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16 Tiefkühlspinat-Marken im Test

Frostig

Jahrbuch für 2015 | Kategorie: Essen und Trinken | 10.10.2014

16 Tiefkühlspinat-Marken im Test

Tiefkühlblattspinat ist gesund und vielseitig einsetzbar, kann allerdings auch stark mit Nitrat und Cadmium belastet sein, wie unser Test zeigt. Rundum empfehlen können wir noch nicht einmal die Hälfte der Produkte.

Wer Spinat kauft, kauft ihn meist tiefgekühlt. Die Qualität steht und fällt mit den Inhaltsstoffen. Da kann Spinat auf der Habenseite eine Vielzahl an wertvollen Nährstoffen für sich verbuchen, allen voran Provitamin A, Vitamin E, Eisen, Calcium, Kalium und Magnesium. Dem stehen Schadstoffe wie Nitrat und Cadmium gegenüber, die sich in Spinat in besonderem Maße anreichern können. Landwirte und Frostereien prüfen das Gemüse daher in den Tagen vor der Ernte regelmäßig - nicht selten mit unliebsamen Überraschungen. So können die Nitratwerte noch kurzfristig nach oben schießen. Aber auch die Belastung mit Cadmium lässt sich nicht ohne Weiteres vorhersagen.

Wir wollten wissen, wie es um die Schadstoffbelastung von Tiefkühlblattspinat bestellt ist und haben 16 Produkte im Labor prüfen lassen.

Das Testergebnis

In acht Proben steckt zu viel Cadmium. Sie erfüllen zwar die gesetzlichen Anforderungen, enthalten aber immer noch relativ viel, wenn die von Experten empfohlene maximale Aufnahmemenge und eine Tagesportion von 200 Gramm zugrunde gelegt werden. So viel Spinat essen zwar die wenigsten täglich. Doch die Cadmiumaufnahme summiert sich, da das Schwermetall auch in Getreideprodukten und anderen Gemüsen enthalten ist.

Ein Grund für die Belastung der konventionellen Spinatsorten mit Nitrat kann der höhere Düngemitteleinsatz sein. Zudem ist mineralischer Dünger leichter verfügbar, sodass die Pflanzen punktuell mehr Nitrat aufnehmen. Die Ergebnisse von Penny und Aldi Süd zeigen aber, dass auch Bio-Spinat ein Nitratproblem haben kann.

Im Flanders Best Blattspinat steckt außergewöhnlich viel Nitrit. Die Substanz entsteht durch Umwandlung aus Nitrat, wenn Bakterien oder Enzyme einwirken. Wärme fördert den Prozess. Hohe Nitritwerte deuten demnach auf Hygienemängel oder eine zu lange Lagerung des Spinats vor dem Frosten hin. Aus Nitrit entstehen im Körper zudem schädliche Nitrosamine. Bei Säuglingen kann die Substanz den Sauerstofftransport im Blut stören.


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Alnatura Blatt-Spinat
Alnatura Blatt-Spinat
Alnatura
Ardo Blattspinat
Ardo Blattspinat
Ardo
Bio Bio Junger Blattspinat
Bio Bio Junger Blattspinat
Netto Marken-Discount
Bio Blattspinat
Bio Blattspinat
Aldi Süd
Bio Sonne Junger Bio-Blattspinat
Bio Sonne Junger Bio-Blattspinat
Norma
Biotrend Bio Blattspinat
Biotrend Bio Blattspinat
Lidl
B!o Bio-Blattspinat
B!o Bio-Blattspinat
Penny
Bofrost Blattspinat 1707
Bofrost Blattspinat 1707
Bofrost (Direktvertrieb)
Dennree Spinat, gehackt
Dennree Spinat, gehackt
Denn's Biomarkt
Edeka Blattspinat ausgewählte Spinatsorten
Edeka Blattspinat ausgewählte Spinatsorten
Edeka
Flanders Best Blattspinat
Flanders Best Blattspinat
Flanders Best
Frenzel Gehackter Spinat
Frenzel Gehackter Spinat
Frenzel
Gut Bio Blattspinat
Gut Bio Blattspinat
Aldi Nord
Iglo Blatt-Spinat mit ganzen Blättern
Iglo Blatt-Spinat mit ganzen Blättern
Iglo
Natural Cool Demeter Blattspinat
Natural Cool Demeter Blattspinat
Demeter Felderzeugnisse
Rewe Beste Wahl Blattspinat
Rewe Beste Wahl Blattspinat
Rewe

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Test: 16 Marken Tiefkühlblattspinat, darunter viele Bio-Produkte sowie Eigenmarken der Supermärkte und Discounter. Klassiker wie Spinat von Iglo oder vom Tiefkühldienst Bofrost durften ebenfalls nicht fehlen. Von den Anbietern Frenzel und Dennree bekamen wir zum Zeitpunkt unseres Einkaufs nur gehackten Spinat, auch er ist mit im Test.

Die Inhaltsstoffe

Im Fokus der Laboruntersuchungen standen gesundheitlich bedenkliche Stoffe, die sich in Spinat anreichern können. Da ist zunächst Nitrat zu nennen, das Pflanzen unter bestimmten Bedingungen vermehrt bilden. Ein Zuviel davon sehen Experten kritisch, da daraus über das Zwischenprodukt Nitrit krebserregende Nitrosamine entstehen können. Spinat speichert von Natur aus auch das Schwermetall Cadmium. Die Proben wurden zudem auf Perchlorat gecheckt. Die Chemikalie wurde im vergangenen Sommer gehäuft in Obst und Gemüse nachgewiesen, darunter auch in Blattgemüse wie Spinat. Perchlorat kann die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse hemmen. Eine gesetzliche Regelung gibt es noch nicht. Die EU hat daher vorläufige Referenzwerte festgelegt.

Die Bewertung

Spinat ist ein beliebtes und gesundes Gemüse. Umso wichtiger, dass sich die Belastung mit Schadstoffen in Grenzen hält. Für die Bewertung legten wir sowohl die gesetzlichen Höchstmengen für Nitrat und Cadmium als auch den Referenzwert für Perchlorat zugrunde. Auch toxikologische Aufnahmewerte gingen in die Beurteilung ein. Zu erheblichen Abzügen führten Überschreitungen von Höchstwerten.

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