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Gesundheitspräparate aus dem Supermarkt

Doktor Supermarkt

Nicht nur Vitamintabletten, auch ein paar vermeintlich sanfte Medikamente kann man im Supermarkt gleich mit in den Einkaufswagen legen. Unser Test zeigt jedoch: Viele Produkte lässt man besser im Regal stehen.

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10.10.2014 | Nicht genug Vitamine gefuttert, ein leichtes Kratzen im Hals oder einfach müde und schlapp? Wer keine Lust auf lange Wartezeiten beim Arzt hat oder teure Apothekenpreise scheut, der findet heute im Supermarkt eine Reihe von frei verkäuflichen Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Medizinprodukten gegen allerlei Wehwehchen.

Für unseren großen Test Gesundheitspräparate aus Supermärkten haben wir insgesamt 35 Arzneimittel, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel der Anbieter Edeka, Kaufland, Real und Rewe unter die Lupe genommen und ins Labor geschickt.

Das Testergebnis

Nur wenige Gesundheitspräparate aus dem Supermarkt sind "sehr gut", viele dümpeln im Mittelmaß vor sich hin, und einige sind aufgrund fehlender Studien, die die Wirksamkeit ausreichend belegen oder mangelhafter Deklaration schlicht schlecht. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern fallen nur gering aus.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es schon lange auch außerhalb der Apotheke zu kaufen, Nahrungsergänzungsmittel ohnehin. Das Testfeld einheitlich für jeden Supermarkt zu gestalten, war nicht möglich, da sich die jeweiligen Angebotssortimente voneinander unterschieden. Eingekauft wurden maximal zehn Produkte pro Anbieter: ein Baldrian-, ein Artischocken- und ein Venenmittel, ein Meerwasser-Nasenspray, je ein Fischöl- und ein Glucosaminpräparat, ein Magnesium-, ein Calcium-, ein Vitamin C- und ein Multivitaminprodukt. In den Bio-Supermärkten war das Angebot entsprechender Gesundheitspräparate so klein, dass sie nicht berücksichtigt wurden.

Wirksamkeit und Nutzen
Bei Arzneimitteln und Medizinprodukten geht es vor allem darum, ob es verlässliche Studien gibt, die die Wirksamkeit der Präparate für das beanspruchte Anwendungsgebiet belegen. Außerdem haben wir in den Beipackzetteln nach wichtigen Hinweisen zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen gesucht. Schließlich soll die Einnahme eines Mittels nicht die Wirksamkeit eines anderen abschwächen oder verstärken.
Nahrungsergänzungsmittel sollen per Definition lediglich die allgemeine Ernährung ergänzen. Hier stellt sich also nicht die Frage nach einer Wirksamkeit, sondern ob der gesunde Verbraucher von deren Verzehr profitieren kann, ob die Kapseln und Tabletten einen Nutzen haben. Hinsichtlich der eingesetzten Vitamine und Mineralstoffe haben wir uns an den Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung orientiert.

Die Inhaltsstoffe
Die Produkte wurden gezielt auf mögliche Verunreinigungen untersucht, beispielsweise Fischöl auf Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), äußerlich anzuwendende Venenmittel auf halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd/-abspalter, die aus konservierten Vorstufen stammen können. Andere bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe wie künstliche Farbstoffe und Alkohol ergaben sich aus der Deklaration.

Die Bewertung
Das A und O sind für uns Studien oder Untersuchungen, die die Wirksamkeit eines Arzneimittels bzw. den Nutzen eines Produkts eindeutig belegen. Fehlen diese, kann es in der pharmakologischen Begutachtung bzw. in der Beurteilung der maßgeblichen Inhaltsstoffe nur ein "mangelhaft" geben. Nahrungsergänzungsmittel, für die kein Nutzen für den gesunden Verbraucher erkennbar ist, können bei uns nicht mit "sehr gut" oder "gut" abschneiden - zumal der Bedarf an Vitaminen und Mineralien bequem durch eine abwechslungsreiche Ernährung gedeckt werden kann. Überdosierungen und fragwürdige Auslobungen lassen das Gesamturteil dann schnell in den Keller rutschen.

So haben wir getestet

Zum Davonhüpfen: Zwar unterstützt Vitamin C die für den Knorpel wichtige Kollagenbildung. Doch schon eine ausgewogene Ernährung liefert genügend davon.

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