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15 Laufshirts im Test

Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014

Laufshirts

Zum Davonlaufen

Wer läuft, tut dies meist in Kunstfasern. Anbieter moderner Laufshirts versprechen mit ihren Textilien einen angenehmen Tragekomfort. Doch sechs Shirts in unserem Test zeigten sich nicht eben in Bestform.

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10.10.2014 | Laufshirts aus Polyester oder Polyamid leiten die Feuchtigkeit, die beim Schwitzen entsteht, nach außen ab, bevor sie sich als Schweißfilm auf der Haut ablagert. An der Laufshirtoberfläche kann der Schweiß dann trocknen.

ÖKO-TEST schickte 15 Laufshirts in die Labore und ließ sie auf Schadstoffe und Materialeigenschaften untersuchen.

Das Testergebnis

Mehr als die Hälfte der getesteten Laufshirts können wir empfehlen. Noch besser fällt das Ergebnis hinsichtlich Materialeigenschaften aus: Beim Test, ob Reibung oder Schweiß die Farbe des Shirts verblassen lässt oder ob ein feuchtes Shirt auf andere Textillien abfärbt, gab es fast nichts zu meckern.

In den Laufshirts Oxylane Kalenji Essentials T-Shirt und Tao Running Womens Cobalt Shirt Zentourion fand ein Labor Dioctylzinn (DOT). Diese zinnorganische Verbindung wird als Stabilisator oder Katalysator in Textilien eingesetzt. DOT hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit, es kann zum Beispiel eine Immuntoxizität verursachen und sich im Körper anreichern. Dioctylzinn ist seit 2012 in vielen Produkten wie Babyartikeln, Textilien mit Hautkontakt oder Schuhen und Handschuhen verboten, sobald der Gehalt an Zinn 0,1 Prozent übersteigt. Auch wenn weniger in den beiden Laufshirts steckt: Wir werten trotzdem ab.

Anbieter Thoni Mara hat sein Runner's Wear Herren Basic Ti-Shirt mit Silber ausgestattet. Sport- und Funktionsbekleidungshersteller machen das gern, da Silber antimikrobiell wirken kann und so zum Beispiel Keime tötet - auch solche, die Schweiß zu unangenehm riechenden Abbauprodukten zersetzen. Das Problem: Durch inflationären Einsatz von Silber in Alltagstextilien gelangen Silberpartikel in die Umwelt. Der medizinische Nutzen des Edelmetalls im Kampf gegen Keime kann aber geschwächt werden, da sich silberresistente Keime entwickeln können. Silber gehört in die Wundauflage, das Laufshirt schlicht in die Waschmaschine. Forscher der ETH Lausanne und der ETH Zürich haben außerdem nachgewiesen, dass Silberionen im Wasser die Fotosynthese- und Wachstumsraten der Zellen von Grünalgen auch bei niedrigen Silberkonzentrationen bereits nach 15 Minuten um bis zu 50 Prozent sinken lassen. Die Forscher interpretieren dies als Reaktion der Algen auf den Stressfaktor, um Schäden zu reparieren. Bei niedrigen Silberkonzentrationen erholten sich die Fotosynthesekraftwerke in der Zelle innerhalb von fünf Stunden. Bekannt ist jedoch nicht, ob es einen Mechanismus gibt, der das Silber aktiv aus den Zellen hinaustransportieren kann. Fehlt ein solcher Mechanismus, könnte Silber in höheren Organismen zu negativen Effekten führen.

Die Laufshirtproduzenten setzen auf kräftige Farben. Noch schöner ist es, wenn die Farben auch im T-Shirt bleiben. Ärgerlich ist es auch, wenn das farbenfrohe Shirt auf andere Textilien abfärbt. Beim Test Materialeigenschaften zeigten sich 14 der 15 Produkte in Bestform. Sie sind reibecht, schweißecht und färbten gar nicht oder wie die Produkte Asics Inner Muscle 1/2 Zip Top Men u

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Der Sommer ist nicht mehr weit: Deshalb haben wir 15 kurzärmlige Laufshirts eingekauft. Im Einkaufskorb landeten sowohl acht Modelle für Läufer, als auch sieben für Läuferinnen. Mit dabei sind Produkte der bekannten Sportartikelhersteller, aber auch Shirts von kleineren deutschen Anbietern sowie bekannten Laufmarken. Ebenfalls im Test: ein Laufshirt der ersten Sportkleidungskollektion von Hennes & Mauritz. Das günstigste Testprodukt kostete 4,95 Euro, das teuerste 69,95 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Stecken krebserregende Farbbausteine in den knallig-bunten Laufshirts? Und haben die Hersteller Bakterienkiller zugesetzt, um etwa schlechte Gerüche oder Keime zu töten? Es könnten auch schädliche zinnorganische Verbindungen im Material stecken, die die Kunstfasern Polyester oder Polyamid vor Licht, Witterung und Feuchtigkeit schützen sollen. Das alles und noch ein bisschen mehr können moderne Funktionstextilien enthalten. Entsprechend umfangreich waren unsere Untersuchungsaufträge für die Labore.

Die Materialprüfung
Die Fragen waren: Behalten die Laufshirts ihre Farbe, auch wenn sie starker Reibung oder Schweiß ausgesetzt sind? Und färben sie vielleicht im feuchten Zustand auf andere Textilien ab?

Die Bewertung
Laufshirt und nackte Haut kommen unter Extrembedingungen in Kontakt: beim Sport. Die Haut ist warm, sie schwitzt, und das Shirt reibt beim Laufen auch noch an ihr. Stress für die Haut durch problematische Inhaltsstoffe braucht da niemand. Und Farbtöne wie Kiwi, Shocking Orange oder Azur sind wirklich trendy, aber nicht wenn sie auf andere Kleidungsstücke abfärben. Deshalb muss beides stimmen: die Eigenschaften des Materials und dessen Inhaltsstoffe. Ist ein Testergebnis schlecht, kann das Gesamturteil nicht besser sein.

So haben wir getestet

Eine "Abreibung" bekommen die Laufshirts beim Test Reibechtheit. Bleibt die Farbe nicht im Shirt, gibt es Punktabzug.

Online abrufbar

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Bestellnr.: J1410
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