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14 Pedelecs im Test

Fahr lässig!

ÖKO-TEST März 2013 | Kategorie: Freizeit und Technik | 22.02.2013

14 Pedelecs im Test

Pedelecs werden immer beliebter. Doch Qualität hat ihren Preis. In unserem umfangreichen Praxistest entpuppten sich vor allem die günstigeren Modelle als echtes Sicherheitsrisiko. Beim Härtetest gingen Felgen und Speichen zu Bruch, bei einem Modell riss sogar das Sitzrohr an. Mit den Rädern von Kalkhoff und Daimler gibt es aber richtig "gute" Alternativen.

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Radeln mit eingebautem Rückenwind - was früher ein auf langen Touren und Berganstiegen fromm dahin gejammerter Wunsch war, ist mit dem Pedelec Realität geworden. Die Fahrräder mit elektrischer Unterstützung machen die anstrengenden Seiten des Radfahrens deutlich entspannter. Anfahren, Steigungen und Gegenwind bringen einen nicht so aus der Puste oder ins Schwitzen. Wer in die Pedale tritt, bekommt durch die Unterstützung des eingebauten Elektroantriebs gleich noch mehr Schwung.

Klar: Aus sportmedizinischer Sicht ist ein normales Rad für halbwegs fitte Leute die bessere Variante - ein Pedelec kann auch dazu verleiten, immer tretfauler zu werden. Aber bei untrainierten oder gesundheitlich eingeschränkten Menschen sind Pedelecs eine praktische Lösung.

Auch Berufspendler sind zunehmend auf dem Elektrorad unterwegs - schneller als mit dem Fahrrad und vor allem schweißfrei. Zwischen 20 und 30 Kilometer schafft man mit einem Pedelec bequem in einer Stunde. Einmal volltanken kostet ungefähr so viel Strom wie das Kochen einer Kanne Kaffee. Die Deutsche Post hat deshalb seit 2001 Pedelecs im Einsatz. Bei BASF sollen sie nach und nach rund 1.500 Mofas aus der Betriebsfahrzeugflotte ersetzen. In Bremen waren einige Pflegedienste nach einer ausgiebigen Testphase so begeistert von ihren Pedelecs, dass sie sich gleich mehrere davon angeschafft haben.

Mit Pedelecs lässt sich inzwischen richtig Geld verdienen. Nach Angaben des Verbands der Zweiradindustrie wurden 2005 gerademal 40- bis 50.000 Pedelecs in Deutschland verkauft, 2012 waren es bereits rund 400.000. Tendenz steigend. Heute hat fast jeder Fahrradhersteller Pedelecs im Programm. Die Antriebstechnik holt man sich von außen, etwa von Panasonic, Bosch oder Sanyo.

Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer: Entwicklungstechnisch steckt die Elektroradbranche noch in den Kinderschuhen. "Es gibt nur wenige Hersteller, die das Pedelec als eigenes Konzept sehen, bei dem Rad, Antrieb und Akku aufeinander abgestimmt sei müssen", kritisiert der Fahrradsachverständige Ernst Brust. Einfach ein "normales" Fahrrad mit Motor ausstatten, reicht aber nicht, denn Pedelecs sind schwerer und kommen schneller in Fahrt. "Untersuchungen zeigen, dass die Belastung auf Bauteile wie Rahmen und Gabel deutlich höher ist als beim normalen Fahrrad", so Brust.

Eine verpflichtende Sicherheitsnorm mit speziell auf Pedelecs zugeschnittenen Anforderungen gibt es nicht. "Der Markt ist weitgehend unreguliert, dadurch fehlt der Druck auf die Fahrradbranche", sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Hinzu kommt: "Die wenigen Vorschriften, die gelten, werden von den Überwachungsbehörden kaum kontrolliert", so Filippek.

Auf dem Markt tummeln sich Dutzende Billigheimer und schwarze Schafe. Auch Baumärkte und Discounter bieten ab und an Schnäppchen für 700 oder 800 Euro als Sonderaktion an. Doch da kauft man in der Regel die Katze im Sack, denn eine Probefahrt ist meist ni...


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Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: Zehn Pedelecs mit Motorunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde. Eingekauft wurden gängige Modelle bekannter Markenhersteller. Mit dem stark beworbenen Volks-E-Bike von Fischer ist auch ein Modell der günstigeren Kategorie dabei. Was die Technik betrifft, war uns wichtig, dass jedes der drei Antriebskonzepte (Vorder-, Hinter- und Mittelmotor) mindestens zwei Mal vertreten ist. Die Produkte sind mit Standardakkus ausgestattet (ohne Aufpreis erhältliche Akkugröße).

Die Praxisprüfung

Wir ließen die Pedelecs beim Prüfinstitut velotech.de nach neuestem Stand der Technik untersuchen. Anforderungen und Prüfungen gingen über die Vorgaben der EU-Sicherheitsnormen hinaus. Der Grund: Laut Pedelec-Norm dürfen die Hersteller herkömmliche Fahrradbauteile verwenden. Was für einfachste Fahrräder konzipiert ist, kann man aber nicht auf Pedelecs übertragen. Wo schneller gefahren wird, härter gebremst, wo der Rahmen schwerer zu tragen und mehr auszuhalten hat, muss auch anders geprüft werden. Ein Komplettfahrzeugtest ist laut Norm gar nicht vorgesehen. Velotech.de simulierte dauerhaften Gebrauch der Pedelecs auf dem Rollenprüfstand. Über eine Methode zur Reichweitenermittlung wird innerhalb der Branche noch diskutiert. Wir haben mit velotech.de einen solchen Zyklus erarbeitet und bereits danach getestet. Hinzu kamen viele weitere Prüfungen: Ist die CE-Kennzeichnung vollständig mit allen wichtigen Hersteller- und Produktangaben? Wie ist es um die Fahrdynamik bestellt, neigt das Rad zum Flattern? Auch die Sicherheit der Akkus hätten wir gerne bewertet. Doch die dazu notwendigen, extrem kostspieligen Prüfungen wären derzeit kaum durchführbar innerhalb eines unabhängigen Warentests. Wer alle Risikoszenarien durchspielen will, braucht dazu die Schaltpläne der Hersteller. Aber die geben ihre Betriebsgeheimnisse erfahrungsgemäß selten freiwillig preis.

Die Inhaltsstoffe

Dauerkontakt hat der Fahrer mit Sattel und Griffen. Diese können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten. PAK stammen vor allem aus Verunreinigungen, die durch die Zugabe von Ölen entstehen. Hersteller verwenden diese, um Kunststoffe flexibler zu machen. Das gilt auch für die Phthalate. Zinnorganische Verbindungen haben eine eher stabilisierende Funktion.

Die Bewertung

Aufgrund der höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten ist bei Rädern mit Motorunterstützung das Thema Fahrsicherheit noch wichtiger als bei einem herkömmlichen Rad. Deshalb geht das Testergebnis Praxisprüfung zu 80 Prozent ins Gesamturteil ein. Das Testergebnis Inhaltsstoffe macht 20 Prozent aus.

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