckens

OK. Silikon
  • Toom

Fundamo Silikon Küche, Bad & Dusche
  • Hellweg

Primaster Sanitär Silicon auf Wasserbasis
  • Globus

PCI Silcoferm S Silikon-Dichtstoff
  • PCI Augsburg

Knauf Sanitär-Silicon
  • Knauf

Probau Sanitär-Silikon
  • Bahag (Bauhaus)

Budget Silikon
  • Praktiker

Soudal Sanitär Silikon auf Wasserbasis
  • Soudal

18 Silikon-Fugenmassen im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012 Seite 280
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012 Seite 281
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012 Seite 282
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012 Seite 283

4 Seiten
Seite 280 - 283 im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
vom 14.10.2011
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Unsere Einkäufer klapperten die Baumärkte auf der Suche nach weißen Sanitär-Silikonfugenmassen ab. Sie fanden sowohl Markenprodukte wie auch Eigenmarken der Baumärkte mit unterschiedlichen Rezepturen. Die meisten der 18 Testprodukte sind sauer vernetzt, einige auch neutral, drei Dichtmassen sind wasserbasiert. In einigen Fällen machen die Hersteller jedoch keine Angaben.

Inhaltsstoffe

Das Härten der weichen Masse an der Luft erfolgt üblicherweise durch eine chemische Reaktion, die durch einen Katalysator in Gang gesetzt wird. In der Vergangenheit wurden dazu ausschließlich zinnorganische Verbindungen eingesetzt. Diese Stoffe stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. In unseren Tests 2004 und 2007 zeichnete sich ein Hoffnungsschimmer ab, in einzelnen Produkten waren nur geringe Mengen nachweisbar. Die Hersteller hatten einen alternativen Katalysator - wahrscheinlich Titan - eingesetzt. Allerdings war die Entwicklung 2007 eher rückläufig. Deshalb waren wir sehr gespannt, wie der aktuelle Stand ist. Das gilt auch für die in die Kritik geratenen, hormonell wirksamen Weichmacherphthalate, die in der Vergangenheit noch eingesetzt wurden.

Umstritten ist auch der Einsatz von fungiziden Wirkstoffen in Sanitär-Silikonfugenmassen. Diese Stoffe sind auch für den Menschen gesundheitlich nicht unbedenklich. Je nach Rezeptur und Art der Vernetzung werden unterschiedliche Verbindungen eingesetzt, die zum Teil Allergien auslösen oder Haut und Schleimhäute reizen können, teilweise aber noch gefährlicher sind. Auch in Fachkreisen ist die Frage strittig, inwieweit die Fugenmassen aufgrund der eingesetzten Fungizide Biozidprodukte sind, die registriert werden müssten. Dann wären die Stoffe und ihre Konzentration auf der Verpackung zu nennen mit eventuell erforderlichen Warnhinweisen. Biozid hin oder her - ÖKO-TEST ist der Meinung, dass Fungizide und Konservierungsmittel im Sinne des Verbraucherschutzes auf jeden Fall auf der Verpackung exakt benannt werden sollten. Deshalb haben wir die Deklaration unter die Lupe genommen und auch auf andere Angaben geachtet.

Gewichtsverlust

Silikonfugenmassen müssten gemäß ihrem Namen überwiegend aus Silikon bestehen. Silikon ist aber recht teuer, weshalb manche Hersteller das Material auch mit billigeren Erdölprodukten strecken, die sich im Laufe der Zeit verflüchtigen. Im Labor verkürzten unsere Tester den Prozess, indem sie die Dichtmassen über 72 Stunden erwärmten und trockneten. Auf diese Weise gasen flüchtige Verbindungen rasch aus.

Die Bewertung

Zinnorganische Verbindungen in großen Konzentrationen bewerten wir sehr streng. Auch für gesundheitlich problematische Fungizide gibt es Minuspunkte, wobei wir den Wirkstoff Carbendazim besonders kritisch sehen. Dieser hat in Heimwerkerprodukten nichts zu suchen. Nicht chlorierte Isothiazolinone haben ein geringeres sensibilisierendes Potenzial als die chlorierten Verbindungen, weshalb wir sie erst ab höheren Konzentrationen abwerten. Dabei orientieren wir uns an den Maximalgehalten, die der Blaue Engel für andere Isothiazolinonverbindungen vorsieht. In Bezug auf die Qualität der Silikonmasse halten wir mehr als 30 Prozent flüchtige Bestandteile für nicht akzeptabel. Allerdings gewichten wir die Inhaltsstoffe stärker als den Gewichtsverlust. Außerdem können schlechte Noten im Testergebnis Weitere Mängel das Testergebnis Inhaltsstoffe verschlechtern. Hier kritisieren wir unter anderem Deklarationsmängel.

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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
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Erschienen am 14.10.2011

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