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17 Fahrradhosen im Test

ÖKO-TEST April 2013
vom 28.03.2013

Fahrradhosen

Bein(k)leid

Eine Fahrradhose erhöht dank Polster und faltenfreiem Sitz den Komfort auf dem Sattel. Ungemütlich kann es für die Haut dennoch werden - wenn das enge Kleidungsstück voller Schadstoffe ist. Und das trifft leider für mehr als die Hälfte der getesteten 17 Fahrradhosen und -unterhosen zu.

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28.03.2013 | Eine kleine Falte im Hosenstoff reicht aus. Am Oberschenkel etwa. Dort, wo das Bein immer wieder am Sattel entlangscheuert. Oder eine harte Jeansnaht am Po: Bei jedem Tritt in die Pedale drückt und reibt die Naht am Allerwertesten. Der wird erst rot, dann wund. Und spätestens jetzt verwandelt sich die Fahrradtour durchs Grüne in einen Höllenritt auf ro(h)ter Haut.

Unter ästhetischen Gesichtspunkten lässt sich über eng anliegende Fahrradhosen streiten. Beim Thema Funktionalität sind sich die meisten Tourenfahrer aber einig: Gut sitzende, enge Fahrradhosen erhöhen den Fahrkomfort deutlich.

Das entscheidende Element der Fahrradhose ist das Sitzpolster. Sinnvoll sind anatomisch geformte Polster. Die verteilen den Druck gleichmäßig auf die drei Bereiche des Beckens, auf denen beim Fahrradfahren der größte Druck lastet: im hinteren Bereich des Beckens sind das die zwei Sitzbeinhöcker. Von den Sitzbeinhöckern verlaufen die Knochen über die Schambeinkufen - der zweite Druckpunkt - nach vorn zum Schambein. Das ist der dritte Bereich, auf dem beim Fahrradfahren maximaler Druck auftreten kann.

Was alles an Schadstoffen in den Sitzpolstern und dem übrigen Hosenmaterial steckt, verrät Ihnen unser Test von neun Fahrradhosen und acht Fahrradunterhosen.

Das Testergebnis

Untragbar. Zehn Fahrradhosen und -unterhosen stecken voller problematischer Inhaltsstoffe und fallen beim Test mit "ungenügend" oder "mangelhaft" durch. Auch die übrigen sieben Produkte schneiden mit einer Ausnahme nur mittelmäßig ab.

Woher stammt die krebserregende Substanz? In den Hosen Cool Bike Boxer von Craft, Pearl Izumi Women's Elite Cycling Bib, Trigema Rad-Unterhose Bioactive und Vaude Wo Birch Shorts and Innerpants fand ein Labor das krebserregende aromatische Amin 4,4'-Diaminodiphenylmethan, kurz MDA. Aromatische Amine sind Stoffe, die insbesondere für die Herstellung von Farbstoffen verwendet werden und auch in der Kunststoffproduktion zum Einsatz kommen. In dem Modell von Craft sind 70 mg/kg, im Produkt von Pearl Izumi 40 mg/kg des Amins enthalten. Die Bedarfsgegenständeverordnung verbietet aromatische Amine in Produkten, die längere Zeit mit der menschlichen Haut in Berührung kommen können, ab einer Menge von mehr als 30 mg/kg. Das Inverkehrbringen solch belasteter Produkte ist nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch verboten. Rechtlich beurteilungsrelevant sind Amine aber nur, wenn die Quelle der Amine Azo-Farbstoffe sind. Denn der Gesetzgeber sieht es als bewiesen an, dass sich aus Azo-Farbstoffen auf der Haut und im menschlichen Körper die gefährlichen aromatischen Amine abspalten und so ihr negatives Potenzial entfalten können. Bei unserem Fahrradhosen-Test ließ sich jedoch nicht klären, ob MDA aus einem Azo-Farbstoff oder aus dem in den vier Hosen enthaltenen Kunststoff Polyurethan stammt. Trotzdem hat das Labor das gefährliche aromatische Amin mit derselben Methode nachgewiesen, mit der ein Nachweis von Aminen auch in Azo-Farbstoffen erfolgt. Ob sich da

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben neun Fahrradhosen und acht Fahrradunterhosen eingekauft. Letztere verfügen ebenfalls über Sitzpolster und sind für Radfahrer geeignet, die zwar längere Strecken zurücklegen, dafür aber keine ausgesprochene Radsportkleidung tragen möchten. Im Einkaufskorb landeten Produkte für Frauen und Männer - für Letztere hat sich die Trägerhose (Bibshort) in den vergangenen Jahren durchgesetzt.

Die Inhaltsstoffe
"Funktionsbekleidung" heißt hier das Stichwort: Fahrradhosen sollen reibungslosen Komfort bieten, Feuchtigkeit vom Körper wegschaffen und gleichzeitig gegen Wind und Wetter schützen. Und einige Produkte sollen sogar unangenehme Gerüche vermeiden, indem Stoffe im Hosenmaterial die geruchsbildenden Bakterien killen. Für dieses Rundum-sorglos-Paket setzen Hersteller verschiedene Kunstfasern ein und unterschiedlichste Ausrüstungsmaterialien. Deswegen haben die Labore zum Beispiel nach schädlichen antibakteriell wirksamen Substanzen gesucht. Giftige zinnorganische Verbindungen können zum Imprägnieren der Materialien verwendet werden. Auch ließen wir untersuchen, ob die Hersteller Silber im Kampf gegen geruchsbildende Bakterien einsetzen. Silber kann die Umwelt schädigen und zur Bildung von silberresistenten Bakterienstämmen beitragen, womit der in der Medizin wertvolle antimikrobielle Stoff wirkungslos wird.

Die Materialprüfung
Wir wollten wissen: Behält die Fahrradhose ihre Farbe, auch wenn sie starker Reibung ausgesetzt ist oder in Kontakt mit Schweiß gerät? Genau so wichtig für Verbraucher: Färbt die Hose auf das Baumwollshirt, die Haut oder das Polyestertrikot ab?

Die Bewertung
Fahrradunterhosen und auch Fahrradhosen werden auf der nackten Haut getragen. Und die ist durch Schweiß, Reibung und Hitze beim Einsatz bereits genug gefordert. Da hat zusätzlicher Stress durch problematische Inhaltsstoffe im Textil schon gar nichts zu suchen. Aber auch das Material muss den Härtetest bestehen und reibecht sowie schweißecht sein. Und es darf natürlich nicht abfärben. Inhaltsstoffe und Material - beides ist wichtig. Deshalb kann das Gesamturteil auch nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.

So haben wir getestet

Reibungslos dank Sitzpolster. Leider enthalten die anatomisch geformten Kissen oft Silber.