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21 Haferflocken im Test

Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014

Haferflocken

Rückstände inklusive

Viele der von uns getesteten Haferflocken sind mal mehr, mal weniger mit Rückständen belastet. Pestizide und Glyphosat stammen aus dem Anbau, das nachgewiesene Mineralöl wird wohl in der Produktion eingetragen.

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10.10.2014 | Durch die Verwendung von Altpapier gelangt Mineralöl in Recyclingpapier. Altpapier besteht zum Beispiel aus Zeitungen und Katalogen, die mit Farben bedruckt werden, die Mineralöl enthalten. Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und stellt ein komplexes Gemisch dar, das hauptsächlich aus gesättigten und aromatischen Kohlenwasserstoffen besteht. Gesättigte Kohlenwasserstoffe können laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Körper gespeichert werden und zu Schädigungen der Leber und der Lymphknoten führen. Bei aromatischen Kohlenwasserstoffen ist laut BfR nicht auszuschließen, dass sich darunter Substanzen befinden, die schon in geringsten Mengen Krebs hervorrufen können. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat daher einen zweiten Entwurf der sogenannten "Mineralölverordnung" vorgelegt. Demnach soll ein Übergang von aromatischen Kohlenwasserstoffen auf Lebensmittel generell nicht mehr stattfinden.

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat haben wir in fast jeder zweiten Probe aus konventionellem Anbau in Spuren gefunden. Glyphosat wurde in einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz BUND in menschlichem Urin nachgewiesen. Zudem haben Wissenschaftler der Universität Leipzig das Herbizid auch in allen 200 untersuchten Kühen aus konventionellen Ställen in Dänemark gefunden. Die Tiere wiesen Anzeichen von Leber- und Nierenschäden auf. Hinsichtlich der Risikobewertung kommt das BfR angesichts der Studienergebnisse allerdings zu keinen neuen Erkenntnissen.

Wir haben 21 Mal zarte Haferflocken eingekauft und von unabhängigen Laboren testen lassen.

Das Testergebnis

Nur vier der 21 Produkte schafften es, die Bestnote "sehr gut" zu erreichen. Alle anderen haben kleinere oder größere Probleme mit Rückständen. Das Thema Mineralöl in Lebensmittelverpackungen trifft nahezu alle Hersteller - auch die von Bio-Produkten.

Ganz gleich ob Bio- oder konventionelle Ware: Produkte mit Papierverpackung enthalten Mineralöl. Einzige Ausnahme: Das Produkt aus dem Hause Kölln. Der Hersteller setzt auf eine zweilagige Frischfaserverpackung - innen mit Fett verdichtet, außen eine Art Butterbrotpapier. Laut Gesetzentwurf soll der Übergang von Mineralöl in Lebensmittel minimiert werden. Generell vermieden werden sollen aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH), die wir bei Granovita, Dennree, Campo Verde und Holo gefunden haben. Für gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) hat das BfR in einer gesundheitlichen Beurteilung von Materialien und Gegenständen für den Lebensmittelkontakt Richtwerte vorgelegt. Daher bewerten wir diese beiden Stoffgruppen differenziert. Der Nachweis von Kohlenwasserstoffen in plastikverpackten Lebensmitteln kann neben Mineralöl auch Kunststoff als Quelle haben. Über diese Art von gesättigten Kohlenwasserstoffen - die sogenannte POSH-Fraktion - ist noch wenig bekannt. Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes behandeln wir die Stoffgruppe in unserer Bewertung daher wie MOSH.

Spuren des Herbizids

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 21 Packungen Haferflocken eingekauft: Sieben stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, die restlichen Produkte sind konventionelle Marken sowie Eigenmarken der Discounter und Supermärkte. Bei der Auswahl entschieden wir uns für zarte Haferflocken, sogenannte Kleinblattflocken. Sie werden häufiger gekauft als kernige Großblattflocken, da sie vielfältig verwendbar sind, beispielsweise zum Backen.

Die Inhaltsstoffe
Aus Papier- und Kartonverpackungen kann gesundheitsgefährdendes Mineralöl in die Nahrung gelangen. Wir haben die Haferflocken darauf untersuchen lassen. Bereits im September 2012 hat ein ÖKO-TEST das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in Mehl, Brötchen und Haferflocken nachgewiesen. Das Herbizid steht unter Verdacht, zahlreiche negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Wir ließen die Haferflocken daher auf Glyphosat und weitere Pestizide untersuchen.

Die Bewertung
Um die Belastung von Lebensmitteln mit Mineralöl zu verhindern, hat der Gesetzgeber schärfere Richtlinien formuliert. Demnach soll ein Übergang von aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) aus der Verpackung ins Produkt generell vermieden werden. Der Übergang gesättigter Kohlenwasserstoffe (MOSH) ist zu minimieren. ÖKO-TEST differenziert daher bei der Bewertung zwischen diesen beiden Stoffgruppen. Je höher die MOSH-Werte, desto schlechter die Note. Wurde MOAH nachgewiesen, werten wir grundsätzlich ab. Zudem führt der Einsatz von Pestiziden zur Abwertung, wenn die Werte die gesetzlich zulässige Höchstmenge um mehr als zehn Prozent ausschöpfen.

So haben wir getestet

Mineralöl gelangt aus Verpackungen in Lebensmittel und kann sogar aus den Umkartons stammen.

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