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23 Haarfarben im Test

Kein Silberstreif am Horizont

ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 09.11.2012

23 Haarfarben im Test

Mit chemischer Haarfarbe lassen sich die ersten Silbersträhnen und später graues Haar einfach wegzaubern. So ist es auch kein Wunder, dass viele Frauen regelmäßig zu dauerhaften Haarcolorationen greifen. Wir haben 23 Produkte auf den Prüfstand gestellt: Empfehlenswert ist keine Haarfarbe - alle bergen ein Risiko für eine Kontaktallergie, die ein Leben lang hält.

Jede zweite Frau tut es. Bei den Männern ist es mittlerweile jeder Zehnte. Die dauerhafte Coloration der Haare ist ein ungebrochener Trend. Während Haartönungen mit jeder Haarwäsche schwächer werden und sich herauswaschen, werden bei der dauerhaften Coloration die Farbpigmente in das Haar eingelagert. Die Farbe wächst heraus. Und der Haaransatz will regelmäßig nachgefärbt werden. Dafür greifen Frauen in der Regel alle vier bis acht Wochen zu den Kunstfarben.

In ÖKO-TESTs hatten Haarfarben in der Vergangenheit schlecht abgeschnitten. Denn die chemischen Kunstfarben haben es in sich. Für eine zuverlässige Färbung grauer Haare sind Chemikalien nötig, die gesundheitliche Nebenwirkungen haben können. So belegte im Jahr 2001 eine US-Studie den Zusammenhang zwischen Haarefärben und Blasenkrebs.

Daraufhin legte die EU-Kommission 2003 ein Bewertungsprogramm auf. Damit sollten Haarfarben identifiziert werden, die von Toxikologen als sicher fürs Haarefärben eingestuft worden waren. Von 381 Färbechemikalien landeten rund 200 Stoffe rasch auf einer Verbotsliste. Mehr als 70 Substanzen stehen mittlerweile auf einer Positivliste. Sie sind mit gewissen Beschränkungen als sicher fürs Haarefärben eingestuft. Ein Krebsrisiko durch aktuell in der EU erhältliche Haarfärbemittel bestehe jedoch nicht, ist der derzeitige Standpunkt des wissenschaftlichen Beratergremiums der EU-Kommission. Der Toxikologe Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel mahnt indes zur Vorsicht: "Aus meiner Sicht ist eine abschließende Bewertung des Krebsrisikos der als Färbechemikalien eingesetzten aromatischen Amine nicht möglich."

Unproblematisch sind die meisten Färbechemikalien auf der Positivliste so oder so nicht: Viele gelten als starke Kontaktallergene. "Hautreaktionen auf p-Phenylendiamin und 2,5-Toluylendiamin verlaufen schwer. Daher sollte alles getan werden, um sie zu vermeiden", bringt Professor Axel Schnuch vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken - der weltweit größten Datenbank zu Kontaktallergien - das Problem auf den Punkt. Hat man eine solche Kontaktallergie erst einmal entwickelt, besteht sie ein Leben lang.

Wir wollten wissen, welche Färbesubstanzen in den aktuell erhältlichen Haarcolorationen stecken. Für unseren Test kauften wir 23 dauerhafte Haarfarben ein, die eine sehr gute Abdeckung grauer Haare versprechen.

Das Testergebnis

Alle Haarfarben enthalten problematische Färbesubstanzen und erhalten von uns die Note "ungenügend". Keinen Deut besser schneiden die vermeintlich grünen Produkte ab: Die Marke Naturtint wirbt zwar "mit Pflanzenextrakten", sie ist jedoch wie die anderen Produkte im Test eine Chemiekeule. Ebenso die Marke Sanotint: Sie will "mit Goldhirse und Pflanzenextrakten" als natürlich punkten, ist aber tatsächlich eine chemische Coloration. Verführen lassen sollte man sich auch nicht von dem Namen Henna Plus: Der Hersteller dieser Marke will mit "Inhaltsstoffen mit Bio-Zertifizierung" Eindruck schinden, aber auch dahinter verbirgt


Haarfarben: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Syoss Professional Performance Dauerhafte Haarfarbe
  • Schwarzkopf & Henkel

Garnier Pinsel Farbtalent Intensiv-Coloration
  • Garnier

L'Oréal Préférence Booster Premium-Intensiv-Glanz Farbe
  • L'Oréal

L'Oréal Sublime Mousse
  • L'Oréal

Accent 10-min. Intensiv-Coloration
  • Rossmann

Schwarzkopf Color Mask
  • Schwarzkopf & Henkel

Schwarzkopf Brilliance Intensiv-Color-Creme
  • Schwarzkopf & Henkel

L'Oréal Excellence Creme 3-Fach Pflege Creme Farbe
  • L'Oréal

Poly Palette Intensiv-Creme-Coloration Dark Gloss
  • Schwarzkopf & Henkel

Naturtint Dauerhafte Coloration
  • Phergal

Kür Color Intensiv Haarfarbe
  • Aldi Süd

Sanotint Haarfarbe
  • Schoenenberger (Reformhaus)

Schwarzkopf Diadem Seiden-Color-Creme
  • Schwarzkopf & Henkel

Poly Palette Mousse Color Shake & Color
  • Schwarzkopf & Henkel

Poly Palette Permanent Natural Colors
  • Schwarzkopf & Henkel

Garnier Nutrisse Creme
  • Garnier

Poly Color Creme Haarfarbe
  • Schwarzkopf & Henkel

Schwarzkopf Sensual Colors
  • Schwarzkopf & Henkel

Schwarzkopf Perfect Mousse Permanente Farbe
  • Schwarzkopf & Henkel

L'Oréal Casting Crème Gloss
  • L'Oréal

Garnier Belle Color
  • Garnier

Henna Plus Long Lasting Colour
  • Frenchtop

Garnier Color Intense
  • Garnier

23 Haarfarben im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 176
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 177
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 178
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 179
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 180
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013 Seite 181

6 Seiten
Seite 176 - 181 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
vom 09.11.2012
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Spätestens, wenn sich die ersten grauen Haare zeigen, greifen viele Frauen (und auch immer mehr Männer) zu Haarcolorationen. In dunklen Rot- oder Brauntönen verarbeitet die Kosmetikindustrie die meiste Chemie, um eine 100-prozentige Abdeckung grauer Haare zu erreichen. Daher haben wir 23 dauerhafte Haarfarben in verschiedenen Brauntönen in der Drogerie, in Parfümerien, Reformhäusern und beim Discounter eingekauft.

Die Inhaltsstoffe

Das Hauptproblem der dauerhaften Haarfarben sind die Färbesubstanzen. Daher haben wir uns diese Bestandteile der Produkte besonders genau angesehen: Welche Stoffe stecken in der Farbcreme oder im -pulver und dem dazugehörigen Entwickler? Alle Bestandteile, die ins Färbegemisch kommen, ließen wir auf der Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage prüfen.

Die Bewertung

Auch wenn das wissenschaftliche Beratergremium der EU, das SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety), inzwischen viele Färbesubstanzen vom Krebsverdacht frei gesprochen hat, heißt das noch nicht, dass die Farben unbedenklich sind. Viele bergen ein hohes Allergierisiko, manche sind als CMR-Stoff eingestuft, dass heißt, sie haben unter anderem erbgutverändernde Eigenschaften. Bei manchen Färbesubstanzen ist die Bewertung durch das SCCS noch gar nicht abgeschlossen. Solche Kosmetikprodukte können wir nicht empfehlen. Bei einem solchen Fazit ist eine im Produkt beiliegende Spülung oder Haarkur für die Bewertung bedeutungslos, wir haben sie nicht berücksichtigt.

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ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013

Erschienen am 09.11.2012

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