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ÖKO-TEST Dezember 2012
vom

Fernseher, LCD-Bildschirm

Sieh mal da!

ÖKO-TEST hat in Kooperation mit der Fachzeitschrift Chip LCD-Fernseher getestet. Was ihre Bildqualität angeht, können sich alle sehen lassen. Beim Stromverbrauch lohnt es sich allerdings, genau hinzusehen.

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30.11.2012 | Der Röhrenfernseher ist Geschichte. Bis 2016 sollen nach Zahlen des Branchenverbands Bitkom nur noch in zwei Prozent aller Haushalte solche Exemplare zu finden sein. Die Zukunft gehört eindeutig dem Flachbildfernseher. Gründe gibt es viele. Größerer Bildschirm, besseres Bild - und endlich hochauflösendes HD-Fernsehen empfangen können.

HD steht für High Definition und messerscharfe Bildqualität. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt's HD ohne Aufpreis, bei den Privaten muss man zusätzlich ein paar Euro drauflegen. Empfangen kann man HD-Fernsehen über Kabel und Satellit, wer mit Antenne (DVB-T) fernsieht, muss ein bisschen tricksen (siehe "TV-Glossar für Einsteiger).

HD ist nicht zu verwechseln mit digitalem Fernsehen, auch wenn die Umstellung von analog auf digital durchaus einen kleinen Qualitätssprung beim Bild ausmachen kann. Via Antenne gibt's schon seit Jahren nur noch digitale Signale, seit dem 30. April 2012 übertragen auch Satelliten die Signale nur noch digital.

Die neuen Flachen übertragen die Bilder in einer höheren Frequenz und mit mehr Bildzeilen und Pixeln. Somit wird das Bild klarer, schärfer. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen LCD- und Plasmabildschirmen. Plasmabildschirme sind in der vergangenen Zeit etwas ins Hintertreffen geraten, auch wenn sie gute Bildqualität zum guten Preis liefern. Das liegt vor allem am hohen Strombedarf. Fernseher mit Plasmatechnik schaffen selten eine Energieeffizienzklasse, die besser als B ausfällt. Bei LCD hingegen ist A inzwischen fast schon Standard, erste Geräte schaffen sogar schon die Klasse A+. Das liegt vor allem am Einsatz von Leuchtdioden (LED) für die Hintergrundbeleuchtung, sie machen konkurrenzlos effizient aus Strom Licht.

Trotz großer Bildschirme müssen die neuen Geräte also nicht unbedingt Stromfresser sein. Wenn sie nicht gerade Heimkinogröße haben, sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit sogar sparsamer als die alten Röhren. Das liegt auch daran, dass die Empfangsgeräte für Satelliten- oder Kabel-TV, die ziemliche Stromfresser sein können, meist integriert sind.

Viele der neuen Fernseher sind internetfähig. Praktisch ist der Zugriff auf HbbTV, den Bildschirmtext der Zukunft. Hier kann man nämlich über die Mediadatenbanken der einzelnen Sender Filme und ältere Sendungen abrufen, die Nachrichtenlage checken und vieles mehr. Was die Internetfähigkeit angeht, lohnt es sich, genau hinzusehen. Freies Surfen, wie man's vom Computer gewohnt ist, geht nur bei den wenigsten Geräten. In der Regel stellen die Hersteller eine Liste von Seiten zusammen, die man ansurfen kann - etwa Youtube oder Bild.de. Das nächste Riesenthema: 3-D. Das geht - zumindest im bezahlbaren Endverbrauchersegment - noch nicht ohne Brille.

ÖKO-TEST hat sich in Kooperation mit der Fachzeitschrift Chip auf die Suche nach energieeffizienten Flachbildfernsehern gemacht, die dazu noch gute Bildqualität und Ausstattung liefern. Unsere Wahl fiel auf Fernseher mit einer Bilddiagonale von 40 bis 42 Zoll - das entspricht einem knappen Meter in der Breite und passt in so ziemlich jedes Wohnzimmer. Ausgewählt wurden jeweils die Modelle eines Herstellers mit der besten Energieeffizienzklasse, alle basieren auf LCD-Technik. Weil viele Leser sich um die Emissionen von Fernsehern sorgen, haben wir auch prüfen lassen, was aus den neuen Fernsehern ausgast.

Das Testergebnis

... sieht gut aus! In zwei Fällen sogar "sehr gut". Auch was die ausgasenden Stoffe angeht, die viele Verbraucher bei neuen Fernsehern befürchten, können wir beruhigen. Es gasen zwar flüchtige Verbindungen aus, doch nur in geringen Mengen. Und: Gute Bildqualität muss nicht teuer sein.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: Zehn Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 40 bis 42 Zoll. Wir wählten jeweils das Modell mit der besten Energieeffizienzklasse, die ein Hersteller in dieser Größe anbietet, aus. Alle Fernseher basieren auf LCD (Edge-LED)-Technik und liefern Full-HD-Qualität.

Der Praxistest
... fand im Chip-Testlabor in München statt. Ein kleiner Auszug aus dem Testprogramm:
Energieverbrauch: Das Thema Stromverbrauch wird bei den heutigen Energiepreisen immer wichtiger. Daher sollte ein Fernsehgerät einen möglichst geringen Verbrauch aufweisen. Gemessen wurde im Normalbetrieb - das heißt der Einstellung mit dem besten Bild, falls vorhanden im Eco-Modus, mit aktiviertem Lichtsensor, bei schwacher Helligkeit sowie im Standby-Modus.
Ausstattung: In diese Kategorie fließt die Anzahl der Schnittstellen ein, genauso wie die im Fernseher verbauten Tuner oder Festplattenrekorder. LCD-TVs sind in der Regel nicht selbsterklärend. Deshalb ist eine vernünftige Bedienungsanleitung wichtig.
Bildqualität: Profis nennen es Homogenität, Farbraum, Abweichung von der Gammakurve und frontaler Kontrast und verwenden großes Messgerät. Am Beispiel eines Fußballspiels heißt das: Sieht der Rasen beim Fußballspiel flau und matschig aus oder kann man jeden einzelnen Halm erkennen? Flimmert und grieselt es in einfarbigen Flächen? Werden Bewegungen ruckelfrei dargestellt, sind die Übergänge zwischen hell und dunkel scharf? Liefert der Bildschirm satte Farben, und zwar bis in die letzte Ecke des Displays? Wie gut ist das Bild bei schrägen Blickwinkeln noch? Für die Prüfung der TV-Video-Qualität sahen sich die Tester mehrere Filmsequenzen an, um zu klären, wie gut analoge PAL-TV-Bilder, Sequenzen von DVDs und hochauflösendes Filmmaterial von Blu-Rays dargestellt werden.
Ergonomie: Wer Bildparameter einstellen möchte, muss sich in der Regel durch ein Display auf dem Bildschirm klicken. Die Tester sahen sich an, wie gut man hier zum Ziel kommt. Ergonomie heißt auch: Schalter und Anschlüsse sind gut erreichbar und selbsterklärend.
Tonqualität: Die Tester hörten sich verschiedene Testsequenzen bei voller Lautstärke an und beurteilen danach, wie klar der Klang war.

Die Inhaltsstoffe
Im Fokus stand dieses Mal vor allem, was aus den Fernsehern ausgast. Gemessen wurde das in einer Prüfkammer - ein abgeschlossener Kasten, in dem die neuen Geräte eine Stunde lang liefen, dann wurden die Schadstoffe in der Raumluft ermittelt. Standard bei uns: Wir prüfen, ob bromierte Flammschutzmittel und PVC zum Einsatz gekommen sind.

Die Bewertung
... der praktischen Eigenschaften basiert auf dem Testurteil der Chip-Fernseh-Experten - bei der Gewichtung haben wir allerdings etwas andere Schwerpunkte gesetzt, vor allem das Teilergebnis Energieaufnahme schlägt stärker zu Buche. Die Bewertung der ausgasenden Stoffe sowie des Materials erfolgte nach ÖKO-TEST-Kriterien.

So haben wir getestet

Messtechniker Robert Kraft richtet das Video-Photometer zu Display-Messung aus. An den schwarz-weißen Übergängen lässt sich gut sehen, wie sauber ein Fernseher die 3-D-Darstellung hinbekommt.