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13 Töpfe im Test

Topfit

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 | Kategorie: Essen und Trinken | 11.10.2013

13 Töpfe im Test

Die einen bekommen bereits in der Küchenabteilung feuchte Augen. Bei den anderen tut's auch der günstige Topf aus dem Supermarkt. Unser Test zeigt: Vernünftige Modelle gibt's schon für wenig Geld. Ein Billigheimer ist aber nicht alltagstauglich.

Wir haben zwölf Edelstahltöpfe und, als Alternative für Nickelallergiker, ein keramikbeschichtetes Modell aus der Silargan-Reihe von Silit eingekauft. Unsere Wahl fiel auf ein Standardmodell, Fleischtöpfe mit einem Durchmesser von 24 Zentimetern. Der günstigste kostete 13,99 Euro, der teuerste 154 Euro. Wir machten den Test: Sind teure Modelle energieeffizienter, handlicher, robuster? Aus welchem Topf löst sich mehr Nickel?

Das Testergebnis

Ob sie nun 19,99 oder 154 Euro gekostet haben, die Töpfe unterscheiden sich nur in Nuancen. Als Totalausfall erwies sich aber der 13,99-Euro-Fleischtopf der Real-Eigenmarke Tip. Sein Boden ist so stark gebogen, dass er kaum aufliegt, er verbraucht viel Energie, es brennt schnell was an.

Ein starker Boden heizt sich gleichmäßiger auf als dünne Modelle. Ansonsten bedeutet großer Materialeinsatz nicht zwangsläufig, dass der Topf energiesparender kocht als leichtere Modelle. Am sparsamsten lässt sich Wasser mit dem ganz besonders leichten 365+ Topf von Ikea sowie mit dem mittelschweren Le Creuset Shallow Casserole 3-ply zum Kochen und Weiterköcheln bringen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Kochtopf heiß wird, wenn darin gekocht wird. Heißer als 55 Grad sollten die Griffe aber nicht werden. Nach Norm wird nur an den äußersten Stellen der Griffe gemessen, ob die 55 Grad überschritten sind. Da man einen Topf aber nicht unbedingt nach Norm anpackt, ließen wir dort messen, wo die Griffe ans Gehäuse oder den Deckel stoßen - genau genommen einen Zentimeter davon entfernt. Dort war's bei sieben Töpfen noch etwas zu heiß. Richtig schmerzhaft kann es beim Tip Fleischtopf werden, wenn man den Deckelknauf greift und dabei die Metallplatte berührt, mit der der Knauf im Glasdeckel befestigt ist. 73 Grad wurden beim Linseneintopfkochen gemessen.

Die Tester ließen in jedem Topf eine Portion Linseneintopf 45 Minuten köcheln, dann wurde er ausgegossen. In den Töpfen von Iittala, Elo und WMF klebten noch Eintopfreste am Boden, recht viel musste man vom Boden des Tip Fleischtopfs schrubben.

Der Topfboden sollte möglichst eben auf der Kochplatte liegen, um die Energie optimal auszunutzen. Da das Metall sich mit der Hitze ausdehnt, müssen die Töpfe so konstruiert sein, dass ihr Boden sich so gut es geht auf die Herdplatte legt, keinesfalls aber nach außen wölbt. Die meisten Töpfe schafften das zufriedenstellend. Der Berndes Genua Kochtopf mit Glasdeckel bog sich nach ein paarmal Abschrecken mit kaltem Wasser leicht nach außen. Er steht deshalb, wenn er abgekühlt ist, nicht mehr ganz so gut auf der Platte. Beim Erhitzen allerdings zieht sich der Boden nach innen, alles ist wieder in Ordnung. Für Staunen sorgte der Tip Fleischtopf, der schon mit enorm gewölbten Boden angeliefert wurde, der sich in den Tests noch stärker nach innen bog. Hier ist einfach bei der Konstruktion etwas schiefgelaufen. Das bestätigte sich dann auch im Falltest: Als die Tester den Topf gefüllt mit Linseneintopf auf den Boden fallen ließe


Töpfe: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Rösle Kochtopf (Multiply)
  • Rösle

Zwilling Prime Kochtopf mit Glasdeckel
  • Zwilling

Silargan Passion Colours Fleischtopf mit Glasdeckel, gelb
  • Silit

Ikea 365+ Topf
  • Ikea

Berndes Genua Kochtopf mit Glasdeckel
  • Berndes

Tip Fleischtopf mit Glasdeckel
  • Real

WMF Fleischtopf Cromargan Premium One
  • WMF

Elo Rubin Fleischtopf mit Glasdeckel
  • Elo

Schulte-Ufer Wega Fleischtopf
  • Schulte-Ufer

Le Creuset Shallow Casserole 3-ply
  • Le Creuset

Fissler Family Line Kochtopf
  • Fissler

Rohe Ravenna Fleischtopf mit Glasdeckel
  • Rohe

Iittala All Steel Kasserolle
  • Iittala

13 Töpfe im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 272
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 273
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 274
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 275
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 276
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014 Seite 277

6 Seiten
Seite 272 - 277 im ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom 11.10.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: 13 Fleischtöpfe mit einem Durchmesser von 24 Zentimetern. Darunter zwölf Modelle aus Edelstahl sowie ein keramikbeschichtetes Modell. Alle Töpfe sind auch für Induktionsherde geeignet.

Der Praxistest und das Material

Energieeffizienz: Kocht man mit schwerem Gerät energiesparender als mit Leichtgewichten? Wir ließen Zeit nehmen: Wie lange benötigen die Töpfe, um drei Liter Wasser auf Glaskeramik zum Kochen zu bringen? Die Energie, die fürs Aufkochen sowie für das Weiterköcheln verbraucht wird, wurde ebenfalls gemessen. Mit dem sogenannten Puderzuckertest ermittelten die Fachleute, wie gleichmäßig die Temperatur am Topfboden verteilt ist. Je schneller der Puderzucker von der Mitte bis zum Topfrand schmilzt, desto besser.

Handhabung: Der Alltagstauglichkeitstest erfolgte am Beispiel einer Dose Linseneintopf. Der Eintopf wurde erhitzt und dann 45 Minuten auf Temperatur gehalten. Zwei Experten gaben danach ihr Urteil ab: Wie gut liegen die Griffe in der Hand? Wie viel Eintopf klebt am Boden fest?

Konstruktion und Material: Der Topfboden sollte so eben wie möglich auf der Kochplatte aufliegen. Das ist nicht selbstverständlich: Das Material dehnt sich aus, wenn es erhitzt wird, im schlechtesten Fall nach außen - und dann wird's kippelig. Wie es mit der Bodendurchbiegung aussieht, haben die Fachleute unter verschiedenen Bedingungen nachgemessen: im Neuzustand, nach der ersten Erhitzung auf 200 Grad, nach 50 Abschreckungen mit kaltem Wasser. Wichtig war uns zu erfahren, wie sich der Topf unter Hitze verhält.

Um zu prüfen, wie schnell die Oberfläche rostet, wurden die Töpfe mit Salzspray besprüht und unter hoher Luftfeuchtigkeit 48 Stunden gelagert. Bei diesem Härtetest zeigen sich schnell die Schwachstellen.

Das Schwermetall Nickel ist Bestandteil der Legierung und löst sich mal mehr, mal weniger stark beim Kochen heraus. Wir haben im gespülten, nagelneuen Topf Sauerkraut kochen lassen, das besonders gut Nickel aus Edelstahl löst.

Weitere Mängel

Man sieht einem Topf nicht an, ob er für Induktionsherde geeignet ist. Eine Prägung am Topfboden hilft, wir prüften die Töpfe darauf.

Die Bewertung

Abgesehen von dem Totalausreißer von Real sind die Unterschiede zwischen den Töpfen minimal, den besten trennt vom schlechtesten noch nicht mal eine ganze Note. Es lohnt sich, auf die einzelnen Ergebnisse zu schauen: Wer einen Topf sucht, der das Nudelwasser schnell zum Kochen bringt, wird mit einem anderen Topf glücklich als Leute, die einen besonders energiesparenden Topf suchen.

Aktuelle Ausgabe
Spezial Energie
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014

Erschienen am 11.10.2013

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