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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
vom

Potenzmittel

Hängen gelassen

Bei Potenzschwäche kann Mann zum Arzt gehen - oder im Sexshop nach Abhilfe suchen. Richtige Standfestigkeit gibt es aber nur auf Rezept.

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14.10.2011 | ÖKO-TEST hat 19 Potenzmittel eingekauft: in Apotheken acht rezeptpflichtige Arzneimittel und zwei ergänzend bilanzierte Diäten gegen Erektionsstörungen, in Erotikshops neun Nahrungsergänzungsmittel, die eine Bereicherung des Liebeslebens versprechen. Bei den Arzneimitteln haben wir nach Wirksamkeits-, bei den anderen Produkten nach Nutzenbelegen gesucht. Zudem hat unser wissenschaftlicher Berater einen kritischen Blick auf die Deklaration geworfen.

Das Testergebnis

Hilfe gibt es nur auf Rezept: Während die Wirksamkeit der meisten rezeptpflichtigen Arzneimittel belegt ist, taugen die Präparate aus dem Sexshop bestenfalls als Gag, da es an Nutzenbelegen mangelt.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Beim Einkauf sind wir den seriösen Weg gegangen, um von vornherein Produkte von zweifelhafter Herkunft auszuschließen. Daher haben wir auf den Versandhandel via Internet verzichtet. Die Arzneimittel und ergänzend bilanzierten Diäten stammen aus einer Apotheke vor Ort. Dann haben wir in Erotikshops geschaut, was hier zur Bereicherung des Liebeslebens angeboten wird. Heraus kam eine überschaubare Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln in mehr oder weniger ansprechender wie anregender Aufmachung.

Die Begutachtung
Zur pharmakologischen Begutachtung der Arzneimittel hat unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, in medizinischen Datenbanken nach Studien gesucht, die für die Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit relevant sind. Während Arzneimittel ein Zulassungsverfahren durchlaufen, müssen ergänzend bilanzierte Diäten und Nahrungsergänzungsmittel beim ersten Inverkehrbringen lediglich bei den zuständigen Behörden gemeldet werden. Um trotzdem prüfen zu können, auf welchem Fundament die ausgelobten Ansprüche stehen, haben wir die Anbieter gebeten, uns Nutzenbelege für ihre Produkte zuzuschicken. Für die Nahrungsergänzungsmittel war die Ausbeute null.

Inhaltsstoffe und Deklaration
Auf aufwendige - und teure - chemische Untersuchungen, beispielsweise auf Pestizide oder Schimmelpilzgifte in Produkten mit Zutaten pflanzlicher Herkunft, haben wir bewusst verzichtet. Denn Hilfe für das Liebesleben ist von solchen Produkten ohnehin nicht zu erwarten. Sie können in unserem Test also nicht besser als mit "mangelhaft" abschneiden. Daher erachten wir weitergehende Analysen für überflüssig. Per Deklaration haben wir bei Nahrungsergänzungsmitteln überprüft, ob die Mengen an zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen den Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung entsprechen - was oft genug nicht der Fall war.

Die Bewertung
Das vergebene Gesamturteil beruht bei den Arzneimitteln im Wesentlichen auf der pharmakologischen Begutachtung, da es an den Hilfsstoffen nichts zu kritisieren gibt. Bei den beiden anderen Produktkategorien tragen vor allem Nutzenbelege und Deklarationsmängel zum Testergebnis maßgebliche Inhaltsstoffe bei. Fehlende Nutzenbelege führen hier bereits zu einem "mangelhaft", Deklarationsmängel und erhöhte Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen gar zu einem "ungenügend". Da fällt das Testergebnis Weitere Inhaltsstoffe, unter dem hier zugesetzter Alkohol oder ein problematischer Farbstoff zu Notenabzug führen, fast nicht ins Gewicht.

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