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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012
vom

Portionskaffeemaschinen

Es zischt und tropft

Kaffeemaschinen, die nicht nur Kaffee kochen, sondern auch noch gut aussehen, gehören inzwischen in vielen Haushalten zur Küchenausstattung. Schade nur, dass nicht alle Geräte für reine Freude sorgen.

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14.10.2011 | Fast jedes dritte Gerät, das neu gekauft wird, ist eine Portionskaffeemaschine. Die Portionskaffeemaschine mit Pad oder Kapsel liefert auf Knopfdruck Kaffee und oft auch andere Getränke. Sie ist in der Anschaffung noch recht günstig. Dafür können Pads und Kapseln auf die Dauer teuer werden. Vor der Entscheidung für eine Portionskaffeemaschine sollte man auch bedenken, dass dies gleichzeitig die Entscheidung für eine begrenzte Zahl von Kaffeemarken sein kann. In die Geräte der sogenannten geschlossenen Systeme Nespresso, Dolce Gusto, Tassimo und Cafissimo passen nur die jeweils dazugehörigen Kapseln, also etwa von Nestlé, Kraft, Tchibo usw. Die Auswahl ist hier zwar groß und umfasst teils auch Kakao und Tee. Einfach mal den Kaffee eines ganz anderen Herstellers auszuprobieren, geht aber nicht. Beim offenen Padsystem dagegen kann man auch mal auf Produkte aus dem Bio-Laden oder dem Discounter ausweichen.

Wir haben im Elektro- und Versandhandel neun Modelle von großen Herstellern eingekauft und prüfen lassen.

Das Testergebnis

Die Begeisterung hält sich in Grenzen. Ein bisschen mehr hätten wir von den Kaffeemaschinen ja schon erwartet. Bei der Hälfte der Geräte reicht es nur zu einem "befriedigend". "Gut" war nur eine Maschine .

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Schon im August haben wir die Geräte für den Weihnachtstest eingekauft. So viel Zeit war nötig, um die Maschinen auf Herz und Nieren zu prüfen. Portionskaffeemaschinen, die Anfang September auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) vorgestellt wurden und jetzt im Handel sind, konnten wir deshalb nicht berücksichtigen. Allerdings haben wir darauf geachtet, dass die getesteten Maschinen noch eine ganze Weile im Handel sein werden. Eingekauft haben wir in Elektromärkten sowie im Versandhandel.

Der Praxistest
Ein Wasserbehälter, der hakelt oder nicht abgestellt werden kann, ein klemmendes Kapselfach oder schlecht zu verstehende Gebrauchsanleitungen - nichts, was in der Küche nerven könnte, ist dem von uns beauftragten Institut entgangen. Mit einem Spezialgerät wurde zudem die Lautstärke beim Kaffeebrühen und Milchaufschäumen gemessen. Doch damit nicht genug: In einem sogenannten Spot-Check wurde geprüft, ob das Gerät den üblichen Sicherheitsanforderungen genügt. Fehlende Sicherungen etwa haben die Prüfer sofort erkannt. Natürlich wurde auch der Kaffee von einer Expertenrunde verkostet, die auch die Konsistenz und Farbe der Crema begutachtet hat.

Das Material
Wie umweltverträglich ist das Gerät? PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in Steckern und Kabeln sind weiter ein Problem. Denn in der Müllverbrennung können sich daraus gesundheitsschädliche Dioxine bilden. Auch der Einsatz bromierter Flammschutzmittel, die an Kondensatoren und auf Platinen eingesetzt werden, ist ein Umweltproblem. Ermittelt wurde auch der Energieverbrauch und es wurde geprüft, ob man die Maschine wirklich richtig abschalten kann.

Die Bewertung
Ein Gerät soll gut zu bedienen sein, vor allem aber guten Kaffee machen. Deshalb hat der Punkt "Kaffee und Latte macchiato" in der Praxisprüfung auch etwas mehr Gewicht als die anderen Punkte. Trotzdem: Sicherheit geht vor! Und da ÖKO-TEST bei Haushaltsgeräten immer wieder Sicherheitsmängel feststellt, sind wir in diesem Punkt auch besonders konsequent. Ein Gerät, das wegen einer fehlenden Temperatursicherung an der Pumpe oder einem nicht richtig gesicherten Schutzleiter im Punkt Sicherheit durchfällt, kann unserer Ansicht nach unterm Strich nicht besser sein als "mangelhaft". Unter dem Testergebnis Weitere Mängel haben wir auch bewertet, wie viel Abfall bzw. Wertstoff durch Pads und Kapseln anfällt. Denn wenn der Trend zur Portionskaffeemaschine mehr Müll bedeutet, müssen wir das kritisch sehen.

So haben wir getestet

Heiße Sache oder lauwarme Brühe? Mit einem Temperaturfühler haben Experten geprüft, wie heiß der Kaffee aus der Maschine ist.

So haben wir getestet

Nicht korrekt: Beim Gerät von Inventum ist der Schutzleiter nur mit einer Mutter gesichert. Eigentlich
gehört noch eine spezielle Unterlegscheibe dazwischen, damit sich das Kabel nicht lösen kann.

So haben wir getestet

Keine Chance für Stromfresser: Im Versuch hat das von uns beauftragte Institut ermittelt, wie viel Energie beim Aufbrühen von Kaffee und im Stand-by-Modus verbraucht werden.

So haben wir getestet

Die Maschine von Inventum ist für die Zubereitung von Latte macchiato ungeeignet: Einen separaten
Milchaufschäumer gibt es nicht. Wer sein Glück mit einem Pad-Produkt für Latte macchiato versucht,
erlebt eine Überschwemmung: Der Brühvorgang für Kaffee oder Heißwasser lässt sich nicht stoppen
- das Glas läuft über.

So haben wir getestet

Hier muss man immer wieder sauber machen: Bei dem Tassimo-Gerät von Bosch sammelt sich
Kaffeepulver am Padhalter an.

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