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15 Laminate im Test

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ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 09.11.2009

15 Laminate im Test

Ein Bild von einem Holzboden: Das ist Laminat. Die günstige, pflegeleichte Alternative zur echten Holzoberfläche hat aber nicht nur Vorzüge. Laminat kann für ordentlich Spannung im Raum sorgen und einige Vertreter sind nicht ganz so robust, wie die Hersteller versprechen.

Neuer Artikel vorhanden: 10 Laminatböden im Test

Fertigparkett oder Laminat? Wenn die Entscheidung ansteht, gibt am Ende oft doch der Preis den Ausschlag - Laminat macht den Holzlook teilweise schon für fünf Euro pro Quadratmeter möglich. Jährlich werden über 80 Millionen Quadratmeter Laminat in Deutschland verlegt. Ein Verkaufsschlager. Der Absatz an Fertigparkettfläche betrug nur rund ein Viertel davon. Ist Laminat gut gemacht, ist der Unterschied zwischen echt und unecht kaum zu erkennen. Die Hersteller investieren einige Mühe, um dem natürlichen Vorbild so nah zu kommen. Die nötige Härte, für die Laminat immer wieder gepriesen wird, erhält es von einer hauchdünnen Schicht Melamin- oder Acrylharz. Kratzer und Flecken können ihm wenig anhaben. Dafür fehlt es dem Kunststoffbelag an der natürlichen Ausstrahlung, die eine Echtholzoberfläche zu bieten hat. Holz fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes auch wärmer an, ist "fußwarm", da es die Wärme nicht so schnell ableitet.

Tragende Kraft im Inneren des Laminats sind Holzwerkstoffe, meist hochdichte Faserplatten. Als Rohstoffe dienen unter anderem Rest- und Schwachhölzer, die zu Fasern verarbeitet und mit Bindemitteln zu Platten gepresst werden. Eine ökologisch sinnvolle Verwertung für Holz, das nicht für die Oberfläche taugt. Die andere Seite der Medaille sind Kunstharze, die als Bindemittel zum Einsatz kommen.

Wir haben 15 Laminatböden eingekauft, um zu testen, ob sie schadstoffbelastet sind. Darüber hinaus ließen wir ihre Praxistauglichkeit überprüfen.

Das Testergebnis

Das Grundproblem der Laminatböden bleibt: die mögliche elektrostatische Aufladung. Sie ist der Grund dafür, dass kein Produkt mit "sehr gut" abschneidet, maximal ein "gut" ist drin. Schlechte Noten hagelt es vor allem, weil viele Laminatpaneele Mängel im Praxistest zeigen.

Wenn uns die Haare zu Berge stehen, nachdem wir einen Synthetikpulli über den Kopf gezogen haben oder der Laminatboden Staub scheinbar magisch anzieht: In beiden Fällen sind elektrostatische Ladungen im Spiel. Viele Kunststoffe sind hier besonders anfällig, da sie die Ladung nicht wie die meisten natürlichen Materialien ableiten, sondern speichern. Bei einem Laminatboden bleibt das nicht ohne Nebenwirkungen - unsichtbar, aber fühlbar. Wann immer Socken, Schuhe und Pfoten über den Laminatboden laufen, entsteht Reibung. Ein auf diese Weise "geladenes" Laminat beginnt automatisch, die elektrischen Eigenschaften anderer Körper im Raum zu verändern. Nicht nur Staub wird angezogen oder aufgewirbelt, auch die Luft reagiert. Die Luftelektrizität steigt, die Luftionisation leidet, was sich anfühlen kann wie bei einem Föhnwind in Bayern oder wie kurz vor einem Gewitter. Außerdem lädt sich der Mensch in solchen elektrostatisch auffälligen Räumen elektrisch regelrecht auf - da können die Haare schon mal zu Berge stehen. Bei der Prüfung der Oberflächenspannung luden sich die untersuchten Paneele teilweise um mehr als 10.000 Volt auf. Keines der Produkte schaffte einen Wert unter 500 Volt. Das ist der Wert, den die anerkannte schwedische TCO-Norm als Grenzwert für Bildschirmarbeitsplätze vorgibt.

Beim Verlegen des Laminats dürfen sich Fugen und Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Paneelen nicht bemerkbar machen. Hier schlugen sich alle Vertreter ohne große Mängel. Bei der Überprüfung der Stoßfestigkeit sowie der Feuchtebeständigkeit, im Fachjargon "Dickenquellung" genannt, sah es nicht so gut aus. Im Wasserbad quollen Haro Tritty 40, 3-Stab Wildkirsche Lock Connect, Elesgo Wellness Floor 32 President Eiche Natur und der OK. Laminatboden Buche Schiffsboden nach 24 Stunden um über 20 Prozent auf, sodass sie nach den Vorgaben der Norm keiner Beanspruchungsklasse mehr entsprechen.

Kurze, feste Aufschläge einer erbsengroßen Kugel steckten die Laminatoberflächen ohne große Beschädigungen weg. Beim Test mit einer schwereren Kugel sahen die meisten Laminate dann nicht mehr so souverän aus: die meisten Produkte zeigten eine geringe bis sehr geringe Belastbarkeit beim Kugelfalltest. Für die Laminate von Ikea und Hornbach bedeutet dieses Ergebnis, dass keine Einstufung in eine Beanspruchungsklasse möglich ist.

Flüchtige Verbindungen kann man teilweise riechen, oft aber entfleuchen sie, ohne dass die Nase davon etwas bewusst mitbekommt. In unserem Test fiel nur der OK. Laminatboden Buche Schiffsboden von Toom negativ auf: Es gaste Formaldehyd aus, ein stechend riechendes Gas, das schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien auslösen kann. Über die Atemluft aufgenommen, gilt Formaldehyd als krebserregend.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Home fit Living Click mit Clou Akustiq Buche Schiffsboden
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Praktiker
gut
John Timber Laminat 1.0 Samara Eiche
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Zeus/Hagebau
gut
Kaindl Masterfloor 8.0 Eiche
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Kaindl
befriedigend
Krono fix Silent Floor Korkeiche Schiffsboden
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Kronoflooring
befriedigend
Kronotex Basic, Ticino Nussbaum
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Kronotex
befriedigend
Logoclic Silentos Schiffsboden Rüster markant
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Bauhaus
befriedigend
Meister LD 200 Räuchereiche 6028
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Meisterwerke Schulte
befriedigend
Montana Living Laminate Click 31 Eiche natur
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Obi
befriedigend
Parador Laminat Classic 1040 Eiche natur Landhausdiele
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Parador
befriedigend
Scenic 832 Buche 3 Stab mittel
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Tarkett
befriedigend
Ikea Tundra
Ikea Tundra
Ikea
ausreichend
Laminat Kirschbaum SB naturhell
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Hornbach
ausreichend
OK. Laminatboden Buche Schiffsboden
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Toom-Baumarkt
ausreichend
Elesgo Wellness Floor 32 President Eiche Natur
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HDM
mangelhaft
Haro Tritty 40, 3-Stab Wildkirsche Lock Connect
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Hamberger Flooring
mangelhaft

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

... begann bereits im Februar 2009, da die Praxisprüfungen mehrere Wochen Zeit in Anspruch genommen haben. Im Test sind sowohl recht günstige Baumarkt-Eigenmarken als auch Markenprodukte. Vier Produkte enthalten eine eingebaute Trittschalldämmung.

Problematische Inhaltsstoffe

Vom Laminat bekommt man meist nur die Oberfläche zu sehen: ein Dekor unter einer festen Deckschicht, oft aus Melamin-, teilweise auch aus Acrylharzen. Den größten Anteil am Material hat aber die darunter liegende Trägerplatte. Formaldehyd ist sowohl oben als auch unten ein Thema: Es kommt bei der Herstellung der Melaminharzdeckschicht wie auch der Bindemittel für die Holzfasern zum Einsatz. Wir wollten wissen, was davon ausgast und ob womöglich Lösemittel oder andere flüchtige organische Verbindungen die Raumluft belasten. In den beauftragten Laboren wurden die Laminate darüber hinaus auf problematische halogenorganische Verbindungen und Schwermetalle untersucht.

Elektrostatik

Während die meisten natürlichen Oberflächen Spannung ableiten, laden sich viele künstliche Materialien, etwa Laminat, eher auf. Deshalb ließen wir prüfen, wie viel elektrostatische Oberflächenspannung die Laminatböden aufbauen können. Dabei wurden praxisnahe Bedingungen nachgeahmt: durch Reibung der Materialoberfläche mit der Hand, mit Schuhsohlen oder Schurwollsocken, so als würde man über den Boden gehen oder Kinder auf ihm spielen.

Praxisprüfungen

Beim Laminat zählt zunächst, dass es sich einwandfrei und lückenlos verlegen läßt. Die wahre Herausforderung kommt aber danach. Der Putzeimer fällt um, die Freundin hat neue Pumps, die Kinder knallen ihr Spielzeug auf den Boden. Diese alltäglichen Belastungsproben simulieren spezielle Prüfungen der DIN-Norm: Mithilfe von fallenden und geschleuderten Kugeln wird die Stoßfestigkeit getestet, in einem Wasserbad das Quellverhalten der Trägerplatten ermittelt. Nach Durchlaufen dieser Disziplinen wurden die Produkte einzelnen Beanspruchungsklassen zugeordnet.

Die Bewertung

Ein Bodenbelag darf den Wohnraum nicht mit Schadstoffen belasten. Er muss sich gut verlegen lassen und sollte den einen oder anderen Einschlag verkraften können. Bei der Bewertung der elektrostatischen Oberflächenspannung orientieren wir uns an der anerkannten schwedischen TCO-Norm für Bildschirmarbeitsplätze, denn warum sollte sich der Boden eines Raumes mehr aufladen dürfen als der Bildschirm, vor dem man sitzt? Wichtig war uns auch, dass die angegebene Beanspruchungsklasse eingehalten wird. Denn als Verbraucher muss man sich auf die Angaben auf der Verpackung verlassen können. All diese Punkte fließen in die Bewertung ein, das Gesamturteil kann dabei nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis.